Die Calauer Wirtschaftsunternehmen und die Wohn- und Baugesellschaft Calau mbH (WBC) bieten bereits interessante Angebote für Rückkehrer, „Neu-Calauer“ und Wohnungsstarter. Zweimal im Jahr finden zudem Rückkehrtage im Info-Punkt statt. Nun hat es neben einem Rückkehrstammtisch auch zwei Rückkehrer-Workshops gegeben. Deren Ergebnisse wurden im jüngsten Wirtschaftsausschuss präsentiert.

Die beiden Rückkehrer-Workshops sind in Calau am 23. September und 28. Oktober 2019 veranstaltet worden. Personalberater Jörg Straubinger leitete die Projektgruppe, in der auch die Wohn- und Baugesellschaft Calau mbH und die Stadt involviert waren. Erarbeitet wurden mit den Akteuren mehrere zentrale Fragen.

Was hat Calau, was andere nicht haben? „Zunächst einmal verfügbaren und bezahlbaren Wohnraum mit guten Standards“, sagt Jörg Straubinger. Hinzu komme die gute soziale Infrastruktur mit Grund- und Oberschule im Robert-Schlesier- und dem Carl-Anwandter-Haus, Kitas und einem Erlebnisbad, das in diesem Jahr saniert wird. Auch die Natur-Umgebung ist zu nennen mit der Nähe zum Spreewald und der Seenlandschaft. Positiv zu bewerten ist die exponierte Lage der Stadt zwischen Dresden, Leipzig, Berlin und den polnischen Nachbarn und eine verkehrstechnisch gute Anbindung.

Die Teilnehmer des Netzwerks waren aufgefordert, Ideen aufzulisten, wie Calau attraktiver werden kann. Hier bietet sich eine Zielgruppenwerbung an, zum Beispiel auch in Polen. Klassentreffen können dazu dienen, Rückkehrer zu werben. Rückkehrer selbst könnten ihre Erfahrungen anderen schildern. Eine weitere Hauptaussage: Nicht nur die Nähe zu Berlin in den Vordergrund stellen, sondern auch Studenten in Cottbus, Senftenberg und Dresden einbeziehen.

Welche Zielgruppen müssen angesprochen werden? Junge Familien, Berufsstarter, Hiergebliebene, polnische Bürger, Großstadtmüde, Klassentreffen-Rückkehrer, Kurzurlauber oder Handwerker. „Am besten ist es natürlich, wenn ein Wegzug schon von vornherein vermieden werden kann“, so Straubinger.

Welche Nachteile hat Calau? Die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr ist ausbaufähig. Außerdem sind die Freizeitangebote für junge Leute in Calau unzureichend. Ein Gymnasium gibt es nicht mehr in der Stadt. Auch die Anzahl an Baugrundstücken ist überschaubar.

Welche Ansätze zur Entwicklung gibt es? Ganz wichtig erscheint es aus Sicht der Workshop-Gruppe, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu verbessern. Mobilitätsangebote sollten über regionale Dienstleister digital gestaltet werden. Die Anbindung nach Berlin, Dresden und Cottbus muss besser werden. Außerdem sollten Freizeitangebote überregional vermarktet und an den ÖPNV angebunden werden. Chancen für ortsunabhängige Unternehmen müssen künftig aufgezeigt und attraktiv beworben werden. „Es werden Erfolgsstories benötigt“, so Jörg Straubinger. Dabei sei die Vermarktung von Calauer Vorzügen vor allem auch außerhalb der Stadtgrenzen sehr wichtig.

Die Werkstatt „Netzwerk Rückkehrer“ soll in jedem Fall aufrechterhalten werden, wie Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) in der anschließenden Diskussion verlauten ließ. Der Calauer Unternehmerstammtisch wird mit dem Format des Speed-Datings in Zusammenarbeit mit der Grund- und Oberschule auch künftig seinen Beitrag zum Thema leisten.

Das Netzwerk der Rückkehrinitiativen wird ab sofort auch in gebündelter Form unter der Internetadresse https://ankommen-in-brandenburg.de abrufbar sein. Zahlreiche lokale und regionale Initiativen in Brandenburg unterstützen Menschen, die ins Land zurückkehren beziehungsweise neu in Brandenburg leben möchten. „Rückkehrer und Zuzügler schaffen positive soziokulturelle und ökonomische Effekte und setzen einen Kontrapunkt gegen den demografischen Wandel“, heißt es auf der Seite. Die von den Initiativen angebotenen Dienstleistungen umfassen Informationen zu Arbeitsmöglichkeiten und Wohnraum, darüber hinaus die Vermittlung für Angebote der Kinderbetreuung sowie Vereine oder ehrenamtliches Engagement.