Betrug in Lübbenau
: Polizei sucht falschen Polizisten mit einem Phantombild

In Brandenburg sind falsche Polizisten unterwegs. Eine Rentnerin in Lübbenau fiel auf die Betrugsmasche herein. Die Polizei warnt eindringlich und bittet die Bevölkerung um Hilfe.
Von
Thomas Seifert
Lübbenau
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Vertrieb oder schon Belästigung? Ein Oberndorfer fühlt sich von den mutmaßlichen Verkaufsversuchen an der Haustür belästigt. (Symbolfoto)

Mit Hausbesuchen haben falsche Polizisten im Jahr 2025 Millionen erbeutet. In Lübbenau sucht die Polizei jetzt einen Betrüger mit Hilfe eines Phantombildes.  (Symbolfoto)

Kai Remmers/dpa
  • Polizei fahndet in Lübbenau nach falschem Polizisten – Phantombild veröffentlicht.
  • Tat am 10. Juni 2026: Seniorin verlor Schmuck und Bargeld im Wert von mehreren tausend Euro.
  • Zwei Männer gaben sich als Kriminalpolizei aus und stahlen während eines Ablenkungsmanövers.
  • Gesuchter: etwa 30–40 Jahre, 1,80 m, dunkle Augen und Haare, dunkle Kleidung, akzentfreies Deutsch.
  • BKA meldet steigende Schäden: „Falscher Polizist“ 2024 bis 2025 von 30,1 auf 49,5 Mio. Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach einem Betrug in Lübbenau im Landkreis Oberspreewald-Lausitz fahndet die Polizei mit einem Phantombild nach einem mutmaßlichen Täter. Eine Seniorin verlor dabei Schmuck und Bargeld im Wert von mehreren tausend Euro.

Wie die Polizeidirektion Süd in Cottbus mitteilte, ereignete sich die Tat am 10. Juni 2026. Zwei Männer hatten sich demnach als Mitarbeiter der Kriminalpolizei ausgegeben und bei der Frau geklingelt. Sie erklärten ihr, bei einer Festnahme sei ein Zettel mit ihren Personendaten gefunden worden, sagte Polizeisprecher Christian Nüßler.

Die Seniorin ließ die Männer daraufhin in ihre Wohnung und zeigte ihnen, wo sie ihre Wertsachen aufbewahrte. Während ein Täter die Frau ablenkte, stahl der andere Schmuck und Bargeld.

Polizei erstellt Phantombild und Täterbeschreibung

Im Zuge der Ermittlungen erstellte die Polizei nun ein Phantombild und eine Täterbeschreibung. Gesucht wird ein Mann im Alter von etwa 30 bis 40 Jahren. Er soll etwa 1,80 Meter groß sein, dunkle Augen und dunkle Haare haben sowie dunkle Kleidung getragen haben. Nach Polizeiangaben sprach der Mann akzentfreies Deutsch.

Die Ermittler fragen jetzt, wer die beschriebene Person kennt, Angaben zu ihrer Identität machen kann oder den Mann im Raum Lübbenau gesehen hat. Auch Hinweise zum Aufenthaltsort des Gesuchten sind für die Polizei von Interesse.

Phantombild des falschen Polizisten und eine Rentnerin, die nur noch das Bargeld in ihrer Geldbörse hat.

Hinweise zu falschen Polizisten gesucht: In Lübbenau im Spreewald haben Betrüger einer Senioren Schmuck und Bargeld gestohlen. Sie hatten sich als Polizisten ausgegeben und klingelten an der Wohnungstür der Frau, der nur noch das Kleingeld in ihrer Geldbörse blieb. Mit einem Phantombild (Foto links im Bild) bittet die Polizei jetzt die Bevölkerung um Hilfe.

Polizei Brandenburg/Felix Kästle/dpa

Hintergrund des Falls ist eine Betrugsmasche, bei der sich Täter telefonisch oder persönlich - wie in diesem Fall - als Polizeibeamte ausgeben. Unter Vorwänden wie angeblichen Einbrüchen in der Nachbarschaft oder einer angeblichen Überprüfung der Sicherheit von Wertsachen bringen sie ihre Opfer dazu, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände herauszugeben.

Schaden durch falsche Polizisten stark gestiegen

Laut Bundeskriminalamt (BKA) ist der Schaden durch solche Delikte zuletzt deutlich gestiegen. Besonders in der Kategorie „Falscher Polizist“ nahm der registrierte Schaden zu. Nach Angaben des BKA stieg er von 30,1 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 49,5 Millionen Euro im Jahr 2025. Die Zahl der erfassten Fälle erhöhte sich im selben Zeitraum von 3946 auf 4646.

Die Polizei warnt erneut davor, Unbekannte ungeprüft in die Wohnung zu lassen oder ihnen Bargeld, Schmuck oder andere Wertsachen auszuhändigen. Ähnliche Fälle mit falschen Polizeibeamten hatte es zuletzt auch in anderen Teilen Brandenburgs gegeben. Dabei brachten Täter Senioren teils um hohe Geld- und Sachwerte.

Es gibt noch eine weitere Betrugsmasche, bei der sich Betrüger auch gern als Polizisten ausgeben. Mit einem Schockanruf wollen sie ihre Opfer mit dem Enkeltrick überlisten. Dabei werden emotionaler Druck und fingierte Notsituationen verwendet, um Opfer - in den meisten Fällen ältere Menschen - zur Herausgabe von Bargeld oder Wertsachen zu bewegen. Angebliche Familienmitglieder melden sich und berichten von Notlagen, weshalb sie Geld brauchen. Oder es rufen angebliche Ärzte oder Staatsanwälte an und berichten von einem Unfall oder einer Straftat, weshalb ein naher Angehöriger Geld brauche.

Mithilfe des Enkeltricks beziehungsweise von Schockanrufen wurden nach BKA-Angaben im Jahr 2025 rund 49 Millionen Euro erbeutet, im Vorjahr 2024 waren es rund 46,4 Millionen Euro. Die Zahl der erfassten Fälle sank in diesem Bereich von 6658 auf 4798. (mit dpa)