Kaum fertiggestellt, schon preisgekrönt. Für den neuen Spielplatz „Spreewaldreich“ in Lübbenau wurde Fachbereichsleiter Sven Blümel am Freitag in Burg eine Auszeichnung von Vertretern der Ministerien für Umwelt und für Infrastruktur überreicht sowie 1000 Euro Preisgeld. Schon im vergangenen Jahr zur Nutzung übergeben indes wurde im Lübbenauer Ortsteil Leipe ein multifunktionales Gemeindehaus, das einst die Dorfschule war. Auch für dieses Objekt gab es Urkunde und Preisgeld für die Lübbenauer.

Aber auch noch drei weitere hervorragende Beispiele für Baukultur beziehungsweise Garten- und Landschaftsgestaltung im Biosphärenreservat Spreewald hielt eine Jury für preiswürdig: den Gutshof Sagritz von Jens Rinka in Golßen sowie in Burg die Hofstelle der Familie Mydlack und den Kräutergarten der Lebenshilfe Werkstätten. Zur Preisverleihung traf man sich auf dem Schlossberghof in Burg, wo das Biosphärenreservat eine Außenstelle hat.

Fünfköpfige Jury

Das Schöne an dieser Preisverleihung sei doch, so Andreas Fink vom Referat Baukultur im Ministerium für Infrastruktur, dass auch mal kleinere Projekte in kommunaler oder privater Hand eine Würdigung erfahren, die wichtig sind. Wobei Fink mit wichtig „nachhaltig“ meint. Bedeutet: Es mussten keine Flächen neu versiegelt werden, schon vorhandene Infrastruktur wurde aufgewertet. Zur Nachhaltigkeit gehöre außerdem, dass die Gebäude oder Anlagen einen sozialen Zweck erfüllen und wirtschaftlich sind. Ökonomisch, ökologisch und sozial eben, so der Naturschutzexperte.

Was recht abstrakt klingt und akademisch, wurde konkret durch die Arbeit der Jury. Ihr gehörten an: Julia Günzel vom Spreewaldverein, Jürgen Othmer von der Lübbenaubrücke, Architektin Barbara Hitzer, Barbara Helbig von der Interessengemeinschaft Bauernhaus in Burg und Biosphärenreservatsleiter Eugen Nowak, unterstützt von seinem Stellvertreter Michael Petschick. Im Team wurden die Bewerbungen gesichtet, danach die Auswahl getroffen. Die Preisgeldgeber haben die Akteure vor Ort machen lassen und ihrem Urteil vertraut.

Geradezu begeistert, sagte Petschick, war die Jury beispielsweise vom neuen Lübbenauer Spielplatz, der für 1,2 Millionen Euro in der Poststraße entstanden ist. „Das ist ein Spreewald im Kleinen mit vielen tollen spreewaldtypischen Elementen, die Kinder in der Natur wieder entdecken können.“ Das Gemeindehaus in Leipe hingegen punkte mit Vielfachnutzung. Gemeinde, Feuerwehr und Vereine nutzen es. Außerdem werden im Obergeschoss Gästewohnungen vermietet, sodass Einnahmen erzielt werden können.

Aber auch der Gutshof mit Pension und Café in Sagritz beeindruckte die Jury und sei ein gutes Beispiel für den behutsamen Umgang mit dem Bestand, so Petschick. In Burg wird die Familie Mydlack die Hofstelle selbst als Wohnraum nutzen. Der Aufwand, der bei der Sanierung getrieben wurde, sei sehr groß gewesen, so Karsten Mydlack. Unter anderem wurde Wert gelegt auf ökologische Zellulosedämmung, die Heizung verläuft unter dem Lehmputz. Erst in dieser Woche sei die Hofstelle mit zwei Gebäuden um eine Scheune erweitert worden, die umgesetzt wurde.

Noch mehr Preise

In den nächsten Wochen werden auch in den Biosphärenreservaten Flusslandschaft Elbe sowie Schorfheide Chorin Nachhaltigkeitspreise verliehen. Es gibt auch dort jeweils 1000 Euro für jedes Objekt, so Frank Reichel, Abteilungsleiter Naturschutz im Umweltministerium und ebenfalls bei der Preisverleihung in Burg zugegen. Seit 2014 werden in Brandenburg alle zwei Jahre Nachhaltigkeitspreise vergeben, es stünden jeweils insgesamt 15 000 Euro Landesmittel zur Verfügung. Positiv zu sehen sei, dass hierbei zwei Ministerien kooperieren, so Reichel. Wahrscheinlich werde das künftig häufiger der Fall sein.