Was tun, wenn es brennt?: Diese Infos erhalten Wobau-Mieter aus Luckau

Mieterinnen und Mieter der Wobau Luckau werden künftig informiert, was im Brandfall zu tun ist. Das Pilotprojekt zwischen dem Kreisfeuerwehrverband LDS und der Wobau Luckau soll eine Hilfestellung sein, was zu tun ist, wenn es brennt. Links: Christian Schmidt vom Kreisfeuerwehrverband LDS e.V. Rechts: Thomas Brokmeier, Wohnungsbaugesellschaft Luckau
Julia SiebrechtÜber 3900 Rauchwarnmelder sind in den etwa 1000 Wohnungen der Luckauer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH (Wobau Luckau) installiert. Doch wie verhalten sich Mieterinnen und Mieter am besten, wenn der Rauchwarnmelder im Brandfall Alarm schlägt?
Im Rahmen eines Pilotprojekts des Kreisfeuerwehrverband Dahme-Spreewald e.V. und der Wobau Luckau können sich Mieterinnen und Mieter künftig informieren, was zu tun ist, sollte ein Feuer in der Wohnung oder im Wohnhaus ausbrechen. Das Projekt läuft in Kooperation mit der Initiative "Rauchmelder retten leben".
„In Deutschland gibt es jährlich etwa 400 Brandtote“, sagt Christian Schmidt, Fachausschussleiter Brandschutzerziehung im Kreisfeuerwehrverband Dahme-Spreewald. Bei Wohnungsbränden besonders gefährdet seien Senioreninnen und Senioren.
Der stellvertretende Luckauer Stadtbrandmeister meint, dass Rauchmelder, die seit 2021 zur Pflichtausstattung in Wohnungen gehören, seiner Einsatzerfahrung nach durch eine frühzeitige Alarmierung vielfach schon Schlimmeres verhindert hätten.
Beim Brand in einer Wohnung zählt jede Sekunde
Ein Drittel aller Wohnungsbrände entsteht aufgrund elektrischer Defekte von zum Teil veralteten Geräten. In die Jahre gekommene Haushaltsgeräte wie Bügeleisen, Wasserkocher und Heizdecken sollten deshalb durch selbstabschaltende Geräte ersetzt werden, wird von der Initiative "Rauchmelder retten Leben" empfohlen. Auch angesammelte Flusen im Trockner würden eine hohe Brandgefahr darstellen, so Christian Schmidt.
Was tun, wenn es brennt?
Beim Ausbruch eines Feuers in der Wohnung empfiehlt Christian Schmidt, das Löschen den Profis zu überlassen. Wenn möglich, sollte der Betroffene die Tür zum Raum, in dem es brennt, schließen. Das helfe dabei, die Ausbreitung des Brandrauches in der Wohnung einzudämmen. Bereits wenige Atemzüge von giftigem Brandrauch können zur Bewusstlosigkeit führen. Es kommt also darauf an, die Wohnung so schnell wie möglich zu verlassen.
Halten sich noch weitere Bewohner in der Wohnung auf - diese alarmieren. Beim Verlassen der Wohnung sollten möglichst Wohnungsschlüssel und Telefon mitgenommen werden. Zudem sei wichtig, auch die Wohnungstür zu schließen. Nach Verlassen des Hauses sollte die 112 gerufen werden. Auch die Nachbarn im Haus sollten gewarnt werden.
„Brandschutz für Senioren“ als Flyer für Mieter
Die Initiative "Rauchmelder retten Leben" stellt Flyer zum Verhalten im Brandfall zur Verfügung. Diese sollen künftig mit neuen Mietverträgen ausgeteilt und in den Hausfluren der Wobau Luckau ausgehängt werden, sagt Thomas Brokmeier, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Luckau.
Des Weiteren gibt es auch eine Informationsbroschüre "Brandschutz für Senioren". Eine Checkliste soll Luckauer Mieterinnen und Mietern helfen, mögliche Gefahrenquellen zu erkennen und für einen altersgerechten Brandschutz zu sorgen. Der Flyer zum Verhalten im Brandfall wird auch in ukrainischer Sprache angeboten.
Für gehörlose oder schwer hörgeschädigte Menschen gibt es auch spezielle Rauchwarnmelder, die neben einem akustischen Signal über Lichtsignale oder Vibrationen eines Rüttelkissens vor einer Rauchentwicklung in der Wohnung warnen.
Im Bedarfsfall können die Kosten für solche Spezialrauchmelder auch von der Krankenkasse übernommen werden. Hierfür muss der Krankenkasse eine ärztliche Verordnung vorgelegt werden. Welche Rauchmelder konkret infrage kommen, muss mit der jeweiligen Krankenkasse geklärt werden.
So funktionieren Rauchmelder
Im Regelfall werden in Wohnungen sogenannte optische Rauchwarnmelder eingebaut. Diese bestehen aus einer Rauchkammer, in die Raumluft einströmt. Andere Kleinstpartikel können durch seitlich angebrachte Kaskaden nicht in diese Kammer eindringen.
Auf diese Weise wird das Auslösen von Fehlalarmen verhindert. Im Inneren des Rauchmelders befindet sich eine Diode, die regelmäßig ein Infrarotsignal aussendet. Solange kein Rauch in die Kammer eindringt, wird das Signal auch nicht reflektiert. Im Falle einer Rauchentwicklung wird das Infrarotsignal durch in die Rauchkammer eindringenden Rauchpartikel gebrochen und von einer Fotodiode empfangen. Das Signal wird ausgewertet und ein akustischer Alarm ausgelöst. Der hohe Piepton alarmiert den Mieter oder auch die Nachbarn.
Rauchmelder in den Wohnungen der Wobau Luckau sind fernwartbar
Die Rauchmelder in den Wohnungen der Wobau Luckau sind über einen Datensammler, der in den Hausfluren installiert ist, fernauslesbar und fernwartbar. Über diese werden Messwerte gesammelt, unter anderem etwa auch zum Heizkosten- oder Wasserverbrauch.
Dabei werden keine persönlichen Daten der Mieter erfasst. Anstelle von Namen ordnet der Datensammler die jeweiligen Messwerte bestimmten Nummern zu. Bis spätestens 1.1.2027 ist eine Umstellung auf fernauslesbare Messgeräte in Miethäusern erforderlich. Verpflichtet dazu ist der Vermieter.
Die Webseite www.rauchmelder-lebensretter.de bietet viele Informationen zum Thema Rauchmelder und Brandschutz. Darunter auch ein Selbsttest in Videoform "Was machst Du, wenn's brennt?"




