Ein erster Fall von Geflügelpest in dieser Saison ist in Lübben aufgetreten. Der Erreger H5N8 wurde bei einem Wildvogel einer Saatgans nachgewiesen. Das Tier wurde im Lübbener Stadtteil Steinkirchen tot aufgefunden. Der Nachweis erfolgte gestern vom nationalen Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut. Das meldet der Landkreis Dahme-Spreewald. Seit Oktober wurde besonders im Norden Deutschlands das für Geflügel hochansteckende und pathogene Geflügelpest-Virus mit dem Subtyp H5N8 nachgewiesen. Nachdem zunächst Fälle in Schleswig-Holstein und Mecklenburg gemeldet wurden, sind nun zunehmend auch südlichere Bundesländer mit Ausbrüchen bei Wildvögeln und Nutzgeflügelbeständen betroffen.
Das Risiko für eine weitere Ausbreitung besonders in Wasservogelpopulationen und für Einträge in Geflügelhaltungen und Vogelbeständen wird vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit als hoch eingestuft. Dahme-Spreewald gehört zu den geflügelreichsten Landkreisen in Brandenburg. Die Veterinärbehörde appelliert an alle Geflügelhalter, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu prüfen und zu intensivieren. Eine Aufstallung des Geflügels wird aufgrund der aktuellen Lage im gesamten Landkreis, auch außerhalb der Restriktionsgebiete, empfohlen. Die Restriktionsgebiete sind in der Allgemeinverfügung vom 11. Dezember des Kreises Dahme-Spreewald zu finden. Tote und kranke Wildvögel, insbesondere Wassergeflügel, sollten zur Feststellung der Seuchenausbreitung im Wildvogelbereich und zur Reduktion des Infektionsdruckes der Untersuchung und Entsorgung zugeführt werden.
Landrat Stephan Loge erinnert sich: „Im Januar 2017 hatten wir den größten Geflügelpest-Ausbruch in Brandenburg. 45 000 wertvolle Zuchtputen mussten im Landkreis getötet werden. Neben der Corona-Pandemie sind die Afrikanische Schweinepest und das Geflügelpest-Geschehen derzeit sehr besorgniserregend. Hoffen und tun wir alles dafür, um die Geflügelbestände zu schützen.“