Einen der größten Ermittlungserfolge des Jahrzehnts konnten Zollfahnder im vergangenen April In Dahme-Spreewald machen. In einem Tanklaster aus Spanien hatten Drogenschmuggler über 100 Kilogramm Marihuana gefunden. In der Lagerhalle in Dahme-Spreewald wollten die Bande die Drogen umschlagen. Nun sind die Ermittlungen abgeschlossen. Der Prozess kann beginnen.

Wie die Staatsanwaltschaft Dresden am Montag berichtet, hat sie Anklage gegen fünf Männer erhoben: einen 36-jährigen Albaner, einen 45-jährigen Turkmenen, einen 22-jährigen Albaner, einen 45-jährigen Deutschen und einen 51-jährigen Spanier. „Den fünf Männern liegt unerlaubtes Handel-treiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in bis zu 18 Fällen zur Last“, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

Zwei Albaner als Strippenzieher der Drogenbande

Die beiden albanischen Beschuldigten sollen laut Anklage für die Anlieferung der Drogen und deren Verteilung an Abnehmer im gesamten Bundesgebiet verantwortlich gewesen sein. Sie sollen unter anderem Anfang 2019 in vier Fällen jeweils mindestens 180 Kilogramm Marihuana bestellt haben.

Geliefert wurden die Drogen in einem umgebauten Tanklaster aus Spanien. Das Lager in Dahme-Spreewald diente als Umschlagplatz. Von dort wurden die Drogen dann nach Berlin gebracht, wo der angeklagte Deutsche eine Wohnung als Zwischenlager zur Verfügung stellte.

Lieferung im umgebauten Tanklaster

Darüber hinaus bestellten die beiden albanischen Beschuldigten im April 2019 mindestens 114,7 Kilogramm Marihuana, das in diesem Fall von dem spanischen Beschuldigten in dem umgebauten Tanklastwagen angeliefert wurde. 42,7 Kilogramm Marihuana aus dieser Menge konnten bei einer Durchsuchung am in Leipzig, weitere 16,23 Kilogramm Marihuana in dem Zwischenlager in Berlin sichergestellt werden, informiert die Staatsanwaltschaft.

Der turkmenische Beschuldigte soll das Lager in Dahme-Spreewald zur Verfügung gestellt haben.

Die Albaner stehen zudem im Verdacht weitere Kuriere angeheuert zu haben, die die Drogen unter anderem nach Dresden, Essen, Hannover und Minden liefern sollten. Mindestens zehn dieser Lieferungen sollen erfolgreich gewesen sein. zwei fing die Polizei ab.

Das Landgericht Dresden muss nun über die Zulassung der Klage entscheiden. Vier der fünf Beschuldigten sitzen seit April 2019 in Untersuchungshaft.