Totes Kind in Mittenwalde: Mutter von totem Jungen (6) mit Geständnis – Haftbefehl erlassen

Die Polizei hat bei Mittenwalde (Dahme-Spreewald) ein totes Kind (6) in einem Auto gefunden. Die Mutter saß ebenfalls im Fahrzeug und wurde festgenommen.
Dennis Lloyd BrätschNach dem Fund eines toten Kindes in einem Auto im brandenburgischen Mittenwalde hat die Mutter bei der Polizei ein Geständnis abgelegt. Das teilte ein Polizeisprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Nach ersten Ermittlungen könnte die 40-Jährige für den Tod des sechsjährigen Jungen verantwortlich sein. Das Amtsgericht Königs Wusterhausen hat Haftbefehl erlassen.
Das Kind war Polizeiangaben zufolge sechs Jahre alt. Zum Geschlecht des Kindes machte die Polizei zunächst keine Angaben, später wurde bekannt, dass es sich um einen Jungen handelt.
Einsatzkräfte hatten den abgestellten Wagen am Montag (15. Januar) gegen 1.52 Uhr auf einer Straße im Ortsteil Ragow entdeckt. Die Mutter soll vor der Autofahrt einen Brief an Familienangehörige geschrieben haben. Das berichtet die „Bild“. Darin soll sie eine „abstruse Erklärung“ für ihre Tat abgegeben haben: Sie wolle ihren Sohn von einer „Krankheit befreien“, heißt es darin.
Vater meldete Mutter und Kind als vermisst
Der Vater hatte am Sonntagabend seine Frau und das gemeinsame Kind in Königs Wusterhausen als vermisst gemeldet. Einsatzkräfte der Polizei hatten daraufhin nach der Frau und dem Kind gesucht. Auch ein Hubschrauber der Brandenburger Polizei ist dafür im Einsatz gewesen. Sie fanden das Auto am frühen Montagmorgen auf einem kleinen Waldweg im Mittenwalder Ortsteil Ragow.
Im Innenraum befanden sich das tote Kind und die Frau. Die 40-Jährige war den Angaben zufolge noch am Leben und wurde von den herbeigerufenen Rettungskräften medizinisch versorgt. Für den Sechsjährigen konnte der Notarzt nichts mehr tun.
Totes Kind in Mittenwalde: Obduktion geplant
Für Montagnachmittag war die Obduktion der Leiche des Kindes geplant, um die Ursache für den Tod des Jungen zu klären. Das Ergebnis der Untersuchung lag am Dienstag noch nicht vor, wie die Polizei mitteilte. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Cottbus zum genauen Hergang und zu den Hintergründen dauerten an.

Bei dem Kind soll es sich um einen 6-jährigen Jungen handeln.
Dennis Lloyd BrätschWeitere Einzelheiten wollte der Sprecher mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht nennen. Auch zur Art und Schwere der Verletzungen der 40-jährigen Mutter und ob sie sich diese möglicherweise selbst zugefügt hat, machte die Polizei am Dienstag keine Angaben. Zu möglichen Suizidabsichten äußerte sich ein Sprecher der Polizeidirektion Süd ebenfalls nicht.
Kriminaltechniker waren am Montagvormittag am Fundort, um den Wagen nach Spuren zu untersuchen. Der Skoda wurde im Anschluss daran durch die Polizei sichergestellt. Ob es sich bei dem Skoda mit Kennzeichen aus dem Landkreis Dahme-Spreewald um den Wagen der 40-Jährigen handelt, ist noch unklar.
Weg nahe der A10 am Schönefelder Kreuz
Das Auto wurde in der Nähe des Schönefelder Kreuzes an der A10 gefunden. Dort stand das Fahrzeug am Rande eines Waldstücks am Wüstermarker Weg neben der Betonplattenstraße. Der Fundort liegt abgelegen vom Ortsteil Ragow und ist wenig befahren.
Erst im vergangenen September hatte in der Region im Süden Berlins der Fall eines toten Kindes und seiner Mutter für Aufsehen gesorgt. Angehörige in Berlin hatten die Frau als vermisst gemeldet. Die Polizei fand sie und ihr Kind dann in einem Wald bei Großbeeren-Diedersdorf (Landkreis Teltow-Fläming). Das Kind lag leblos in einem Fahrradanhänger, die Mutter in unmittelbarer Nähe. Die Frau soll zuerst das Kind und dann sich selbst getötet haben.
Hinweis: Wir berichten nur in Ausnahmefällen über mutmaßliche Suizide, um keinen Anreiz für Nachahmung zu geben. Wenn Sie selbst depressiv sind, wenn Sie Suizid-Gedanken plagen, dann kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge im Internet oder über die kostenlose Hotline 0800 1110111 oder 0800 1110222 oder 116123. Die Deutsche Depressionshilfe ist in der Woche tagsüber unter 0800 33 44 533 zu erreichen.

