Spreewaldklinik in Lübben: Schonende OP dank Laser – Chirurg schwört auf neue Technik

Dr. Ronny Hendrischke ist Facharzt für Chirurgie am Klinikum Dahme-Spreewald in der Spreewaldklinik Lübben.
Steffen Rasche/KDSProktologische Erkrankungen sind für viele Betroffene ein Tabuthema – und zugleich oft recht schmerzhaft. Hilfe finden Patienten zum Beispiel in der Spreewaldklinik in Lübben; in der Abteilung für Chirurgie, die unter anderem auf Erkrankungen des Enddarms spezialisiert ist. Das dortige Team um Chefarzt Dr. Ronny Hendrischke arbeitet seit einigen Monaten mit Unterstützung durch Lasertechnologie.
„Wir setzen den Diodenlaser hauptsächlich bei Hämorrhoidalleiden ein, aber auch bei anderen proktologischen Erkrankungen wie Anal- und Steißbeinfisteln“, erklärt Dr. Hendrischke.
Minimalinvasive, schmerzarme Methode
„Wir stehen während der Behandlung am Patienten und arbeiten auf Sicht mit einer Einmalfaser, die etwa so fein wie eine Kugelschreibermine ist und nach einmaligem Gebrauch ausgetauscht wird. Durch einen ein bis zwei Millimeter kleinen Schnitt wird die Laserfaser in die Hämorrhoide eingeführt und hohe Energie eingeleitet. Dadurch schrumpft das Gewebe“, erklärt der Facharzt das Verfahren und fügt hinzu: „Etwa drei Wochen nach der Behandlung ist durch die körpereigenen Umbauprozesse der finale Zustand erreicht. Bisher sind die Ergebnisse, die wir bei der Nachuntersuchung kontrolliert haben, hervorragend – und die Patientinnen und Patienten begeistert.“
Die Betroffenen profitieren aus Sicht des Mediziners von der lasergestützten Technologie, weil diese schmerzarm und nahezu bluttrocken funktioniert. Außerdem dauert der Eingriff, der unter Narkose erfolgt, nur geringfügig länger als herkömmliche OP-Methoden, die ebenfalls nach wie vor in der Klinik angewendet werden.
Nach einer stationären Nacht im Krankenhaus können die Patienten meist bereits am Tag nach der Operation wieder nach Hause. Perspektivisch ist der Einsatz des Lasers aus Sicht des Chefarztes auch für die Behandlung von Krampfadern denkbar.
Ein Jahr MVZ-Chirurgie in Lübben
Viele der Patienten, die in der Spreewaldklinik wegen proktologischer Erkrankungen versorgt werden, waren zuvor in der Sprechstunde der chirurgischen Praxis im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Lübben. Dort klären Dr. Ronny Hendrischke und ein weiterer Facharzt Betroffene auf und haben auch Anschauungsmaterial wie eine Sonde zur Verfügung, um über das lasergestützte Verfahren zu informieren.
Seit mehr als einem Jahr bieten die Chirurgen der Spreewaldklinik ambulante Sprechstunden im MVZ-Poliklinik Lübben an. „Das wird sehr gut angenommen“, zieht Dr. Ronny Hendrischke eine positive Zwischenbilanz. Die Kooperation entlaste zum einen die Klinik. Zum anderen werde damit das ambulante medizinische Angebot in Lübben gestärkt.
Schwerpunkt auf proktologischen Erkrankungen
Der medizinische Schwerpunkt der Chirurgie im MVZ liegt auf proktologischen Erkrankungen und Beratungen. Das Leistungsspektrum reicht jedoch von der Betreuung über die Behandlung und Nachsorge von Patienten mit gastroenterologischen, endokrinen und onkologischen Erkrankungen.
So suchen beispielsweise Patienten mit Magen- und Darmerkrankungen, Hernien, Gallensteinleiden, Schilddrüsenerkrankungen und diabetischem Fußsyndrom dort ärztlichen Rat. „Kleinere Eingriffe wie die Entfernung von Abszessen und Leberflecken oder Hautklammern und Fäden nach einem stationären Aufenthalt können wir direkt in der MVZ-Praxis übernehmen. Größere Eingriffe sind dann stationär oder ambulant in der Klinik besser aufgehoben“, sagt Dr. Ronny Hendrischke.
Termine für die Sprechstunden in der chirurgischen Praxis in der MVZ-Poliklinik Lübben sind über das:
- Zentrale Belegungsmanagement der Spreewaldklinik (Telefon 03546 75475),
- über das MVZ (Telefon 03546 75267)
- oder den Onlineservice Doctolib buchbar.
Klinikum Dahme-Spreewald
Unter dem Dach des Klinikums Dahme-Spreewald vereinen sich die beiden Standorte Spreewaldklinik Lübben und das Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen.
Die beiden Krankenhäuser versorgen jährlich mehr als 25.000 stationäre und mehr als 50.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Dafür stehen in den beiden Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung insgesamt 448 Betten in neun Fachbereichen zur Verfügung.
Der Landkreis Dahme-Spreewald hält 51 Prozent, der private Klinikkonzern Sana 49 Prozent des Klinikums Dahme-Spreewald.


