Spreewaldhof in Golßen: Gurkenproduktion gesichert – wie viele Jobs bleiben?

Der Standort Golßen ist gerettet. Beim „Abend der 1000 Lichter“ zeigten rund 200 Menschen ihre Solidarität mit den Mitarbeitern des Spreewaldhofs in Golßen.
Terence Lysavrynn Lee- Gurkenproduktion in Golßen gesichert, unklar wie viele Jobs bleiben.
- 220 Arbeitsplätze bedroht, genaue Zahl der geretteten Stellen unbekannt.
- Wirtschaftsminister Daniel Keller erleichtert, Standort bleibt erhalten.
- Bürgermeisterin Andrea Schulz lobt Engagement der Mitarbeiter.
- Golßen feiert 750 Jahre Stadt und 80 Jahre Spreewaldhof 2024.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Diese Nachricht verändert alles in Golßen. Die Landesregierung, der Landkreis und die Bürgermeisterin hatten wochenlang hart hinter den Kulissen verhandelt. Jetzt können sie das Ergebnis präsentieren: Die Produktion am Standort Golßen geht weiter.
An der Gesprächsrunde nahmen unter anderem Wirtschaftsminister Daniel Keller, der Landrat von Dahme-Spreewald, Sven Herzberger, die Bürgermeisterin von Golßen, Andrea Schulz, der Geschäftsführer der Spreewaldkonserve Golßen GmbH, Till Alvermann, der Betriebsratsvorsitzende der Spreewaldkonserve Golßen GmbH, Gerrit Höhne, sowie der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg, Dr. Steffen Kammradt, teil.
Das Gespräch brachte einen Durchbruch. Der Betrieb in Golßen soll zwar weiterhin umgebaut werden, wozu auch ein geplanter Abbau von Arbeitsplätzen zählt.
Allerdings soll Golßen auch in Zukunft als Produktionsstandort erhalten bleiben. Eine Verlagerung der Produktion von Golßen nach Schöneiche ist damit vom Tisch.
Spreewaldhof in Golßen bleibt
„Das Traditionsprodukt Spreewaldgurke wird auch in Zukunft in Golßen hergestellt. Ich bin sehr dankbar, dass es uns heute gelungen ist, gemeinsam mit der Spreewaldkonserve Golßen GmbH eine neue Perspektive für den Produktionsstandort in Golßen zu vereinbaren. Das ist eine wichtige Nachricht für die Beschäftigten sowie ein deutliches Signal für die Region“, erklärt Daniel Keller.

Golßen bleibt Produktionsstandort der Spreewaldgurke. Brandenburgs Minister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, Daniel Keller, ist zufrieden mit dem Ergebnis der Gespräche über den Spreewaldhof in Golßen
Soeren Stache/dpa„Die Beschäftigten sind sich darüber im Klaren, dass in dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation Umbaumaßnahmen auch am Standort Golßen notwendig sind. Aber jetzt gibt es die gemeinsame Zielsetzung, die Produktion in Golßen auch in Zukunft zu sichern. Wir werden mit unserer Wirtschaftsförderung das Unternehmen dabei unterstützen, einen Plan für die Zukunft des Produktionsstandortes zu entwickeln“, so der Minister.
Arbeitsplätze in Golßen werden teilweise abgebaut
Ähnlich äußert sich auch der Landrat des Landkreises Dahme Spreewald, Sven Herzberger. „Golßen und die Spreewaldgurke gehören zusammen. Dass der Standort gesichert bleibt, ist ein großer Erfolg für die Region. Trotz der notwendigen Umstrukturierungen bleibt so ein Stück Identität und Wirtschaftskraft im Landkreis Dahme-Spreewald erhalten. Unser Dank gilt allen, die diesen Kompromiss möglich gemacht haben. Der Landkreis wird alle Umbaumaßnahmen prioritär begleiten und unterstützen“, so Herzberger.

Golßen bleibt Produktionsstandort der Spreewaldgurke. Als die geplante Schließung bekannt wurde, protestierten Mitarbeiter vom Spreewaldhof vor dem Werkstor in Golßen.
Patrick Pleul/dpaAuch die Bürgermeisterin der Stadt Golßen ist vor allem erleichtert über diese Entscheidung. „Ich bin sehr erleichtert, dass wir heute diese Entscheidung verkünden dürfen. Die letzten drei Monate waren nervenaufreibend und gesprächsintensiv. Ich bin unglaublich dankbar für das Engagement der Beschäftigten, die letztlich, trotz ihrer eigenen Zukunftssorgen, auch dafür gesorgt haben, dass das Unternehmen die ursprüngliche Entscheidung überdacht und alle Vor- und Nachteile beider Standorte abgewogen haben“, so Andrea Schulz.

Golßen bleibt Produktionsstandort der Spreewaldgurke. Andrea Schulze macht sich in den Verhandlungen für den Erhalt der Obst- und Gemüseverarbeitung in der Spreewaldkonserve Golßen stark.
Andrea SchulzDie Bürgermeisterin äußerte sich zudem positiv über den Erfolg der Protestaktionen in der Stadt. „Letztlich ist es sicher auch eine emotionale Entscheidung, die von der starken Identifikation der Stadt, ihren Einwohnern und insbesondere der Beschäftigten mit dem Unternehmen und der Spreewaldgurke geprägt wurde. Auch wenn wir mit dem Erhalt des Produktionsstandortes Golßen nicht alle Arbeitsplätze retten können, so bleiben mit dieser Entscheidung sehr viele Perspektiven für die Entwicklung des Standortes offen. Das allein darf uns zuversichtlich stimmen. Golßen bleibt weiterhin Heimatstadt der Spreewaldgurke und darf berechtigt im kommenden Jahr nicht nur den 750. Geburtstag der Stadt Golßen, sondern auch den 80. Geburtstag des Spreewaldhofes feiern.“
Unklar, wie viele Arbeitsplätze in Golßen abgebaut werden
Die drohende Schließung der Spreewaldkonserve Golßen hatte die gesamte Region in Aufruhr versetzt. Seit fast 80 Jahren steht der Standort in Golßen für die Herstellung von Obst-, Gemüse- und Gurkenkonserven und gilt als Symbol für Tradition und Qualität. Golßen sollte ab 2026 nur noch als logistisches Zentrum dienen, was 220 Arbeitsplätze bedroht. Jetzt ist unklar, wie viele Arbeitsplätze gerettet werden können. Der Spreewaldhof (Spreewaldkonserve Golßen GmbH) gehört seit 2021 zur französischen Andros Gruppe. Das Unternehmen verarbeitet verschiedene Obst- und Gemüsesorten. In Ostdeutschland ist Spreewaldhof einer der zentralen Anbieter für eingelegte Gurken

