Solar im Spreewald: So stark wachsen Erneuerbare rund um Lübben und Lübbenau

Stecker-Solaranlagen für den Balkon können die eigene Stromrechnung senken. Zuschüsse dafür gibt es in Brandenburg aber nicht.
Sven Hoppe/dpaMehr Anlagen, höhere Einspeisemengen: Grüner Strom made in OSL und LDS boomt. Wie der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom mitteilt, wuchs die Zahl der Erneuerbare-Energien-Anlagen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz im vergangenen Jahr deutlich um fast 32 Prozent, im Nachbarlandkreis Dahme-Spreewald waren es 24 Prozent. Damit stieg auch die Nennleistung: in OSL um 4,6 Prozent auf 1.187 Megawatt, in LDS um 0,9 Prozent auf 688 Megawatt.
Zu den Erneuerbare-Energien-Anlagen zählt die Mitnetz Strom neben Windkraft- und Solaranlagen auch Biomasseanlagen, Geothermieanlagen, Wasserkraftanlagen sowie Deponiegas-, Klärgas- und Grubengasanlagen.
Maßgeblich verantwortlich für diese Entwicklung aber war die Photovoltaik. Die Zahl der Solaranlagen kletterte in Oberspreewald-Lausitz um gut 34 Prozent auf nunmehr 3.328 Stück. In Dahme-Spreewald konnte Mitnetz Strom ein Wachstum von 28 Prozent auf 1.737 Photovoltaik-Anlagen verzeichnen.
Immer mehr Balkonkraftwerke
Sogenannte Balkonkraftwerke, also steckerfertige Mini-Solaranlagen mit einer Leistung bis 600 Watt, spielen dabei eine besondere Rolle. Deren Zahl stieg im Landkreis Oberspreewald-Lausitz von gerade einmal 77 im Jahr 2022 auf 298 im Jahr 2023 – ein Plus von 287 Prozent. Ähnlich sieht es im Landkreis Dahme-Spreewald aus: Waren hier im Jahr 2022 noch 28 Balkonkraftwerke bei der Mitnetz Strom gemeldet, stieg deren Zahl im Folgejahr um 264 Prozent auf 102.
Die gleiche Entwicklung lässt sich auch bei den größeren Solaranlagen – zum Beispiel auf Dächern und Freiflächen – ablesen. Hier gab es 2023 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls satte Zuwachsraten: In OSL erhöhte sich die Zahl um 26 Prozent auf 3.030 Anlagen, in LDS um 23 Prozent auf 1.635.
Damit ist Photovoltaik die wichtigste Quelle für grünen Strom im Landkreis Oberspreewald-Lausitz und trägt gut 59 Prozent zur gesamten Nennleistung aller Erneuerbare-Energien-Anlagen bei. Im Nachbarlandkreis Dahme-Spreewald bleibt jedoch die Windkraft mit 479 Megawatt Einspeisemenge weiter an der Spitze. Hier tragen die Windenergieanlagen, beispielsweise im größten Windpark der Region bei Luckau, mehr als zwei Drittel zur gesamten Nennleistung bei
„Energiewende beginnt zu Hause und jeder Einzelne kann mitwirken“, sagt Christine Janssen, kaufmännische Geschäftsführerin der Mitnetz Strom. „Das Engagement unserer Netzkunden schlägt sich in den immer weiter steigenden Anschlussbegehren und Anmeldungen Erneuerbarer-Energien-Anlagen nieder. Der Zuwachs von Solaranlagen und auch Balkonanlagen ist dabei weiterhin auf Platz eins. Insgesamt macht Photovoltaik bereits über 50 Prozent der installierten Leistung erneuerbarer Einspeiser in unserem Netzgebiet aus. Dabei hat die Solarenergie im Jahr 2023 die Windkraft überholt. Trotzdem sind die Einspeisemengen bei der Photovoltaik wegen ihrer niedrigeren Stundenzahl mit voller Einspeisung geringer als bei Wind“, so Janssen weiter.
29.503 Quadratkilometer Netz
■ Das Netz der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom mbH (Mitnetz Strom) mit Sitz in Kabelsketal (Sachsen-Anhalt) erstreckt sich über 29.503 Quadratkilometer und wird in den vier Netzregionen Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Süd-Sachsen und West-Sachsen betreut.
■ Die Mitnetz Strom ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Envia Mitteldeutsche Energie AG.


