
Schlösser in der Lausitz: Dornröschens morbider Charme in Lieberose

Das Schloss Lieberose ist eines der größten Barockschlösser im Land Brandenburg. Zum Schloss gehört ein 34 Hektar großer Park. Schloss und Park besitzen eine prägende, städtebauliche Bedeutung. Aus einer Wasserburg des 14. Jahrhunderts entstand nach dem Stadtbrand von 1657 und in der Mitte des 18. Jahrhunderts eine barocke Vierflügelanlage. Das Stammhaus der Familie von der Schulenburg diente auch als Quartier des Landesherrn, des Kurfürsten von Sachsen und Königs von Polen. Im und nach dem II. Weltkrieg gingen der Nordflügel und ein Teil des Westflügels mit dem Schlossturm verloren. Aktuell wird ein Käufer für das Schloss gesucht.
Patrick Pleul
Das Lieberoser Schloss ist berühmt für seine erhaltenen Stuckdecken, Kachelöfen und wenigen reich verzierten Holztüren. Wer wird es aus dem Verfall wachküssen? Diese Frage machte 2017 bei der Rückkehr des Internationalen Festivals Rohkunstbau eine Arbeit zum Thema, indem einer der besser erhaltenen Räume mit Kuchentisch und Hochzeitstorte zum Einladungsort einer imaginären Festgesellschaft wurde.
Ingvil Schirling
Die Frontalansicht vom Schlosspark aus zeigt die ganze Dimension des Gebäudes. Die Außenhaut ist von der Brandenburgischen Schlösser GmbH gegen Wind und Wetter gesichert, doch im Inneren nimmt der Verfall von Jahr zu Jahr zu.
Ingvil Schirling
Das Schloss Lieberose wurde nach dem Krieg eine zeitlang als Internat genutzt. Spuren des Übergangs-Wohnens finden sich wie diese noch immer an den Wänden - Zeugnisse der Vergangenheit.
Ingvil Schirling
Blick auf die Kellergewölbe von oben - keine alltägliche Gelegenheit. Im Schloss Lieberose sind Ansichten alter Baukunst dieser Art möglich, weil teilweise die Fußböden fehlen.
Ingvil Schirling
André Matthes vom Lübbener Club Bellevue und Anika Schäfer, Projektleiterin des Kunstfestivals Aquamediale, belebten das Schloss 2016 nach langer Zeit mit einer Veranstaltung und zogen somit viel Aufmerksamkeit auf das Gebäude, auch als Kunststandort. So gelang es, Rohkunstbau wieder in die Region zu locken.
Ingvil Schirling