Karneval 2026 in Schlepzig: Deshalb zieht es Tausende zum Umzug am Rosenmontag

Die selbstgebauten Schaubilder – sogenannte Projekte – für den Umzug am Rosenmontag in Schlepzig sind jedes Mal ein Hingucker.
Jörg Tschirschke- Schlepzig feiert vom 14.–16. Februar die 130. Fastnacht mit Zampern und Umzug.
- Am 16. Februar startet der Rosenmontagsumzug um 14 Uhr am Brauhaus.
- Etwa 300 Aktive, rund 30 Projekte; 2000–3000 Besucher werden jährlich erwartet.
- Strecke mit zwei Pausen: Feuerwehr (ca. 14.45 Uhr) und Seniorenheim (ca. 15.30 Uhr).
- Tradition: seit 31 Umzügen; kreative Wagen, Süßigkeiten bei Kindern beliebt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am 16. Februar 2026 wird es erneut mehr Besucher als Einwohner in Schlepzig (Amt Unterspreewald) geben. Die Aktiven im Schlepziger Fastnachtsverein e.V. laden an dem Tag zum traditionellen Rosenmontagsumzug in ihren kleinen Spreewaldort ein. Rund 600 Einwohner leben derzeit in Schlepzig, berichtet Jörg Tschirschke, Vorsitzender des örtlichen Fastnachtsvereins.
Wie er sagt, wird 2026 vom 14. bis 16. Februar die 130. Schlepziger Fastnacht gefeiert – mit dem Zampern am Samstag und Sonntag sowie dem Rosenmontagsumzug und anschließendem Tanz im Gasthof zum Unterspreewald. „Es ist bereits der 31. Rosenmontagsumzug, denn ein Jahr vor der 100. Fastnacht absolvierten wir einen Probedurchlauf. Der kam gut an, war erfolgreich und gehört seitdem zu unserer Fastnacht dazu“, erzählt Jörg Tschirschke. Wie er sagt, führen die Schlepziger im Spreewald seines Wissens den einzigen Rosenmontagsumzug durch.
Warum es in Schlepzig einen Umzug am Rosenmontag gibt, hat laut Jörg Tschirschke eine einfache Erklärung: „Für das Zampern bauen viele Einwohner unterschiedliche Umzugswagen. Diese Projekte, wie wir sie nennen, hatten bisher nur diesen einen Auftritt in der Öffentlichkeit. Mit dem Umzug am Rosenmontag können wir sie noch einmal auf der Straße präsentieren.“
Rosenmontag 2026: 300 Aktive nehmen am Umzug in Schlepzig teil
Wie der Vereinsvorsitzende erzählt, werde Mitte Dezember begonnen, die Umzugswagen herzustellen. „Wer mitmacht, zieht sich dabei überwiegend in seine Scheune zurück und arbeitet an seinem Projekt. Was am Ende herauskommen soll, das bleibt bis zum Zampern geheim. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass niemand nachfragt und nachspioniert“, sagt Jörg Tschirschke.
2026 sei es jedoch eine besondere Herausforderung gewesen, die Projekte zu gestalten. „Ich habe von einigen Teilnehmern gehört, dass die Farbgebung dieses Mal besonders schwierig war. Aufgrund des Frostes ist die Farbe nicht gut getrocknet, sondern vielmehr angefroren. Das hatten wir bisher so noch nie erlebt“, verrät der Vereinschef.

Schlepziger sind beim Bau ihrer Schaubilder für den Rosenmontagsumzug stets besonders kreativ und einfallsreich.
Jörg TschirschkeEtwa 300 Teilnehmer werden ihm zufolge den Umzug gestalten. Sie würden nicht nur aus Schlepzig, sondern auch aus umliegenden Orten kommen – etwa aus Dürrenhofe, Pretschen, Hohenbrück, Krugau, Radensdorf und Dabendorf. Insgesamt werde es um die 30 Projekte geben.
„Es gibt kein offizielles Thema. Die einzige Vorgabe ist, dass sich nichts wiederholen darf. So sind stets neue Ideen gefragt und die Teilnehmer jedes Jahr gefordert, noch mehr in die Detailschärfe zu gehen“, erzählt Jörg Tschirschke.
Weil jedoch niemand wisse, was der andere baue, sei es bereits auch schon zu Dopplungen gekommen: „Beispielsweise hatten einmal zwei Projekte unabhängig voneinander das Film-Thema ‚Avatar‘ gewählt. Das war aber nicht schlimm, denn jeder hatte es aus seiner Sicht aufgegriffen.“
Karneval 2026: Wann der Umzug in Schlepzig am Rosenmontag startet
Der Rosenmontagsumzug startet um 14 Uhr am Brauhaus in der Dorfstraße. Sammelpunkt für die Teilnehmer sei der Parkplatz am Hafen. Dann wird Aufstellung genommen.
Angeführt werde der Umzug von Johannes Schiela, dem Jugendprinz, mit seiner Freundin, sowie von Ronny Miether, dem Erwachsenenprinz. Er sei vor 25 Jahren schon einmal Prinz gewesen. Hinter ihnen laufen die Musikanten aus Goyatz. „Sie begleiten in diesem Jahr seit 40 Jahren unser Zampern und den Rosenmontagsumzug. Es wird jetzt aus Altersgründen ihr letzter Auftritt bei uns sein“, erzählt Jörg Tschirschke.
Der Rosenmontagsumzug gehe auf der Dorfstraße entlang, vorbei an der historischen Dorfmühle, dem Gasthof zum Unterspreewald und dem Bauernmuseum bis zur Dorfstraße 86. „Dort biegen wir in die kleine Gasse neben der Dorfstraße rechts ein, um den Verkehr durchzulassen. Das wird von der Polizei geregelt. Dann geht es weiter am Eselspielplatz vorbei zur Feuerwehr. Dort gibt es die erste Verpflegungspause – etwa gegen 14.45 Uhr“, erzählt Jörg Tschirschke.
Im Anschluss – Blasmusikparty und Tanz mit Discomusik
Wie er sagt, stehen dort auch immer Kinder der Kita „Libelle“, um Bonbons und andere süße Leckereien zu erhaschen. Nach der Pause setzt sich der Umzug wieder in Bewegung. Es gehe über die große Dorfstraße zurück, bis zur Bergstraße. Hier biege der Umzug ein und ziehe bis zur Kuschkower Straße. Dann gehe es links weiter bis zum Seniorenheim. Hier gebe es gegen 15.30 Uhr die zweite Verpflegungspause. Bürgermeister Werner Hämmerling spendiere hier unter anderem Glühwein, Kaffee, Tee, Würste und Schnittchen.
Nach der Pause gehe es die Kuschkower Straße weiter bis zum Gasthof zum Unterspreewald in der Dorfstraße. „Dort endet der Umzug gegen 16 Uhr mit einer kleinen Blasmusikparty. Im Anschluss steigt ab 17 Uhr ein Tanzabend mit Discomusik bis Mitternacht. Hier kann jeder dabei sein. Eintritt gibt es nicht. So ist der Gasthof jedes Mal brechend voll“, erzählt Jörg Tschirschke.
Besucher schätzen die kreativen Umzugswagen in Schlepzig
Wie er sagt, kommen zwischen 2000 und 3000 Leute jedes Jahr zum Rosenmontagsumzug nach Schlepzig. Sie würden etwa aus Berlin, Königs Wusterhausen und Umgebung sowie aus Lübben und Umland anreisen. Ihre parkenden Fahrzeuge würden sich gut im Ort verteilen.
„Die Besucher schätzen die Kreativität der selbstgebauten Projekte, die auch wirklich jedes Jahr wunderschön aussehen und stets überraschen. Es weiß im Vorfeld niemand, was in diesem Jahr auf der Straße gezeigt wird. Das macht unseren Umzug so attraktiv. Und natürlich sind die Süßigkeiten, die von den Umzugsteilnehmern verteilt und teilweise geworfen werden, auch immer sehr beliebt“, erzählt Jörg Tschirschke.
Piratenschiff, Rennauto und Lok waren bereits auf der Straße
In der Vergangenheit konnten die Zuschauer ihm zufolge etwa schon ein goldenes Pferd mit Reiter bewundern, ebenso ein Piratenschiff, ähnlich der Black Pearl aus der Filmreihe ‚Fluch der Karibik‘ sowie Swarovski-Edelsteine und Schweine in einer Rakete. Auch eine Steampunk-Lok, ein Rennauto, ein Nachbau des Eiffelturms, ein drehbares Hexenhaus und ein Nachbau des trojanischen Pferdes zauberten die Umzugsteilnehmer auf die Straße.
„Einige Projekte werden sogar bis zum Sommer eingelagert und dann beim Kahnkorso zum Dorffest ein drittes Mal gezeigt“, sagt Jörg Tschirschke und schmunzelt. „Das ist dann quasi ihre Drittverwertung.“



