Parken in Königs Wusterhausen
: Neue Busse sollen Parkplatz-Situation entspannen

Bürgermeisterin Michaela Wiezorek (parteilos) soll prüfen lassen, wie Stadt- und Rufbusse den Verkehr in Königs Wusterhausen verbessern könnten. Was diese leisten würden und ob bald mit ihnen zu rechnen ist.
Von
Marlene Wetzel
Königs Wusterhausen
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In Zukunft könnten Stadt- und Rufbusse den Verkehr und die Parkplatzsituation in der Innenstadt von Königs Wusterhausen verbessern.

Marlene Wetzel
  • Königs Wusterhausen prüft Stadt- und Rufbusse, um Verkehr und Parkdruck zu mindern.
  • Parkplätze sind früh belegt, am Bahnhof gibt es 384 Gratisplätze für Langzeitparker.
  • Stadtbusse: engere Haltestellenabstände, Takt auf Regionalverkehr abgestimmt – Rufbus als Ergänzung.
  • Landkreis plant Nahverkehr 2026–2030 nach der Sommerpause 2026, Finanzierung des Rufbusses offen.
  • Stadt will Stadtbuskonzept ausschreiben, vorgesehen ist das 3. Quartal 2026, Kosten: 50.000 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Parkplätze in der Innenstadt von Königs Wusterhausen sind in der Regel frühmorgens schon belegt. Zumindest jene, wo länger als vier Stunden gratis geparkt werden kann. Wer hier nach 8 Uhr noch einen solchen Platz sucht, hat kaum eine Chance.

Für die vielen Pendler von Königs Wusterhausen ist die Situation eine echte Belastung im Alltag. Den 14.000 Ein- und 8.800 Auspendlern stehen am Bahnhof gerade mal 384 Parkplätze zur Verfügung, wo sie kostenlos länger als vier Stunden stehen können.

Eine Idee, die auch die Parkplatzsituation entlasten könnte, ist der Ausbau einer verlässlichen Busanbindung der Ortsteile an den Bahnhof, die auf den Zugverkehr abgestimmt ist. Im Oktober 2025 wurde die Bürgermeisterin von den Stadtverordneten beauftragt, ein sogenanntes Stadtbuskonzept erarbeiten zu lassen – und zwar „zeitnah“, um es in die Nahverkehrsplanung des Landkreises Dahme-Spreewald ab 2026 einzubringen. Aufgrund der laufenden Planungsprozesse sei eine kurzfristige Erstellung bis zum 2. Quartal 2026 besonders wichtig.

Stadtbusse unterscheiden sich von Regionalbussen

Auf dem Infoportal „mobil.nrw“ wird definiert, was Stadtbuskonzepte auszeichnet. Demnach verbinden Stadtbusse die Ortsteile direkt mit dem Zentrum oder zwei gegenüberliegende Ortsteile miteinander. Der Bus endet also nicht im Zentrum, sondern fährt weiter. Es kann aber auch eine zentrale Umsteigehaltestelle geben.

Stadtbusse fahren häufig und in einfach zu merkender Taktung in Abstimmung mit dem Regionalverkehr. Im Unterschied zu Regionalbussen halten Stadtbusse an vielen, modern gestalteten Haltestellen im Abstand von 300 Metern. Um die Geschwindigkeit der Busse zu erhöhen, können gesonderte Beschleunigungsmaßnahmen eingeführt werden. Nicht zuletzt können die Linienbusse durch flexible Rufbusse ergänzt werden.

Beim Rufbus handelt es sich um einen Bus, der bei Bedarf auf bestimmten Linien und zu bestimmten Zeiten bestellt werden kann. Wie Janet Grund, Sprecherin des Landkreises Dahme-Spreewald, bekannt gibt, fährt auch hier schon seit rund vier Jahren die von der Regionalen Verkehrsgesellschaft Spreewald mbH (RVS) und der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming mbH (VTF) gemeinsam betriebene Linie R 466. Dabei handele es sich um einen Flächenrufbus im Raum Luckau, Golßen und Dahme/Mark.

„Dalli“-Rufbus in Oder-Spree erfolgreich

Auch im Nachbarlandkreis Oder-Spree wird dieses Modell mit dem Dalli-Bus bereits erfolgreich umgesetzt. Die Nachfrage steigt sogar. Doch ein Rufbus kostet auch viel Geld. In Oder-Spree hatte es Anfang des Jahres 2026 deshalb Diskussionen gegeben, wie und wer ihn finanzieren soll.

Stadtbusse sollen Anbindung an Bahnhof verbessern

Im Zuge des Stadtbuskonzepts für Königs Wusterhausen, soll nun geprüft werden,  welche innerstädtischen Direktverbindungen zusätzlich eingeführt und wie die Anbindung der weiter entfernt liegenden Ortsteile verbessert werden könnte. Zudem, wie die Taktung in den Nebenverkehrszeiten optimiert, Anschlusszeiten am Bahnhof verkürzt und verlässliche Umstiege gewährleistet werden könnten. Auch die Einbindung eines Rufbusses und die Reaktivierung stillgelegter Bushaltestellen sollen untersucht werden. Ein zentrales Ziel der Maßnahme ist schließlich, den Anschluss der Umlandgemeinden an das Stadtgebiet zu verbessern.

Der Rufbus Dalli verkehrt seit April 2022 in Storkow und soll nun auch in anderen Kommunen von Oder-Spree unterwegs sein, darunter in allen Gemeinden vom Amt Scharmützelsee.

Der Rufbus Dalli verkehrt seit April 2022 in Storkow und soll nun auch in anderen Kommunen von Oder-Spree unterwegs sein.

Der Rufbus Dalli verkehrt seit April 2022 in Storkow im Landkreis Oder-Spree.

Marcel Gäding

Die Nahverkehrsplanung des Landkreises Dahme-Spreewald für den Zeitraum 2026–2030 soll laut Kreissprecherin Grund nach der Sommerpause 2026 entschieden werden. Laut Katrin Kunipatz, Sprecherin der Stadt Königs Wusterhausen, ist die Ausschreibung für die Erstellung des Stadtbuskonzepts aber erst für das 3. Quartal 2026 vorgesehen – scheinbar zu spät für die Nahverkehrsplanung des Kreises.

Kunipatz erklärt, dass sich durch die Nahverkehrsplanung des Kreises das Angebot des Linienverkehrs verändern könne und das Stadtbuskonzept deshalb im Nachgang erarbeitet werden soll. Das betreffe auch einen potenziellen Rufbus und dessen Finanzierung. Die Erstellung des Stadtbuskonzepts kostet die Stadt 50.000 Euro. Laut Beschlussvorlage sind die Kosten für das Jahr 2025 im Haushalt eingestellt.