Friedlich schläft Baby Caspar in seinem durchsichtigen Bettchen. Am Neujahrsmorgen, drei Minuten vor fünf kam er im Lübbener Krankenhaus auf die Welt. Zehn Tage länger als eigentlich errechnet, hat der kleine Kerl seine Eltern warten lassen. „Das es wirklich Januar wird, haben wir nicht geglaubt“, sagt Aileen Behrendt. „Zumal auch alle sagten, das Kind werde eher kommen.“

Die 33-jährige Mutter des Lübbener Neujahrsbabys sitzt am Tag nach der Entbindung entspannt am Tisch, neben sich das Bett mit dem jüngsten Familienmitglied. Ihr Mann Christian Behrendt war während der Geburt an ihrer Seite. Am Vormittag des letzten Tages im Jahr 2019 kamen beide ins Lübbener Krankenhaus. Hier war fast zwei Jahre zuvor im Februar 2018 schon Tochter Charlotte geboren worden.

Zwei Uhr ging es in den Kreißsaal

Ganz bewusst hatten sich die Eltern sich für den geringen Altersabstand zwischen ihren Kindern entschieden. „Wir finden es schön“, sagt Aileen Behrendt. Sie hofft, dass die Geschwister so eine engere Beziehung zueinander haben werden, als wenn fünf, sechs oder mehr Jahre zwischen ihnen liegen. Um sich selbst und die nun große Schwester besser auf den Neuankömmling vorbereiten zu können, hatte sich das Paar auch das Geschlecht des Babys sagen lassen.

Die Station war zum Jahreswechsel fast leer und das Personal entspannt, berichtet Aileen Beherndt vom Silvesterabend. Über kleine Aufmerksamkeiten, wie Pfannkuchen am Nachmittag oder passende Servietten, freute sich die werdenden Eltern. „Um Mitternacht haben wir mit alkoholfreiem Sekt angestoßen und aus dem großen Zimmerfenster das Feuerwerk über Treppendorf angeschaut“, sagt sie. Erst um zwei Uhr ging es in den Kreißsaal. Knapp drei Stunden später war das Baby da – 55 Zentimeter lang, 3875 Gramm schwer und mit Namen Caspar. „Ein besonderer und doch klassischer Name“, erklärt die Mutter. Von dessen Vorzügen sie ihren Mann aber erst überzeugen musste.

Caspar wohnt in Sagritz

Bisher sei der kleine Kerl entspannt und ruhig, so Aileen Behrend. Aber vielleicht sei er ja auch noch müde. Beim Trinken jedenfalls erinnere Caspar eher an Raupe Nimmersatt, aber das ist normal, ergänzt sie. Die Erfahrungen mit dem ersten Kind lassen sie entspannter sein. Und trotzdem frage sie ganz viel. Fragen, die ihr von einer Hebamme oder der Kinderkrankenschwester, die immer da sind, beantwortet werden. Trotzdem freut sich Aileen die Rückkehr in die eigenen vier Wände.

Die Familie wohnt in Sagritz, einem Golßener Ortsteil. Christian Behrendt ist Inhaber der Kanow Mühle, Aileen übernimmt die Büroarbeit. Auch ihre Schwiegereltern leben mit auf dem Hof. „Ich werde deshalb kein Jahr warten, bis ich wieder mit einsteige“, sagt Aileen Behrendt. Aber wie seine Schwester wird auch Caspar auch in den Kindergarten gehen. Der Platz sei schon angemeldet, es wird die gleiche kleine Einrichtung in Luckau sein, in der Charlotte sei fast einem Jahr betreut wird.

So viele Kinder wurden 2019 geboren:


Die Lübbener Geburtsklinik ist Teil Spreewald-Klinik, die mit dem Achenbach Krankenhaus in Königs Wusterhausen eine Einheit bildet. Wie Chefarzt Dr. Rüdiger Müller mitteilt, wurden im vergangenen Jahr 451 Kinder in Lübben geboren, 212 Mädchen und 239 Jungen. Vier Zwillingspaare waren darunter. Damit bleibe in Lübben die Zahl der Entbindungen sei einigen Jahren konstant. Die Eltern kommen aus dem Raum Luckau, Lübben, Calau und Lübbenau. Die meisten Kinder (82 Prozent) sind zwischen 2500 und 4000 Gramm schwer. Nur elf Prozent sind schwerer und sieben Prozent leichter.

Zwar können in der angeschlossenen Kinderklinik auch kleinere Kinder versorgt werden, so Müller, aber nicht für die Dauer, wie sie bei Frühgeborenen nötig ist. Deshalb dirigiert die Geburtsklinik Frauen mit Drillingen und Geburten vor der 32. Schwangerschaftswoche beispielsweise nach Cottbus.