Naturschutz kann einfach sein. Im Fall des Nabu-Projektes „Schwalben willkommen“ werden in jedem Jahr Menschen ausgezeichnet, die auf ihren Grundstücken Schwalben Unterschlupf gewähren. Im Fall von Sigrid und Kurt Matschke aus Ressen sind es in diesem Jahr fast 30 Rauchschwalbennester am Wohnhaus und im Stall gezählt worden. Fast alle waren bewohnt und die Vogeleltern zogen zwei Bruten erfolgreich auf. In diesen Tagen erhielt das Ehepaar deshalb die Auszeichnung „Schwalben willkommen!“. Die Plakette prangt nun neben am Hoftor.

Seit Mitte der 90er-Jahre nimmt die Schwalbenpopulation ab

Rauchschwalben schwirren auch auf dem Hof von Gerd Kühn in Goyatz umher. In seiner Garage habe sie Platz gefunden, um aus Lehm ihre Nester zu bauen. Er hat ebenfalls jetzt die Nabu-Auszeichnung bekommen. Weiter Plaketten vergab der Landesverband Brandenburg an Siegfried Pötschick in Zaue, Diana Becker in Neu Lübbenau, Horst Wehland in Steinkirchen und Olof Ulbricht in Schuhlen-Wiese.
Schwalben gehörten früher in den Dörfern zu den Frühlingsboten. Schließlich kehrten sie zwischen März und Mai aus den Winterquartieren in Afrika zu ihren Brutstätten zurück. Als sogenannte Kulturfolger haben sie sich an die von Menschen geprägte Umgebung angepasst. Mehlschwalben bauen ihr Nester an Dachvorsprüngen oder Balkondecken. Rauchschwalben bevorzugen Innenräume von Scheunen oder Garagen. Nur nehme seit Mitte der 90er-Jahre die Schwalbenpopulation ab. Ihr Lebensraum verschwindet, wenn Scheunen hermetisch abgeriegelt werden oder Wege mit Lehmpfützen versiegelt werden.