Lebenshof Freiimfelde
: So leben Sophie, Hope und Gregor auf dem Hof

Der Lebenshof Freiimfelde e.V. hat gemeinsam mit Künstlern aus Lübben und Berlin den Stall ihrer Hausschweine und Kaninchen umgestaltet. Die Vereinsvorsitzende sagt, worauf es bei der Freilandhaltung der Tiere ankommt.
Von
Julia Siebrecht
Luckau
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  • Die Hausschweine Sophie und Hope leben seit drei Jahren auf dem Lebenshof Freiimfelde e.V.

    Die Hausschweine Sophie und Hope leben seit drei Jahren auf dem Lebenshof Freiimfelde e.V.

    Kyle Reim
  • Vereinsmitgliederinnen und -mitglieder vom Lebenshof Freiimfelde e.V. vor dem neu gestalteten Schweinestall und Kaninchengehege. Auf dem Lebenshof sind vorrangig alte und kranke Tiere zuhause.

    Vereinsmitgliederinnen und -mitglieder vom Lebenshof Freiimfelde e.V. vor dem neu gestalteten Schweinestall und Kaninchengehege. Auf dem Lebenshof sind vorrangig alte und kranke Tiere zuhause.

    Siebrecht Julia
  • In der Box des kürzlich verstorbenen Pferdes Merlin erinnert nun ein Wandporträt an den langjährigen Bewohner des Lebenshofes. Ulrike Nieter aus Luckau hat es gemalt.

    In der Box des kürzlich verstorbenen Pferdes Merlin erinnert nun ein Wandporträt an den langjährigen Bewohner des Lebenshofes. Ulrike Nieter aus Luckau hat es gemalt.

    Kyle Reim
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Sophie und Hope haben auf dem Lebenshof Freiimfelde viel Auslauf und sind den ganzen Tag an der frischen Luft. Wenn es windet und regnet, machen sie es sich dann aber doch im Strohbett in ihrem Unterstand gemütlich. In der konventionellen Schweinehaltung in Deutschland ist es so, dass ein Mastschwein, das zwischen 50 bis 100 Kilogramm wiegt, mindestens 0,75 Quadratmeter Fläche eingeräumt werden muss. Auf dem Raum, der auf dem Lebenshof zwei Schweinen zur Verfügung gestellt wird, dürften in konventionellen Mastbetrieben in Deutschland knapp 200 Schweine stehen.

Dagegen seien die Auflagen für die Freilandhaltung von Schweinen in Deutschland sehr streng, sagt Simone Schalz vom Lebenshof Freiimfelde e.V. Unter anderem müsse der Auslauf dreifach umzäunt sein, damit jeglicher Kontakt zwischen Wild– und Hausschweinen ausgeschlossen werden kann. Er muss im unteren Drittel so engmaschig sein, dass Haustiere oder Wild diesen nicht überwinden können. Außerdem muss er gegen Unterwühlen gesichert sein.

Wie die beiden Hausschweine Sofie und Hope auf den Lebenshof kamen

Schweine sind Herdentiere und sollten nicht allein gehalten werden. Auf dem Lebenshof haben sie auch einen Bereich, wo sie sich suhlen können. Sophie und Hope sind Deutsche–Landrasse–Hausschweine und seit drei Jahren in Freiimfelde zu Hause. Hope war der Preis auf einem Schützenfest. Sophie ist einer jungen Frau zum Geburtstag geschenkt worden. Ursprünglich sollte es als Spanferkel gegrillt werden. Doch das wollte das Geburtstagskind nicht und so kam das Schwein zum Lebenshof.

Hope und Sophie sind Deutsche-Landrasse-Hausschweine. Sie lieben ihr dickes Strohbett.

Siebrecht Julia

Sophie und Hope bekommen nun einen neuen, größeren Stall. In dem Zuge soll auch der Auslauf ein Stück vergrößert werden. Eine Außenwand des Containers ist nun vom Berliner Illustrator und Graffitikünstler Florian Farbian gestaltet worden. Er hatte sich auf den Aufruf des Vereins in den sozialen Netzwerken gemeldet. Auf der Wand hat er in bunten Farben die Schweine porträtiert und eines ihrer liebsten Speisen: Kürbisse. Er besucht den Luckauer Ortsteil das erste Mal und verbringt mehrere Tage in einem Ferienhaus auf dem Grundstück.

An die Schweine wird zum Beispiel Grünfutter und Gemüse verfüttert. Die Schweine verbrauchen durchschnittlich zwei Kilo Futter am Tag. Hinzukommt Heu. „Da wir unsere Schweine nicht mästen, bekommen sie vergleichsweise deutlich weniger kalorienreiches Futter“, sagt Simone Schalz.

Was bei der Kaninchenhaltung draußen zu beachten ist

Die Kaninchen auf dem Lebenshof Freiimfelde e.V. haben sowohl Außengehege, als auch einen Innenbereich. „Wer ein Außengehege hat, sollte beachten, dass der Zaun auch unterirdisch liegt, ansonsten graben sich die Kaninchen natürlich heraus“, sagt Vereinsvorsitzende Simone Schalz. Von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz wird für zwei Kaninchen ein Auslauf von mindestens sechs Quadratmeter empfohlen. Da Kaninchen sehr soziale Tiere sind, ist es wichtig, dass sie mindestens zu zweit gehalten werden. Auch Unterschlupfmöglichkeiten sind wichtig. „Unsere Kaninchen können sich zum Beispiel im Stroh einmummeln und im Sand buddeln“, sagt Simone Schalz.

Kaninchen Gregor fühlt sich sichtlich wohl vor seinem neu gestalteten Gehege.

Siebrecht Julia

Ihre Krallen müssen regelmäßig geschnitten werden. Verfüttert werden unter anderem getrocknete Kräuter, Blätter, Äste und frisches Gemüse. Das Grundnahrungsmittel ist Heu. Wasser zum Trinken bekommen sie in Schalen. Trinkflaschen für Kaninchen gelten dagegen als unhygienisch. Die Kaninchen erhalten zudem jährliche Impfungen gegen die Seuchen Myxomatose, RHD und RHD2. Ungeimpfte Kaninchen, die sich mit diesen Viren infizieren, erkranken meistens schwer und sterben nicht selten daran.

Der Deutsche Riese Gregor leidet an einer Pododermatitis, eine Erkrankung der Fußsohle, die bei der Rasse nicht selten vorkommt. Behandelt wird die für das Tier schmerzhafte Krankheit mit einer entzündungshemmenden Salbe. Zum Schutz seiner wunden Läufe trägt das Kaninchen gelegentlich sogar kleine Schühchen.

Die Wandgestaltung am Kaninchengehe des Lebenshofs Freiimfelde e.V. hat der Lübbener Illustrator Sebastian Franzka, ein langjähriger Freund von Thomas und Simone Schalz, umgesetzt. Auch im Stall hat es eine kreative Veränderung gegeben. Die Luckauer Künstlerin, Ulrike Nieter, auch eine Mitbegründerin des Vereins, hat ein Wandbild des kürzlich verstorbenen Pferdes Merlin angefertigt an dem Ort, wo einmal seine Box gewesen ist. Das Pferd hatte zwölf Jahre auf dem Lebenshof verbracht.