Es war nur ein kurzer Sprung von einem Kunst- und Kunsthandwerkstand zum nächsten. „Ach, Sie sind aus Eichwalde? Da komme ich her!“ Birgit Simon war die Begeisterung anzusehen. Sie begleitete ihre Freundin Susann van den Daele (früher Gerlach), an deren Tisch sich Marmelade an Marmelade reihte. Birgit Simon hatte schräg gegenüber die Holzmanufaktur von Dirk und Nicola Fromme entdeckt, und was lag da näher, als den kurzen Hüpfer hinüber zu machen und Hallo zu sagen. Sie lebt zwischenzeitlich in Berlin, ist aber der Freundschaft zu Susann van den Daele wegen oft in Lübben. Und sogar „heimlich verliebt“ in die Stadt, wie sie gerne eingestand. „Mindestens ist es meine zweite Heimat“, waren sich die beiden Frauen einig.

Unverhoffte Begegnungen also, neue und alte Bekanntschaften, Kunst und Kunsthandwerk in schönem Ambiente und dazu die Musikschullehrerin und Sängerin Sylvia Hoffmann am Bechstein-Flügel, die mit Hingabe und großem Können Weihnachtshits schmetterte. Angesteckt von der allgemeinen Vorfreude zogen die Gäste von Stand zu Stand, kamen mit den Anbietern ins Gespräch. Regina Bach aus Zeesen hatte eine Ankündigung vom Kunstmarkt in der dortigen Zeitung gelesen. „Mensch, mal wieder raus, das ist doch schön“, dachte sie sich mit ihrem Mann. Interesse hatte sie aber auch, weil sie selbst töpfert. Sie ließ sich gerne vielfältig inspirieren und bilanzierte zum Kunstmarkt: „Ich habe ihn mir größer vorgestellt, finde es aber wunderbar, wie kreativ alle sind.“

Adventliche Handwerkskunst

Am Stand der eingangs erwähnten Eichwalder Holzmanufaktur entdeckte sie Waldgeister, Holzkumpel und eine Schlange mit goldenem Rücken und großen Augen. Nicola Fromme sah diese Form in dem länglichen Stück Astholz und arbeitete sie künstlerisch heraus. Ihr Herz hängt an den holzigen Wichtelfiguren und Steckspielen für Kinder. Ganz filigran ging es ein paar Stände weiter bei Konstanze Weidhaas zu, die den Lübbenern Lisa und Manfred Guschke gerne zeigte, wie sie Wildkräuter in Glas einschließt. Zwischen diesen beiden Angeboten lagen die Marmeladenmanufaktur, Gefäße der Lübbener Töpferei Sander, die Kunstwerke der Lübbener Karen Ascher und Sebastian Franzka, Geschichten des Autors Harald Linstädt und vieles mehr. In der Stadtbibliothek wurde vorgelesen, und der Rückzugsort für Kinder zum Basteln und Schmökern kam auch bei den Großen an. Es war ein reges Kommen und Gehen in beiden Häusern – und das kam auch der Klassenkasse der 5a der Jahn-Grundschule zugute. Diese verkauften Plätzchen zugunsten künftiger Fahrten und Team-Unternehmungen – und waren schon am frühen Nachmittag so gut wie ausverkauft.