(kkz) Im Amt Lieberose/Oberspreewald fehlt es an Standesbeamten. Wie Hauptamtsleiterin Kerstin Chilla erläutert, sei dieser Engpass so nicht absehbar gewesen. Üblicherweise verfügt die Amtsverwaltung über drei Standesbeamtinnen. Ab September wird es jedoch nur noch eine sein, weil eine Kollegin in den Altersruhestand geht und eine zweite den Arbeitsplatz wechselt.

Lange im Voraus habe sich das Amt um die entsprechende Qualifikation einer Nachfolgerin bemüht, so Chilla. Jedoch gäbe es in Deutschland nur eine Verwaltungsfachschule an der Personen, die bereits für den Gehobenen Dienst qualifiziert sind, in einer 14-tägigen Schulung zum Standesbeamten weitergebildet werden. „Im Oktober 2018 haben wir wegen der Schulung angefragt und einen Termin für Juli 2019 mitgeteilt bekommen“, sagt die Hauptamtsleiterin. An die bestandene Prüfung schließe sich aber noch ein halbes Jahr Praxis an, in dem die künftige Standesbeamtin parallel mit einer erfahrenen Kollegin mitläuft. Erst danach können die Standesbeamtin bestellt werden und allein den Dienst verrichten. Dies wäre im Februar 2020 der Fall.

Deshalb hat das Amt Lieberose bei der Stadt Lübben um Unterstützung angefragt. Ein entsprechender Vertrag über die interkommunale Zusammenarbeit ist vorbereitet worden und wird am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung (SVV) abgestimmt. Im Hauptausschuss erläuterte Bürgermeister Lars Kolan (SPD), dass es möglich sei, die Arbeitszeit der Lübbener Standesbeamtinnen aufzustocken, um die zusätzlichen Aufträge zu bearbeiten. Aus Sicht der Lieberoser Hauptamtsleiterin würde eine Unterstützung hauptsächlich bei Sterbefällen nötig sein oder im Krankheitsfall. Alle anderen Aufgaben lassen sich planen und an Urlaube anpassen. Eine persönliche Anwesenheit in Straupitz oder Lieberose sei dagegen nicht nötig, so Chilla, da in Lübben wie im Amt mit dem gleichen Programm gearbeitet werde. Für die Lübbener dürfte die Amtshilfe demzufolge kaum spürbar sein.

Unterzeichnet werden kann der Vertrag erst, wenn die Stadtverordneten zustimmen. Danach sieht es im Moment aus. Im Hauptausschuss wurde die Vorlage einstimmig für die SVV empfohlen. Hauptamtsleiterin Chilla kündigt an, die Ausbildung einer dritten Standesbeamtin vorzubereiten, um wieder einen sicheren Bestand zu haben. Jedoch vergehe zwischen Anmeldung und Ausbildung wiederum ein Dreivierteljahr.