Klassentreffen nach 50 Jahren: Ikarus-Bus bringt DDR-Schüler in ihre Schulen von 1976

Klassentreffen der Abschlussklasse von 1976: In einem Ikarus-Bus fahren die ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Polytechnischen Oberschule Neu Lübbenau 50 Jahre zurück in ihre Schulzeit in der DDR. Was sie dabei erlebten.
Jasmin Steffin- Ehemalige POS Neu Lübbenau feierten 50 Jahre Abschluss mit Ikarus-Bus und Fotos.
- Start in der „Zur Kurve“ mit Soljanka, Wiener Würstchen und Fahnenappell an der Schule.
- Tour zu Schulen in Neu Schadow, Hohenbrück, Schlepzig und Krausnick – Erinnerungsfotos inklusive.
- Auf dem Busradio lief der eigene Schlager „Lang, lang ist es her“, dazu Eis wie damals.
- In Krausnick gab es Simson-Prüfung, Unterrichtsrevue, DDR-Essen, Tanz und Diashow mit 70er-Musik.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für ehemalige Schülerinnen und Schüler der Polytechnischen Oberschule Neu Lübbenau ging es noch einmal zurück in die Vergangenheit. Am 50. Jahrestag ihres Schulabschlusses bestiegen sie im Sommer eine Zeitmaschine und landeten plötzlich wieder im Jahr 1976.
„Wir trafen uns, wie damals auch oft, in der Gaststätte ‚Zur Kurve‘ (damals ‚bei Petigk‘). Mit Soljanka und Wiener Würstchen mit Mostrich begann der Trip in die Vergangenheit“, berichtet Otto Schwadtke. Anschließend ging es zur Schule, wo der Tag mit einem Fahnenappell begann.
„Nach dem Lied von damals: ‚Heut ist ein wunderschöner Tag‘, begleitet von Veronika auf dem Akkordeon und dem Klassenfoto vor der damaligen Schule, ging es weiter zur alten Schule in Neu Lübbenau“, erzählt Otto Schwadtke: „Wir hatten uns vorgenommen, vor jeder Schule, die wir damals besuchten, ein Foto zu machen. Da es ja 1976 keine Handys gab, waren auch diese für einen Tag bei uns tabu.“ An Bord war Profifotografin Jasmin Steffin, die den Tag in Bildern festhielt.
Mit einem Ikarus geht die Tour bis nach Krausnick
Auf dem Weg zur alten Schule ging es am Bäcker „Vater“ vorbei, berichtet Schwadtke: „Da ging plötzlich die Tür auf und aus dem Stern-Rekorder klang: ‚In der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es geschehen‘. Und schon gab es für jeden ein Vanille-, Schoko- oder Fruchteis, wie damals.“
Nachdem das Foto vor der Schule geschossen worden war, stand der Bus für die weitere Zeitreise bereit: ein Ikarus, beschriftet mit „POS 1976“. Mit dem klapperten die 44 Schülerinnen und Schüler der damaligen Klassen 10a und 10b dann die Schulen in Neu Schadow, Hohenbrück, Schlepzig und Krausnick ab, um Erinnerungsfotos zu schießen.

Fahnenappell in Neu Lübbenau: 44 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen von 1976 waren im Sommer 2026 bei der Reise in die Vergangenheit dabei.
Jasmin Steffin„Während der Busfahrt gab es dann über das Busradio die Premiere unseres eigens für diesen Tag produzierten Schlagers“, berichtet Otto Schwadtke. In „Lang, lang ist es her“ werden alte Lehrer besungen, die Kreide auf der Brust und die Fahrt mit dem Ikarus. „Doch wenn der Bus jetzt rollt, seh‘ ich uns wieder stehen, mit Schultasche, Mut und Dreck an den Schuhen. Lang, lang ist es her, doch die Bilder sind wach, unser altes Lachen fährt heut mit“, heißt es dort zu launigen Volksmusik-Klängen.
Auf dem Schulgelände in Krausnick warteten Rondo- und Muckefuckkaffee und selbstgebackener Kuchen sowie der bei Bäcker Conrad in Neu Lübbenau damals berühmte „Wiener Kuchen“ nach Originalrezept auf die Gruppe. „Vor mehr als 50 Jahren haben wir in Krausnick alle unsere Mopedführerschein-Prüfungen absolviert“, sagt Otto Schwadtke. 50 Jahre später, am 22. Juli 2026, wurde diese Prüfung auf der Simson wiederholt.
Bei einer kombinierten Deutsch-Musik-Stunde abgehalten von Oberlehrer Ecki Kochte, der in Vertretung der Klassenlehrer, Herr Krauße und Herr Rettschlag „die strenge Unterrichtsstunde abhielt“, wurden anschließend die Kenntnisse aus dem Jahr 1976 abgefragt.
Zurück nach Neu Lübbenau ging es mit den IFA-Freunden aus Trebus in einem W50 mit Kofferaufbau. Dort gab es Abendessen wie früher: Jägerschnitzel, Letscho-Steak, rote Grütze mit Vanillesoße, dazu Rote Brause, Vita Cola, Berliner Pilsner, Rotkäppchen Sekt, Rosentaler Kardarker, Knusper Flocken, Halloren Kugeln, Schlager Süßtafeln und all die vielen Naschereien aus den 70ern.

Alles wie damals: Prüfung mit der Simson und in der Pause mit einem Fadenspiel die Zeit vertreiben.
Jasmin SteffinBei einer Tanzstunde mit Jan Klauck und Michaela vom Tanz-Club Luckau wurden die Kenntnisse im Cha Cha Cha, Jive und Disco Fox aufgefrischt, ehe es zu allerhand Wunschtiteln aus den 70ern selbst auf die Tanzfläche ging. Eine umfangreiche Diashow mit den im Vorfeld von allen Schülern eingereichten Bildern, bei Musik von den Puhdys, Carat, Silly, Sweet und den Rolling Stones, rundete den Abend ab.
„Es war ein unbeschreibliches Gefühl, diesen Tag zu erleben“, betont Otto Schwadtke. 44 Schüler der 10. Klassen von 1976 waren dabei. Teilweise hatten sie sich jahrzehntelang nicht gesehen, kamen aus Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und vielen weiteren Orten angereist, um in ihre Jugendzeit zurückzufahren.
„Wir hatten einen Tag lang riesigen Spaß und lagen uns beim Abschied teils mit Tränen in den Augen in den Armen“, beschreibt Otto Schwadtke, der sich bei allen Helfern während der neunmonatigen Vorbereitungszeit bedankt.
Und einen Tipp an „die Jugend von heute“ hat er auch noch: „Die Smilies, Likes und Follower in den sozialen Medien werden sich wohl in 50 Jahren kaum noch an euch erinnern. Deshalb, mal das Handy weglegen und am richtigen Leben teilnehmen, der Erinnerung wegen!“

