Von Ingvil Schirling

Da steckt Fachwissen hinter: Wie groß muss die „Kiss and Ride“-Zone (deutsch: Kuss und los) sein, in der Eltern komfortabel und störungsarm ihre Kinder morgens zur Betreuung bringen können? Wie sind Nachbarn einzubeziehen? Kann der Bau künftig ohne großen Aufwand erweitert werden?

Zu diesen Fragen hat der Awo-Regionalverband Brandenburg-Süd in den vergangenen Jahren reichlich Erfahrung sammeln können. Fast 150 Bauten stehen insgesamt in Südbrandenburg. In Lübben ist seit fast zwei Jahren im Gespräch, dass der Träger eine Kita bauen)$ soll. Doch was steckt konkret hinter diesen Aussagen und wie ist der Stand? Die LR hat mit den beiden Geschäftsführern des Awo-Regionalverbands Brandenburg-Süd in Lübbenau gesprochen.

Emotionale Bindung an die „Sonnenkinder“

Wolfgang Luplow und Jens Lehmann leiten die Geschicke des Verbandes von Lübbenau aus. Sie kennen jede der vielen Kitas persönlich – und eine steht derzeit besonders im Fokus. Jens Lehmann kommt fast ins Schwärmen, wenn er von der Kita Sonnenkinder in Lübben an der Logenstraße erzählt: „Ein großartiges Areal, tolles Außengelände“, sagt er. Speziell sei aber auch die Bindung zwischen Kita und Träger – „weil sich das Team nach der Wende ganz bewusst für die Awo entschieden hat. Das gibt uns eine starke emotionale Bindung an das Haus“.

Doch das Gebäude an der Lübbener Logenstraße hat im Moment zwei gravierende Nachteile: Man kann es nur begrenzt erweitern und muss es dennoch unbedingt sanieren. Eine erste Schätzung erbrachte 20 Plätze mehr in Relation zu einer siebenstelligen Investitionssumme – was die Idee nahelegte, gleich neu zu bauen. Der Verband verfügt über eine eigene Bauabteilung.

Konzentration auf Neubau am Eichengrund

Aktueller Stand ist nun: „Wir konzentrieren uns auf einen Neubau am Eichengrund“, bringt es Jens Lehmann auf dem Punkt. „Die Stadt will, wir können und wollen bauen und das Haus am Ende betreiben.“

Nach der Klärung der Grundstücke hat es Ende Mai eine Beratung vor Ort gegeben, bei der die Awo mit ihrem Fachwissen quasi in Vorleistung gegangen ist. Der Bau ist komplex – auch, aber nicht nur aufgrund der integrativen Ausrichtung.

Die Stadtverordneten müssten mit Beschlüssen nun die nächsten Weichen stellen. Wenn im dritten Quartal ein Vertrag über die Eckpunkte zustande käme zu Größe und Platzzahl (bisher 180), Kosten, Miete, wäre das sportlich. Wenn Ende 2022 eröffnet werden könnte, dürfte groß gefeiert werden.

Die Awo jedenfalls ist startklar. „Kuss und los“, die Devise für die  Bringezone vor der Kita, könnte glatt für sie gelten, wenn man den politischen Beschluss im übertragenen Sinne als Küsschen betrachtet.