Kahnnacht in Lübben 2024: Tatort Spreewald ‒ mit dem Kahn auf Verbrecherjagd

Kahnnacht in Lübben: mit dem Kahn durch den Spreewald staken und dabei Kriminalgeschichten hören. (Archivfoto)
TKS LübbenBei der Lübbener Kahnnacht ‒ bekanntlich eine der bedeutendsten Open-Air-Veranstaltungen im Spreewälder Kultursommer ‒ geht es im Jahr 2024 einigermaßen gruselig zu. Die 61. Ausgabe am 20. Juli 2024 steht unter dem Motto „Tatort Spreewald – Gangster, Gift und gute Laune“. Ein Abend entlang der Naturbühnen der Spreeufer, bei dem die besten, schlimmsten, blutigsten, erschreckendsten, aber auch unterhaltsamsten Krimi-Szenen vorgetragen werden.
Laut Veranstalter ‒ die Tourismus, Kultur und Stadtmarketing Lübben GmbH (TKS) ‒ treffen „Spreewaldmystik auf Gänsehaut und (un-)wohliges Schauern“. Konzipiert wurde das kriminelle Programm von Krimi-Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann in Zusammenarbeit mit dem Kulturmanager Wolfram Korr (Brandenburgische Sommerkonzerte). Autorin Herrmann, deren Krimis um den Rechtsanwalt Joachim Vernau für das ZDF mit Jan Josef Liefers in der Hauptrolle verfilmt wurden, hat es vor einigen Jahren selbst von Berlin in die Region gezogen.
In der Niederlausitz lebt sie in „ihrem kleinen Hexenhaus“, wie sie es nennt. Liebevoll renoviert und auf die eigenen Bedürfnisse umgebaut, entstehen dort ihre Geschichten. Obwohl Herrmann noch einen Koffer oder vielmehr eine kleine Wohnung in Berlin hat, verbringt sie die meiste Zeit in ihrem Traumhaus. Die ehemalige Fernsehjournalistin, die 2005 mit dem Roman „Das Kindermädchen“ ihren Durchbruch als Autorin feierte, hat die Region schnell in ihr Herz geschlossen. „Es ist so lieblich und schön im Spreewald“, schwärmt sie. Und nur wenige Regionen im Osten Deutschlands seien bundesweit so bekannt wie der Spreewald, findet Herrmann.

„Tatort Spreewald – Gangster, Gift und gute Laune“: Die erfolgreiche Autorin Elisabeth Herrmann hat das Programm zur 61. Kahnnacht gemeinsam mit dem Kulturmanager Wolfram Korr (Brandenburgische Sommerkonzerte) konzipiert.
Dominik ButzmannDer Spreewald ‒ bekannt aus Funk und Fernsehen
Auch der Spreewaldkrimi aus dem Fernsehen, der wohl bekannteste Krimi-Stoff aus der Region, ist Herrmann nicht unbekannt. „Wir Autoren kennen natürlich alle großen Formate, und wir tauschen uns darüber aus.“ Wie überall gäbe es positive und verhaltene Stimmen, so die Autorin.
Sie findet krimimäßig sind die Lausitz und der Spreewald schon gut aufgestellt – aber, dass da noch mehr kommen kann, will sie auf der 61. Kahnnacht beweisen. „Denn der Spreewald, dieser dunkle Urwald, und viele andere Ecken in der Region schreien geradezu danach: Ja, mach was Schauerlich-Schönes aus mir!“
Dabei sind für Herrmann Krimis wichtige Gegenwartsliteratur, „die uns auf ganz spannende Weise nahebringt, wie schnell Menschen in Situationen kommen, die sie (über-)fordern“. Gute Krimis gingen weit über Mord und Totschlag hinaus: „Sie sind unser Spiegel, in dem wir uns wiederfinden, vor dem wir uns fürchten, aber auch gerettet werden.“ Das Schöne am Krimi ist, so Elisabeth Herrmann: „Man darf neugierig sein, mit fiebern und nie die Hoffnung aufgeben, dass am Ende alles gut wird.“
Tatort Spreewald: bekannte Autoren treffen auf Lokalmatadoren
So brauchte es auch nicht viel, sie für das Kahnnacht-Projekt zu begeistern. „Ich hatte sofort die Vorstellung, dass das eine spannende Angelegenheit werden kann. So richtig kriminell ist es ja in diesem Stück Spreewald noch nicht geworden.“ Bei der Ideenfindung ist sie gedanklich durch die Reihen ihrer lieben Kollegen gegangen: Wer könnte wie dazu passen? Herausgekommen ist ein spannender Krimiautoren-Mix aus dem Umfeld der Autorin ‒ wie Heike und Peter Gerdes, die mit ihren Kriminalromanen, mörderisch guten Veranstaltungen und den „Ostfriesischen Krimitagen“ Ostfriesland seit über 20 Jahren zum „Mordwesten“ machen.
Oder, worüber Herrmann besonders happy ist: Michael Kumpfmüller, der berühmte Autor, der für diesen Abend einen Kurzkrimi schreiben und lesen wird, in dem es natürlich um Gurken, Kähne und den Spreewald geht. Sein Roman „Die Herrlichkeit des Lebens“ über Franz Kafka läuft seit März 2024 als Verfilmung im Kino.
Doch auch das Lokalkolorit soll in dieser Nacht nicht zu kurz kommen. So ist Nachtwächter Frank Selbitz ebenso mit von der Partie wie viele weitere Schauspieler, die Kriminelles an die Spree-Ufer bringen. Musikalisch wird der Pianist Christoph Pagel, der extra für diese Kahnnacht ein Krimimelodien-Medley zusammenstellt, den Spreewald verzaubern.
Kartenvorverkauf für Kahnnacht 2024 ist gestartet
Karten für die Lübbener Kahnnacht 2024 gibt es im Spreewald-Service Lübben und an allen bekannten CTS-Vorverkaufsstellen. Alle Einwohner und Gäste, die keine Karten mehr ergattern können, sind am 20. Juli zur Hafenmusik eingeladen. Ab 19.30 Uhr können sie vor dem Touristischen Zentrum tanzen und den Sommerabend bei Getränken genießen. Der Eintritt ist frei. Mehr Infos sind auf www.luebben.de/tourismus zu finden.

