Hund in Märkisch Buchholz
: Warum zwei Hündinnen im Tierheim ständig Ärger bereiten

Die beiden Hündinnen Shiva und Shogoun im Tierheim in Märkisch Buchholz sind einer Meinung: Der Rüde nebenan nervt. Sonst aber geraten sie oft in Streit.
Von
Jens Olbrich
Märkisch Buchholz
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Tierpflegerin Manuela Budich mit Akita Inu Hündin Shogoun. Der Name ist der Bezeichnung des alten, japanischen Kriegsadels entlehnt und passt zur Rudeldominaz der Hündin.

Tierpflegerin Manuela Budich aus dem Tierheim Märkisch Buchholz mit Akita Inu Hündin Shogoun. Der Name ist der Bezeichnung des alten japanischen Kriegsadels entlehnt und passt zur Rudeldominanz der Hündin.

Jens Olbrich
  • Zwei Akita Inu Hündinnen, Shiva und Shogoun, zeigen Desinteresse an Wolfhund-Mix Wolfi.
  • Beide Hündinnen sind nicht sozialisiert, streiten sich oft um Futter und Spielzeug.
  • Shiva und Shogoun wurden aus tierschutzwidriger Haltung gerettet und ins Tierheim gebracht.
  • Tierheim sucht getrennte neue Zuhause für die Hündinnen; Interessenten sollen Hundeverstand mitbringen.
  • Rücknahme der Hunde ist im Tierheimvertrag garantiert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es gibt nicht viel, worin sich Shiva und Shogoun einig sind. Wolfhund-Mix Wolfi im Zwinger nebenan jedoch zeigen beide Hündinnen einmütig die kalte Schulter, lassen den liebeskranken Rüden erbarmungslos abblitzen.

Pech für Wolfi, der in der Quarantäne-Station des Tierheims im Zwinger nebenan praktisch einen Raum mit den angebeteten Hundedamen teilt. „Er konnte anstellen, was er wollte“, erzählt Tierpflegerin Manuela Budich. „Wolfi hatte wirklich so viel Stress, dass er nicht mehr fraß.“ Schließlich musste der Rüde verlegt werden, damit der Ärger abflaut.

Die Akita Inu Hündinnen Shiva und Shogoun demonstrieren, dass ihr Desinteresse an Wolfhund-Mix Wolfi offenbar der einzige gemeinsame Nenner ist. Sobald irgendwie Futter oder sonstige Alphasucht ins Spiel komme, „gehen sie aufeinander los“, berichtet die Tierpflegerin. „Eifersucht. Wenn nur eine gestreichelt wird oder irgendwie ein Spielzeug hat, geht es los.“ Nur über Nacht kommen sie zusammen in einen Auslauf, das funktioniere ganz gut. Tagsüber jedoch und vor allem bei der Fütterung müssen sie getrennt werden, erklärt Manuela Budich.

Hund in Märkisch Buchholz – das ist besonders wichtig

Dominanz und Rangordnung innerhalb des „Minirudels Shiva und Shogoun“, auch die von Tierpflegerin Budich erwähnte Alphasucht, sind eigentlich völlig normal, sobald mehrere Hunde zusammenkommen. Auch wenn sie, wie bei diesen beiden, mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einem Wurf stammen. Wenn die Hunde jedoch nicht sozialisiert sind und, wie Manuela Budich berichtet, „Umweltreize generell nicht kennen, sich daher mit anderen Hunden nicht verstehen, kann es für andere Hunde recht böse ausgehen“.

Da ist das Wolfis schmachtender Hunde-Liebe entgegengebrachte unterkühlte Desinteresse noch das geringste Übel. „Sozialisierung ist ein sehr wichtiger Aspekt, gerade bei Akita Inus“, weiß die Tierpflegerin aus Erfahrung.

Akita Inus „seien ähnlich gestrickt wie Huskys, sind schwierig im Umgang“. Wenn Tiere dieser Rassen nicht sozialisiert seien und, wie Shiva und Shogoun, den friedlichen Umgang mit anderen Hunden nicht gewöhnt, könne es hässlich werden. „Das sieht dann bei Akita Inus nicht unbedingt edel aus.“

Tierpflegerin Sara-Marie Hellwig mit Akita Inu Hündin Shiva an der Leine. Shivas Name ist einem hinduistischen Gott entlehnt, bedeutet feminin ausgedrückt Glückverheißende.

Tierpflegerin Sara-Marie Hellwig mit Akita Inu Hündin Shiva an der Leine. Shivas Name ist einem hinduistischen Gott entlehnt, bedeutet feminin ausgedrückt Glückverheißende.

Jens Olbrich

Der Grund für das weltfremde Aufwachsen von Shiva und Shogoun sei Manuela Budich Wissen nach zugleich der Anlass ihrer Einweisung in das Tierheim Märkisch Buchholz. „Wir wurden um Amtshilfe gebeten, das Veterinäramt zu unterstützen“, erinnert sie sich. Anlass sei die nötig gewordene tierschutzgerechte Unterbringung von zwei Hunden gewesen, wie es so schön im Amtsdeutsch heißt. Soweit bekannt, hätte ein Zeuge über den Zaun gesehen, dass Hunde in irgendwelchen Boxen eingepfercht sind.

Märkisch Buchholz: Rettung aus tierschutzwidriger Haltung

Das sei gravierend und damit gerechtfertigt, dass das Veterinäramt so eingreift. In diesem Fall sei so die ganze „Zucht“ aufgrund nicht tierschutzgerechter Unterbringung beschlagnahmt worden. Manuela Budich sucht offenbar nach einer alternativen Bezeichnung für Züchter und nennt den ehemaligen Besitzer der Akita Inus erst „Typ“. Schließlich entscheidet sie sich für den abfälligen Begriff „Vermehrer“.

Spendenkonto Tierheim Märkisch Buchholz

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Kontakt zum Tierheim Märkisch Buchholz
● Am Tierheim 1, 15757 Halbe, Tel. 033765 80689, E-Mail: tierheim@tierschutzverein-kw.de

Im Juni 2024 seien die Hündinnen nach Märkisch Buchholz ins Tierheim gekommen. Beide erst sieben Monate alt und gerade dabei, dem Welpenalter zu entwachsen. Am Anfang, so erzählt Tierpflegerin Manuela Budich, „war kaum ein Herankommen an die beiden“.

Shiva sei die Zugänglichere gewesen, jedoch sehr ängstlich. Bei ihr sei es noch gegangen.

Shogoun jedoch „war eher so: Ich bin zwar neugierig, aber Flucht ist keine Schande“. Eine Leine hätten beide nicht gekannt. Inzwischen ginge es jedoch ganz gut.

Ein gemeinsamer Spaziergang der beiden Hündinnen Shogoun und Shiva Seite an Seite mit den Tierpflegerinnen Manuela Budich und Sara-Marie Hellwig.

Ein gemeinsamer Spaziergang der beiden Hündinnen Shogoun und Shiva Seite an Seite mit den Tierpflegerinnen Manuela Budich und Sara-Marie Hellwig.

Jens Olbrich

Auch Spaziergänge seien schon bedingt möglich, erzählt Manuela Budich. Solange ihnen keine anderen Hunde begegnen würden. „Egal ob Rüde oder Hündin, das finden sie nicht so prickelnd. Sie kennen halt nicht viel und uns fehlt einfach die Zeit, um sie quasi zu nehmen und an Gott und die Welt zu gewöhnen.“

Daher suche das Tierheim ein neues Zuhause für Shiva und Shogoun, und das definitiv nicht gemeinsam. Die Hündinnen seien jetzt ein knappes Jahr alt und daher noch total formbar. Mitbringen sollten Interessenten ein bisschen Hundeverstand sowie Rassekenntnisse und ansonsten Einfühlungsvermögen und viel Geduld.

Rückgabegarantie und Schutzvereinbarungen im Tierheim

Und wenn es dann doch nicht klappt? „Eine Rücknahme ist gar kein Thema, unsere Hunde nehmen wir sofort wieder zurück“, meint Manuela Budich. Im Vertrag stehe auch, dass die Tiere nicht einfach an Dritte weitergegeben werden dürfen. „Wir möchten wenigstens darüber informiert werden, wo das Tier dann hinkommt.“ Das sei auch bei Katzen so, wenn es etwa mit der Zweitkatze nicht funktionieren würde, weil sie sich nicht vertragen.