(kkz) Laufen statt Leichtathletik hieß es in diesem Jahr beim Schulsportfest an der Liuba-Grundschule. Denn nach über zehn Jahren wieder fand ein Spendenlauf an der Lübbener Schule statt. Anlass war das Schicksal der neunjährigen Fenia. Das Mädchen hatte nach einer Mandel-Operation viel Blut verloren, einen Herzstillstand erlitten und musste wiederbelebt werden. Seitdem ist sie im Wachkoma und wird im Beisein ihrer Mutter in einer Klinik betreut.

Das Schicksal der Familie, die in Neu Lübbenau zu Hause ist, beschäftigt seitdem viele Menschen. So ist es nicht verwunderlich, dass auch an der Liuba-Grundschule eine Mutter, deren Tochter Fenias Cousine ist, die Schulleiterin Anke Pommerening ansprach. Obwohl sie selbst noch keine Erfahrung mit Spendenläufen hat, nahm sich die Schulleiterin der Sache an. Vor Ostern stimmten Lehrer- und Schulkonferenz zu und die Organisation konnte beginnen. Selbstverständlich sei sie im Kontakt mit der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule, so Pommerening. Dort wird jedes Jahr ein Sponsorenlauf durchgeführt (RUNDSCHAU berichtete am 2. April und 2. Mai) und die stellvertretende Schulleiterin Kathrin Gammelin gab ihre Erfahrungen weiter.

Damit der Lauf noch in diesem Schuljahr stattfinden kann, wurde kurzerhand das Programm des Sportfests geändert. „Statt dem Leichtathletik-Dreikampf laufen die Schüler getrennt nach Klassenstufen 20 Minuten in Runden über das Schulgelände“, erklärt Anke Pommerening. Eine Runde ist genau 320 Meter lang. Es gibt einen Versorgungsstand mit Obst und Gemüse, der von den Eltern betreut wird. Zusätzlich hat die K&S Seniorenresidenz Lübben Getränke für die Läufer gespendet. Den Anstoß dafür gab Astrid Gotthardt, deren Tochter die 6. Klasse der Liuba-Grundschule besucht.

Spendenlauf in Lübben: Von der Nordsee bis in die Alpen

Für die Schüler der 1. bis 3. Klassen begann das Sportfest mit dem Spendenlauf. Die Jüngeren legten gut vor. Nura aus der Klasse 1a schaffte 13 Runden in der vorgegebenen Zeit von 20 Minuten. Nach der Frühstückspause gingen nacheinander die 4. bis 6. Klassen auf die Strecke. Hier schaffte Cedric aus der Klasse 4c mit 15 Runden die längste Strecke. Doch getreu dem Motto: Jede Runde zählt, durften die Schüler das Tempo selbst bestimmen. Gehen und langsames Laufen waren ebenso erlaubt. Beim Zählen der Runden und als Streckenposten waren Schüler vom Oberstufenzentrum (OSZ) in der Grundschule.

Am Nachmittag stand das Ergebnis fest: Die 321 Schüler der Liuba-Grundschule schafften 2745 Runden. „Das ist eine Strecke von 878,4 Kilometern“, rechnet die Schulleiterin vor. „Die längste Ausdehnung Deutschlands beträgt von Nord nach Süd 876 Kilometer Luftlinie. Man könnte also sagen, wir sind von der Nordsee bis in die Alpen gelaufen“, so Pommerening. Die Spendensumme wird noch errechnet. Zum erlaufenen Betrag kommen noch Spenden dazu, die Eltern und Lehrer unabhängig vom Lauf eingezahlt haben. Geld, dass die Familie von Fenia Becker erhalten wird, um Auto und Wohnung umzubauen, damit der Rollstuhl, den Fenia braucht, überall hin passt.

Gröditsch