Flüchtlinge in Dahme-Spreewald: Platz für 2500 Geflüchtete – folgen weitere Unterkünfte?

Lärmschutzwand mit Holzverkleidung an der Parkstraße in Lübben: Hier entsteht die neue Flüchtlingsunterkunft.
Daniel PreikschatNachdem in Dahme-Spreewald zuletzt mehrere neue Flüchtlingsunterkünfte entstanden sind beziehungsweise sich aktuell noch im Bau befinden, plant der Landkreis nach derzeitigem Stand und aktuellen Entwicklungen der Flüchtlingszahlen keine weiteren Einrichtungen für Geflüchtete. Das berichtet Landrat Sven Herzberger (CDU). „Mit insgesamt 22 Einrichtungen im Landkreis ist eine faire Verteilung der Geflüchteten im gesamten Landkreis gegeben“, sagt Herzberger.
Im vergangenen Jahr waren zwei neue Unterkünfte in Betrieb genommen worden: die Gemeinschaftsunterkunft Kolberg mit 64 Plätzen und die Gemeinschaftsunterkunft Hostel Mittenwalde, die Platz für bis zu 156 Personen bietet.
Baumaßnahmen in Lübben schreiten voran
Zuletzt war auch der neue Standort in Pätz (Gemeinde Bestensee) zur vorläufigen Unterbringung von Asylbewerbern und geflüchteten Menschen in Betrieb genommen worden. Dort ziehen aktuell die ersten Bewohner schrittweise ein, berichtet Kreissprecherin Kathrin Veh. Die Einrichtung wird von der DRK Flüchtlingshilfe Brandenburg gGmbH betrieben und bietet 163 Plätze.
Am Standort Lübben geht der Landkreis von einer Übergabe der neuen Gemeinschaftsunterkunft an den Landkreis im dritten Quartal dieses Jahres aus. „Die Baumaßnahmen an dem Standort schreiten voran“, sagt Veh. Es handelt sich demnach um zwei eingeschossige Wohnbauten in Modulbauweise. Betreiber wird das Diakonische Werk Elbe-Elster; der Verein betreibt in Lübben bereits die bestehende Unterkunft.
Für das Jahr 2024 hatte das Brandenburger Integrationsministerium dem Landkreis Dahme-Spreewald ein Aufnahmesoll von 1.212 Personen mitgeteilt. Die Unterbringung ist eine sogenannte Pflichtaufgabe und dem Landkreis zur Erfüllung nach Weisung vorgegeben. Die Zuweisung von Geflüchteten erfolgt über die Zentrale Ausländerbehörde des Landes Brandenburg in Eisenhüttenstadt. Im April 2024 hat der Landkreis 75 Personen aufgenommen. Seit Januar sind somit 213 Personen im Landkreis untergebracht worden, berichtet Kreissprecherin Veh weiter.
Insgesamt müssen in Dahme-Spreewald aktuell um die 2.500 Plätze für Flüchtlinge bereitgestellt werden. Lübbens Anteil daran liegt bei 7,6 Prozent, was 189 bis 193 Plätzen entspricht. Neben der bestehenden Gemeinschaftsunterkunft in der Jahnstraße mit 83 Plätzen und einem Wohnungsverbund für zehn Personen ist seit einigen Monaten die zweite Unterkunft in der Parkstraße in Bau; sie soll bis zu 100 Personen in 50 Zimmern beherbergen.
Mehrere Vorfälle mit migrationsfeindlichem Hintergrund
Seit die Pläne für den Bau der neuen Unterkunft im Frühjahr 2023 bekannt wurden, ist es in Lübben zu mehreren Vorfällen mit migrationsfeindlichem Hintergrund gekommen. Um die Transparenz zu erhöhen und den Austausch zu fördern, plant die Kreisverwaltung Veranstaltungen wie ein Sommerfest am 22. Juni 2024 und einen Tag der offenen Tür zur Inbetriebnahme der neuen Gemeinschaftsunterkunft. Dabei sollen Bürger Einblick in das neue Heim bekommen.
Indes betont Landrat Sven Herzberger, dass man vonseiten des Landkreises regelmäßig über die aktuellen Flüchtlingszahlen und den Stand zur Planung oder Umsetzung von entsprechenden Unterkünften berichte. Es hatte zuletzt Vorwürfe aus der Bevölkerung gegeben, dass der Landkreis nicht transparent genug mit dem Thema umgehen würde. Herzberger sagt: „Die jeweils aktuellen Informationen sind korrekt und können für die Weitergabe und sonstige Auskünfte verwendet werden. Anderslautende Behauptungen führen zur Verunsicherung.“ Herzberger bittet darum, sich bei Fragen zu den Einrichtungen im Landkreis direkt an die Kreisverwaltung zu wenden.
Migrationsbeauftragte als direkte Ansprechpartnerin
● Für Fragen und Informationen steht Antje Jahn – die Beauftragte für Migration und Integration des Landkreises Dahme-Spreewald – als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
● Kontakt per Telefon: 03546 200; per E-Mail: migration@dahme-spreewald.de
