Von Andreas Staindl

Der Ort Schönwalde (Unterspreewald) wächst. Der Zuzug scheint ungebremst. Ein neues Baugebiet mit fast 20 Grundstücken war in kurzer Zeit belegt, das nächste für zehn weitere Einfamilienhäuser folgt, wie der Bürgermeister Roland Gefreiter (parteilos) sagt. Leerstand gibt es ohnehin nicht mehr im Ort.

Vor allem Familien mit Kindern zieht es in das Dorf im Unterspreewald. Das hat Folgen. Die kleine Grundschule platzt aus allen Nähten. Zwei Klassen sind schon seit einigen Jahren in das benachbarte „Haus Kulick“ ausgelagert. Die Gemeinde Schönwald reagiert. Sie plant einen Schulerweiterungsbau. Rund sieben Millionen Euro wird die gesamte Investition kosten, wie der Bürgermeister sagt. Förderanträge sind ihm zufolge gestellt, 2,7 Millionen Euro schon bewilligt: „Sollte es dabei bleiben, nehmen wir für den Rest einen Kredit auf.“

Schönwald will und braucht den Erweiterungsbau. „Die Zahl der Schülerinnen und Schüler wächst immer weiter“, sagt Roland Gefreiter. „Diese Tendenz wird sich auch deshalb fortsetzen, weil unsere Grundschule eine ,Schule für gemeinsames Lernen’ ist – die einzige in der Region.“ Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf lernen gemeinsam. Das sowie die Attraktivität der Gemeinde und umliegender Orte führt zu einem steigenden Bedarf an Grundschulplätzen. Darauf reagiert Schönwald und investiert in Millionen-Höhe.

Vier Klassenstufen sind schon zweizügig, sechs, und damit alle, werden es dem Bürgermeister zufolge nach der Erweiterung sein. 250 Schülerinnen und Schüler haben dann Platz; 180 seien es aktuell. Die Planungen sind im Kern beendet. Derzeit läuft die Ausführungsplanung. Fachleute tauschen sich intensiv über Detailfragen aus. Ziel ist es, den Bau freizugeben.

Ab Oktober dieses Jahres sollen die einzelnen Arbeiten ausgeschrieben werden, wie der Architekt Matthias Reese von der rw+ Gesellschaft von Architekten mbH in Berlin sagt. Im Frühjahr des nächsten Jahres soll Baubeginn sein. Der Erweiterungsbau besteht aus drei Häusern, die einen gemeinsamen Komplex bilden. Er wird dem bestehenden Schulgebäude von der Straßenseite aus vorgesetzt. Der neue Anblick fügt sich harmonisch in das Bild des Dorfes. „Wir haben typische Elemente der Region integriert, sie jedoch modern interpretiert“, sagt Matthias Reese. Ihm zufolge entstehen sechs Klassenräume, die allesamt im oberen Bereich liegen. Zudem wird Platz für die Verwaltung der Schule sowie für einen Musikraum und eine Mensa geschaffen. Die Mensa mit integrierter Bühne ist dem Architekten zufolge nicht nur als Speiseraum gedacht, sondern als Multifunktionsraum mit Platz für bis zu 200 Personen. „Dieser Raum kann öffentlich genutzt werden“, sagt Roland Gefreiter.

Der gesamte Erweiterungsbau wird behindertengerecht gebaut, wie Matthias Reese sagt. Ein Aufzug gehört dazu. Das neue und das bestehende Objekt werden miteinander verbunden. Die Bereiche der Klassenräume können bei Bedarf zu kleineren, aber auch zu größeren Einheiten umfunktioniert werden. „Diese Option gibt es“, sagt der Architekt. „Wir wollen der Gemeinde möglichst viel Spielraum lassen.“

Bürgermeister Roland Gefreiter freut sich auf den Erweiterungsbau: „Er stärkt unsere Gemeinde und macht sie auch noch attraktiver.“