Als letzten Lausitzer Kreis hat die Corona-Pandemie am 12. März auch Dahme-Spreewald erreicht. „Betroffen ist ein Mann aus der Kreisstadt Lübben, der zuvor im Urlaub in Österreich war. Der 41-Jährige wird ärztlich betreut und befindet sich in häuslicher Quarantäne“, berichtet die Kreisverwaltung.
„Wir bleiben mit dem Patienten im engen Kontakt, um wenn nötig entsprechend schnell weiter handeln zu können“, erklärt Amtsärztin Dr. Astrid Schumann. Kontaktpersonen werden ermittelt und unter Quarantäne gestellt. Der Krisenstab wird eingerichtet, das Land bereitet die Schließung von Schulen und Kitas vor.
Dennoch kommt es zu weiteren Fällen im Landkreis. Ein Mann in Zeuthen und ein weiterer in Königs Wusterhausen werden positiv getestet. Dann folgen Tag für Tag neue Fälle. An manchen Tagen sind es bis zu 18 Neu-Infektionen. Schnell zieht LDS damit an den anderen Lausitzer Kreisen vorbei. Nur in Görlitz und Bautzen verläuft die Pandemie zunächst noch stärker.

Dahme-Spreewald: Erster Corona-Toter am 1. April

Am 1. April gibt es den ersten Todesfall. Es handelt sich um einen 81 Jahre alter Mann im Achenbach-Krankenhaus in Königs Wusterhausen. Der Covid-19-Erkankte sei seit Längerem intensivmedizinisch behandelt worden und habe schwere Vorerkrankungen gehabt, berichtet die Kreisverwaltung.
Landrat Stephan Loge: „Wir sind tief betroffen, dass die Pandemie nun auch in unserem Landkreis ein erstes Todesopfer gefordert hat. Im Landratsamt und unserem Krisenstab sind wir weiter in höchster Alarmbereitschaft und versuchen alles zu tun, um unsere medizinischen Einrichtungen bestmöglich zu unterstützen“. Fünf Tage späte stirbt ein weitere Patient im Klinikum in Lübben. Insgesamt werden es bis Anfang September acht Verstorbene sein.

Coronavirus in Dahme-Spreewald: Ausbrüche in Asylunterkunft

Anders als im angrenzenden SPN oder Cottbus ebbt die Pandemie im Spreewald auch Anfang April zunächst nicht ab. Im Gegenteil. Ausbrüche in einem Seniorenheim und einer Asylunterkunft sorgen auch Ende April für einen weiteren Anstieg. Am 6. Mai sind es gar noch einmal 25 Neu-Fälle. Die Bewohner einer Gemeinschaftsunterkunft in Waßmannsdorf werden unter Quarantäne gestellt.
Danach allerdings ebbt auch in LDS das Infektionsgeschehen deutlich ab. Zwar treten immer wieder Einzelfälle auf, die Dynamik geht aber deutlich zurück. Anfang Juni sind es insgesamt 251 Fälle, von denen allerdings 233 bereits als wieder genesen gelten.

Cottbus

Coronavirus in Dahme-Spreewald: Ausbruch in Wiesenhof-Schlachterei

Auch in den Sommerwochen, in denen die Pandemie im Rest der Lausitz fast zum Erliegen kommt, gibt es in Dahme-Spreewald immer wieder einzelne Fälle. Anfang Juli ist es dann der Ausbruch in einem fleichverarbeitenden Betrieb in Niederlehme, der erneut zu einem deutlichen Anstieg führt. Am Ende bleibt es aber auch hier bei zehn Positiv-Tests.
Was dann folgt sind die Urlaubs-Rückkehrer, die das Virus aus den jeweiligen Reiseregionen mitbringen und so die Infektionszahlen weiter in die Höhe treiben.
Bis Anfang September summiert sich das Infektionsgeschehen so auf 300 Fälle, von denen allerdings 281 bereits als wieder geheilt gelten. Davon entfallen 20 auf Lübben, fünf auf Luckau.