Diebstahl in Lübben
: Radfahrer stoppt Handydieb - Familie sucht mutigen Helfer

Ein junger Fahrradfahrer hat in Lübben Zivilcourage bewiesen. Er vereitelte einen Diebstahl. Nun sucht die Familie den Unbekannten, um sich zu bedanken.
Von
Stefan Staindl
Lübben
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Wolfgang Starke an der Stelle, an der in Lübben seiner Tochter das Handy aus der Hand genommen wurde.

Wolfgang Starke steht an der Ecke Lindenstraße/Geschwister-Scholl-Straße in Lübben – genau dort, wo seiner Tochter das Handy aus der Hand gerissen wurde. Nun sucht er den Helfer, der das Handy für sie wiederbeschafft hat.

Stefan Staindl
  • In Lübben verfolgte ein junger Radfahrer einen Handydieb und gab das Gerät einem Mädchen zurück.
  • Der Vorfall geschah am Montag gegen 7.05 Uhr an der Lindenstraße/Ecke Geschwister-Scholl-Straße.
  • Die Eltern suchen den Helfer: Facebook-Aufruf vom 28. April, Polizei ist informiert.
  • Beschreibung des Helfers: etwa 16–17 Jahre, braune Haare, blaue Steppjacke, schwarze Baggy-Jeans, Rucksack.
  • Ein Sozialarbeiter will den Aufruf an einer Schule aushängen – viele positive Reaktionen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein mutiger junger Mann auf einem Fahrrad ist in Lübben zum Helfer in der Not geworden. Nachdem einer 11-Jährigen das Handy gestohlen worden war, verfolgte er den Täter und brachte das Gerät zurück. Jetzt suchen die Eltern den Unbekannten, um sich bei ihm zu bedanken.

Das geht aus einem entsprechenden Facebook-Post hervor, den Wolfgang Starke, der Vater des Mädchens, am 28. April gegen 19 Uhr veröffentlicht hat. Darin schildert der Lübbener den Tathergang und das Einschreiten des jungen Mannes.

Wie Wolfgang Starke in dem Post berichtet, sei seiner 11-jährigen Tochter am Montag, 27. April, gegen 7.05 Uhr, in Lübben auf dem Gehweg Lindenstraße/Ecke Geschwister-Scholl-Straße das Handy aus der Hand gerissen worden. Ein junger Mann auf dem Fahrrad habe die Tat beobachtet, sei dem Täter hinterhergefahren, habe ihm das Handy abgenommen und es anschließend der Tochter zurückgegeben. Danach sei der mutige Helfer weiter Richtung Kreisverkehr an der Lindenstraße gefahren.

Diebstahl in Lübben: So wird der junge Mann beschrieben

Der junge Mann auf dem Rad sei geschätzte 16 bis 17 Jahre alt und habe braune Haare. Er sei am Montag mit einer blauen Steppjacke und einer schwarzen Baggy-Jeans gekleidet gewesen. Zudem habe er einen schwarzen Rucksack getragen.

Bisher habe sich jedoch noch niemand bei Wolfgang Starke gemeldet. „Ich bin einfach davon ausgegangen, dass der junge Mann auf dem Rad von seiner guten Tat jemandem erzählt hat. Und wenn er den Aufruf selbst nicht sieht, dann vielleicht jemandem, dem er davon berichtet hat – etwa seinen Eltern, Freunden oder seiner Freundin.“

Die Eltern hätten inzwischen auch Anzeige bei der Polizei erstattet. Eine entsprechende Tagebuchnummer ist bei der Polizei dokumentiert. Das bestätigt die Polizeidirektion Süd auf Nachfrage.

„Auf dem Revier in Lübben wurde uns aufmerksam zugehört“, sagt Starke. „Großes Lob an die Dienststelle in Lübben. Das dort zu erzählen hat meiner Tochter richtig gutgetan. Das Grundvertrauen wird erst einmal erschüttert, aber es gibt im Gegenzug die positive Erfahrung, dass es auch Menschen gibt, die helfen und zur Seite stehen. Und deswegen ist es meiner Frau und mir wirklich wichtig, demjenigen zu danken.“

Es sei beeindruckend, wie viel Anteilnahme und positives Feedback dieser Post ausgelöst habe. „Gerade in einer Zeit, in der oft ein eher negatives Bild vom Menschen vermittelt wird, zeigt das, dass es viele gute, hilfsbereite und mutige Menschen gibt. Die Zivilcourage, die der Helfer bewiesen hat, verdient großen Respekt. Frühmorgens um 7 Uhr einem älteren Menschen hinterherzufahren, ihm das Handy zu entreißen und es anschließend sogar meiner Tochter zurückzugeben – verbunden mit dem Hinweis, künftig besser darauf aufzupassen –, das ist nicht selbstverständlich“, sagt Wolfgang Starke.

Aufruf soll auch an einer Schule ausgehangen werden

„Solche Momente passieren vermutlich spontan, ohne langes Nachdenken. Aber sie zeigen, dass es noch Menschen mit Haltung und Rückgrat gibt. Dafür kann man nur dankbar sein.“ Zudem ziehe die Geschichte einen größeren Kreis: „Inzwischen hat sich ein Sozialarbeiter einer Schule gemeldet, der den Aufruf ausdrucken und dort aufhängen will. Das ist ein starkes Zeichen dafür, dass die Geschichte weit über den eigentlichen Vorfall hinaus wirkt.“