Die Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg ist in Kraft - doch wie gut wird sie befolgt? Das Ordnungsamt der Stadt Lübben hat am Donnerstag begonnen, ihre Einhaltung kontrollieren. Ziel ist es, die Verbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen und damit zu verlangsamen, um das Gesundheitssystem möglichst nicht zu überlasten und somit die Überlebenschancen der Infizierten mit schwerem Erkrankungsverlauf zu erhöhen.

Cottbus

„In zwei Durchgängen, davon einer mit Unterstützung der Polizei, waren die Mitarbeiter in der Stadt und in den Ortsteilen unterwegs, um zu schauen, ob Läden und Einrichtungen tatsächlich geschlossen sind oder wie es an den Spielplätzen aussieht“, teilt die Stadt mit. Die Mitarbeiterinnen hätten die Lage als ziemlich ruhig eingeschätzt. In vielen Gaststätten und Freiluft-Imbissen sei das Abstandsgebot von etwa zwei Metern eingehalten worden. Wo dies nicht der Fall war, sei über die Rechtsverordnung informiert worden. Auf Spielplätzen seien vereinzelt Kinder und ihre Eltern anzutreffen gewesen. Auf dem Wochenmarkt seien Blätter mit Hygiene-Regeln verteilt worden. „Die meisten Gewerbetreibenden waren sehr einsichtig“, sagt Anett Dabergott vom Ordnungsamt.

Lübben kontrolliert zweimal täglich

Die Kontrollgänge sollen nach Möglichkeit zweimal täglich fortgesetzt werden. „Ich bin der Überzeugung, dass wir es (noch) in der Hand haben, diese Krise auf die kürzest mögliche Dauer zu begrenzen“, sagt Lübbens Bürgermeister Lars Kolan. „Dazu gehören Einsicht, Verständnis und letztlich Disziplin beim Befolgen der notwendigen Verordnungen, die die Ausbreitung eindämmen und verlangsamen sollen.“ Sein Eindruck sei, dass Lübben seinen Puls „wirklich extrem heruntergefahren habe“. Kolan fordert zudem Zivilcourage: „Ich wünsche mir, dass wir alle auf uns achten und auch mal von Bürger zu Bürger freundlich auf unser aller Verantwortung für die Allgemeinheit hinweisen.“

Ernst der Lage noch nicht im Spreewald angekommen

Warnungen kommen auch aus anderen Bereichen des Spreewalds, so aus Calau, Lübbenau und Vetschau. „Beim Blick in die Bürgerschaft habe ich den Eindruck, dass der Ernst der Lage noch nicht bei allen unseren Mitmenschen angekommen ist“, sagt Calaus Bürgermeister Werner Suchner (parteilos). Immer wieder sieht man Menschenansammlungen, dichtes Gedränge in Supermärkten oder „Corona-Parties“. Deshalb geht Suchners dringender Aufruf an die Einwohner aller Generationen in den Kommunen, die verordneten und angeratenen Verhaltensregeln voll umfänglich einzuhalten und darüber hinaus besonnen und solidarisch zu handeln.

„Dazu gehören ganz besonders so einfache aber wirkungsvolle Regeln, wie die Reduzierung sozialer Kontakte auch im privaten Bereich auf ein Minimum, die Einhaltung eines Mindestabstandes von 1,5 Metern beim Einkaufen oder zufälligen Zusammentreffen mit anderen Personen und das Respektieren der Betretungsverbote von Spielplätzen.“ Das Ziel, die Verbreitung des neuartigen Corona-Virus einzudämmen, werde nur gelingen, wenn alle Bürger ihren Beitrag dazu leisten.

Auch Lübbenaus Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) bittet die Bürger, sich an die Maßnahmen zu halten. „Es komme jetzt eben wirklich auf jeden Einzelnen und damit auf uns alle an. Unsere Stadt ist für Gemeinsinn bekannt, setzen wir ihn jetzt noch einmal mehr um“, sagt das Stadtoberhaupt. „So schwer die gesamte Lage auch ist und noch sein wird, rufe ich alle zu Besonnenheit auf. Bewahren Sie Ruhe, seien Sie solidarisch und vor allem halten Sie sich an die Festlegungen. Durch diese Krise kommen wir nur gemeinsam“, so Wenzel.

Vetschau fordert Ausgangssperre

Vetschaus Stadtspitze Bengt Kanzler (parteilos) spricht inzwischen von einer „verordneten kollektiven Entschleunigung“. „Wir brauchen für die kommenden zwei Wochen den shutdown, also die Ausgangssperre“, so Kanzler. Das müssten die Bürger auch mal aushalten.

Gleichzeitig bittet er alle, sich einsichtig und besonnen an die bestehenden Regeln zu halten. „Alles, was zu vermeiden ist, sollte auch vermieden werden. Also nur noch die Wege erledigen, die man unbedingt machen muss.“ Sein ausdrücklicher Dank gilt jetzt schon an alle, die in höchstem Maße mithelfen, die Krise zu bewältigen.

Der Amtsbereich Altdöbern muss in diesen Tagen immer wieder feststellen, dass insbesondere Schulkinder auf Spielplätzen, in den Parkanlagen und auf Straßen und Plätzen in Gruppen anzutreffen sind. „Das ist nicht mit den aktuellen Anforderungen der Verhaltensregeln vereinbar. Daher müssen wir die Erziehungsbeauftragten und Eltern dringend bitten, auf ihre Kinder so einzuwirken, dass eben keine Gruppenaktivitäten, verbunden mit einer hohen Ansteckungsgefahr, am Schmidsteich oder im Schlosspark stattfinden“, sagt Amtsdirektor Frank Neubert.

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