Von Ingvil Schirling

Bei Starkregen hat die Kita Gute Laune ein Problem. Es heißt: Wasser im Keller. Im Haus zwei ist auch der Essensraum betroffen. Das Problem besteht seit Jahren, bestätigen Abgeordnete ebenso wie Kita-Leiterin Jana Liebermann. Der Bildungsausschuss hatte die Misere zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal vor Ort besichtigt. Nun kochte das Thema erneut hoch. Vergangene Woche brachten es eine engagierte Mutter und Abgeordnete bei zwei Fachausschüssen wieder auf den Tisch.

Reinhard Krüger (Die Linke) sowie Sabine Mrose als sachkundige Einwohnerin, Mutter und Kundige aus dem Kita-Ausschuss sprachen die Situation im Bildungsausschuss an. Der Abgeordnete Krüger griff tags darauf zum Hörer und trug das Problem zusätzlich der LR vor, verbunden mit dem Hinweis klargemacht zu haben, dass er zum Bauausschuss zwei Tage später eine Antwort erwarte. Die „gute Laune“ war ihm in dem Moment sichtlich vergangen.

Das Thema ist bekannt, aber die Lösung?

Ähnliches war Paul Bruse (Die Stadtfraktion) und Jens Richter (CDU) im Bauausschuss anzumerken. Bruse fragte am Ende der Beratung die Stadtverwaltung, was man denn da machen könne. „Das Thema ist bekannt, aber was wäre die Lösung?“, fragte er.

„Dass bei Starkregen Wasser in den Keller läuft, ist schon sehr lange bekannt“, bestätigte Saskia Albrecht vom Gebäudemanagement der Stadtverwaltung. Sie selbst arbeitet erst seit kurzem in dem Bereich, hatte sich aber in das Thema eingearbeitet: „Die Flächen sind zu sehr versiegelt, um mit kurzfristigen Maßnahmen einen Effekt erzielen zu können.“ Die Regenwasserkanäle, das sei geprüft worden, „sind frei“. Eine Abflussmöglichkeit allerdings sei zu klein. „Wir müssen schauen, was wir im nächsten Haushalt gedeckt bekommen.“

Abgeordneter hadert merklich

Das heißt zwar, dass die Verwaltung an dem Thema dran ist. Doch mit dem Zeitpunkt und der Lösungsorientierung haderte Jens Richter merklich. „Schon im Sommer 2018 haben wir uns die Sandsäcke angeschaut. Das ist doch unsere eigene Bausubstanz. Wir müssen das einfach anders auf dem Schirm haben. Der Ausschuss hatte vor Ort auch schon gesehen, dass wir mit kleinem Geld keine große Lösung erzielen können.“ Er finde es aber wichtig, „dort eine Lösung zu finden. Das würde ich echt begrüßen.“

Das war bei allem Ärger noch positiv formuliert. Ähnlich ist die Tonlage vor Ort. Hausmeister Danny Paul kann sogar noch lächeln, als er für die LR routiniert demonstriert, wie er die Sandsäcke zum Schutz vor Wassereinbrüchen vor dem Kellerabgang des einen Hauses positioniert. „Die ,Gute Laune’ macht gute Laune“, kommentiert Chefin Jana Lieberman zwar, doch die Lage ist natürlich ernst. „Wann immer wir dunkle Wolken sehen und Starkregen angesagt ist, wissen wir, was zu tun ist“, sagt sie. Deshalb steht am Abgang zum Keller schon eine Kiste mit Sandsäcken bereit.

Und nicht nur dort. Auch das Haus 2 ist betroffen, dort wird der Essensraum feucht, wenn draußen der Starkregen fällt. Das Problem ist das gleiche, nur am Kellereingang größer, weil die versiegelte Fläche um ihn herum und die Neigung ausgeprägter und weitläufiger sind. So sammelt sich genau dort in einer zu schmalen Abflussrinne in kurzer Zeit viel Wasser, die dieses nicht mehr abtransportieren kann. Über die betonierte Schräge läuft es ungebremst in den Keller. Wer durchgeht und eine gute Nase hat, kann die Feuchtigkeit bereits riechen.

Personalmangel ein Grund

Frank Neumann als Fachbereichsleiter Bauwesen führte die fehlende Stellenbesetzung als Grund dafür an, dass für das Problem noch keine Lösung in Sicht ist. Nach jetzigem Stand werden die Kita-Mitarbeiter auch beim nächsten Starkregen wieder routiniert in den Sandsack-Kampf gehen.