Von Ingvil Schirling

Erzählt wird eine Geschichte von absurder Tragik. Ein italienischer Vater wird aufgrund seiner jüdischen Herkunft mitsamt seinem kleinen Sohn in einem KZ inhaftiert. Um diesen vor der grausamen Realität zu schützen, redet er ihm ein, das Ganze sei ein hochkomplexes Spiel, das es zu gewinnen gelte.

Der Streifen „Das Leben ist schön“ gewann 1999 Oscars für den besten fremdsprachigen Film, beste Musik und bester Hauptdarsteller und war in weiteren Sparten nominiert. Roberto Benigni spielte die Rolle des Vaters und führte mit Regie – und ihn wiederum regte dazu unter anderem ein Buch an, das auf den Erlebnissen eines italienischen Häftlings im KZ-Nebenlager Sachsenhausen in Jamlitz fußt.

In Rom verhaftet, drei KZs überlebt

Romeo Rubino Salmoni heißt dieser. Er wurde 1920 in Rom geboren und im dortigen Ghetto im April 1944 verhaftet. Anders als der Hauptdarsteller überlebte er – nicht nur das KZ Lieberose, sondern auch Auschwitz, wohin er zuerst deportiert worden war, sowie später das Nossener Lager. All das hat die Initiativgruppe Jamlitz um Peter Kotzan herausgefunden. Es war Teil ihrer Recherchen für eine Ausstellung über italienische Häftlinge im Lager. Sie wurde diesen Monat erneut aufgebaut, weil Angehörige von Inhaftierten aus diesem Land auf Spurensuche in die Gedenkstätte Lieberose gekommen waren.

Gegen Hitlers Pläne „gewonnen“

Benignis Charakter in „Das Leben ist schön“ wird am Ende erschossen, doch sein Plan, das Grauen für sein Kind wie ein Spiel aussehen zu lassen, das es schließlich gewinnt, geht auf. Rubino Salmoni hingegen überlebte. Er schrieb das Buch „Ich besiegte Hitler“. Dieses inspirierte den Recherchen zufolge Roberto Benigni – unter anderem. Auch ein früherer Film und die Erlebnisse seines Vaters im KZ Bergen-Belsen flossen in „Das Leben ist schön“ mit ein.