Arzt in Lübben
: Wie zwei angehende Hausärzte auf den Praxisalltag vorbereitet werden

Ärztesicherung im ländlichen Raum: Im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Dahme-Spreewald in Lübben werden ab sofort junge Hausärzte ausgebildet.
Von
Harriet Stürmer
Lübben
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Das Medizinische Versorgungszentrum Dahme-Spreewald in Lübben ist erstmals Weiterbildungsort für Allgemeinmediziner. Weiterbildungsassistent Enrico Burkhardt übernimmt hausärztliche und administrative Aufgaben während seiner Ausbildungszeit.

Sana Klinikum Dahme-Spreewald

Anke Teichert ist gebürtige Spreewälderin – und angehende Hausärztin. Nach ihrem Medizinstudium in Lübeck und Leipzig lebt sie inzwischen wieder in ihrer Heimat – und will hier demnächst auch als Allgemeinmedizinerin praktizieren. Zuvor steht noch die Facharztausbildung auf dem Programm, die sie derzeit im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Dahme-Spreewald in Lübben absolviert. Anke Teichert und Enrico Burkhardt sind die ersten Weiterbildungsassistenten, die dort – in der Allgemeinmedizinischen Praxis von Diplom-Medizinerin Petra Kamrau – Einblicke in den Arbeitsalltag einer Hausarztpraxis erhalten.

„Für mich stand immer fest, dass ich nach dem Medizinstudium zurück in meine Heimat möchte“, sagt Anke Teichert, die inzwischen wieder auf dem elterlichen Hof in Burg lebt, und erklärt: „Ich möchte unbedingt als Allgemeinmedizinerin arbeiten. Da gibt es keinen Plan B. Ich freue mich darauf, Patientinnen und Patienten ganzheitlich in ihrem Umfeld, mit ihren Familien über einen längeren Zeitraum zu begleiten.“

Das MVZ als letzte Station vor der Facharztprüfung

Nachdem sie einen Teil ihrer Weiterbildungszeit bereits in einer privaten Hausarztpraxis sowie in verschiedenen Abteilungen des Klinikums Dahme-Spreewald absolviert hat, ist das MVZ nun die letzte Station vor der Facharztprüfung. „Ich möchte die Praxisstruktur im MVZ kennenlernen, um dann besser entscheiden zu können, ob ich eine eigene Praxis eröffne oder lieber angestellt arbeite“, sagt Anke Teichert.

Bei Hausärztin Petra Kamrau und ihrem Team bekommt sie nun gemeinsam mit Nachwuchsmediziner Enrico Burkhardt, der bereits seit Oktober 2023 in der Praxis tätig ist, umfassende Einblicke in den Praxisalltag. Dort übernimmt sie selbstständig und unter professioneller Anleitung die Betreuung der Patienten, organisiert Untersuchungen, plant Behandlungen und lernt administrative Aufgaben kennen.

Dank der Weiterbildungsermächtigung von Ärztin Petra Kamrau kann das MVZ jetzt angehende Hausärzte qualifizieren. Und die ersten beiden Stellen für Weiterbildungsassistenten waren auch in kürzester Zeit besetzt. „Wir freuen uns über jeden, der Interesse hat, als Weiterbildungsassistent in unserem MVZ tätig zu werden“, sagt Praxismanagerin Jacqueline Arens.

Was erwartet die Nachwuchsmediziner dort? „Wir bieten Einblicke in die Arbeit mit Patienten im niedergelassenen Bereich, die Mediziner in einer Klinik nicht bekommen. Hier lernen Hausärzte von morgen zum Beispiel die Fülle an Regularien wie Abrechnungsleistungen oder die enge Verbindung mit der Kassenärztlichen Vereinigung kennen“, zählt Jacqueline Arens auf.

Weil das Praxismanagement des MVZ einige organisatorische Aufgaben für die Weiterbildungsassistenten übernehme, könnten die sich voll und ganz auf ihre Tätigkeit in der Praxis konzentrieren. Unterstützung kommt auch von außerhalb. „Unser MVZ kooperiert eng mit dem Klinikum Dahme-Spreewald. Wir können beispielsweise die umfangreiche Funktionsdiagnostik des Krankenhauses mitnutzen“, sagt Jacqueline Arens.

Vielfältige Möglichkeiten, um zu hospitieren

Sie erklärt weiter: „Gemeinsam mit den verschiedenen Praxen von Chirurgie bis Gynäkologie bietet unser Spektrum vielfältige Möglichkeiten, um zu hospitieren und neue Erfahrungen zu sammeln.“ Darüber hinaus könne man dank der Zusammenarbeit zwischen dem MVZ Poliklinik Lübben und dem MVZ Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen weitere Hospitationsmöglichkeiten organisieren; etwa in der Diabetologischen Schwerpunktpraxis in Königs Wusterhausen. „Eine solche Vielfalt ist in einer Einzelpraxis nicht gegeben„, betont Arens.

Anke Teichert jedenfalls zeigt sich dankbar für die praxisnahen Einblicke und die Vielfältigkeit. Sie hofft, dass sie im Jahr 2024 ihre Facharztprüfung absolvieren und dann als neue Hausärztin im Spreewald ihren Traumberuf leben kann.

Das Klinikum Dahme-Spreewald

● Unter dem Dach des Klinikums Dahme-Spreewald vereinen sich die beiden Standorte Spreewaldklinik Lübben und das Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen.

● Die beiden Krankenhäuser versorgen jährlich mehr als 25.000 stationäre und mehr als 50.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Dafür stehen in den beiden Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung insgesamt 448 Betten in neun Fachbereichen zur Verfügung.

● In der Gesundheitsakademie Heinz Sielmann, die ebenfalls unter der Trägerschaft des Klinikums Dahme-Spreewald steht, werden mehr als 130 Schülerinnen und Schüler auf den Berufsalltag in der Pflege vorbereitet. Die Gesundheitsakademie zählt zu den größten Einrichtungen dieser Art im Land Brandenburg.

● Ergänzend bestehen seit 2019 ambulante Versorgungsmöglichkeiten. Zunächst durch das Medizinische Versorgungszentrum Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen in den Bereichen Allgemeinmedizin/Innere Medizin, Chirurgie und Kinder- und Jugendmedizin sowie seit 2022 im MVZ Poliklinik Lübben in den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Chirurgie.