Arzt in Königs Wusterhausen
: Wie gut läuft die Terminbuchung mit Doctolib?

Die App Doctolib verspricht eine einfache Terminbuchung. Ob das auch für Königs Wusterhausen stimmt und wie Patienten damit schneller einen Termin bei einem Arzt bekommen.
Von
Marlene Wetzel
Königs Wusterhausen
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Mit Doctolib sollen Patientinnen und Patienten einfacher einen Termin bei einem Arzt bekommen. Wie ist das in Königs Wusterhausen?

Marlene Wetzel
  • Doctolib erleichtert in Königs Wusterhausen die Terminbuchung – viele Praxen sind gelistet.
  • 78 Gesundheitsfachkräfte sind verzeichnet, bei 52 gibt es Online-Buchung per App.
  • 26 Prozent erhalten Termine binnen 48 Stunden, 88 Prozent innerhalb von 30 Tagen.
  • Kliniken prüfen Terminanfragen zuerst, oft werden Unterlagen wie Überweisungen verlangt.
  • Kritik: hohe Kosten und eingeschränkte Online-Termine; Praxen steuern Buchbarkeit selbst.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Laut Bundesgesundheitsministerium warten gesetzlich Versicherte deutschlandweit durchschnittlich 42 Tage auf einen Termin beim Facharzt. Für den Landkreis Dahme-Spreewald selbst gibt es leider keine eigene Statistik.

Die App „Doctolib“ verspricht eine vereinfachte Terminbuchung. Patientinnen und Patienten melden sich bei Doctolib an, suchen nach einem medizinischen Fachgebiet, einer Behandlung oder einer bestimmten Ärztin, einem bestimmten Arzt direkt und können per Handy einen Termin buchen.

Wer in Königs Wusterhausen und Umgebung über Doctolib nach einem Arzttermin sucht, findet inzwischen zahlreiche Praxen, das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Dahme-Spreewald und sogar die beiden Dahme-Spreewald Kliniken „Achenbach Krankenhaus“ und „Spreewaldklinik Lübben“.

52 Ärztinnen und Ärzte bieten rund um KW online Termine an

In den Gemeinden Königs Wusterhausen, Wildau, Zeuthen, Eichwalde und Schönefeld sind auf Doctolib insgesamt rund 78 Gesundheitsfachkräfte gelistet, darunter Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Therapeutinnen und Therapeuten und weitere, wie Sprecher Dominik Kratzenberg mitteilt.

Bei 52 von ihnen können Patientinnen und Patienten online über die App einen Termin buchen. Bei drei Profilen nutzen die Praxen Doctolib für ihre interne Termin- und Praxisorganisation, die Online-Buchung durch Patientinnen und Patienten ist dort jedoch nicht freigeschaltet. Und rund 23 sind kostenlose Verzeichniseinträge von Gesundheitsfachkräften, die Doctolib aktuell nicht aktiv nutzen, erklärt Kratzenberg weiter.

Diese Einträge würden der Transparenz dienen und es Patientinnen und Patienten ermöglichen, auch Ärztinnen und Ärzte außerhalb des Doctolib-Netzwerks zu finden. Eine Online-Terminbuchung sei über diese Profile jedoch nicht möglich.

Inzwischen hätten sich rund um KW mehr als 20.000 Personen mit einem Doctolib-Konto registriert – Tendenz steigend. Am häufigsten würden Termine in der Allgemeinmedizin gebucht,  gefolgt von der Orthopädie und der Urologie.

Arzt in KW: Vergleichsweise kürzere Wartezeiten

Was aber entscheidend ist: Schenkt man den Angaben des Unternehmens Glauben, dann verhilft Doctolib den Menschen rund um KW zu schnelleren Arztterminen. So teilt Kratzenberg mit, dass 26 Prozent der Patientinnen und Patienten, die hier buchen, innerhalb von 48 Stunden einen Termin erhielten. Knapp die Hälfte (45 Prozent) bekäme innerhalb einer Woche einen, und insgesamt fänden fast neun von zehn Terminen (88 Prozent) innerhalb von 30 Tagen statt.

Wie kann das sein? Die Doctolib-Buchung ermögliche es Patientinnen und Patienten, rund um die Uhr freie Termine einzusehen und direkt zu buchen, auch außerhalb der Öffnungszeiten der Praxis, erklärt der Sprecher.

Darüber hinaus würden einige Funktionen dabei helfen, noch schneller einen passenden Termin zu finden, Filter zum Beispiel. Patientinnen und Patienten könnten etwa „Heute" oder „In den nächsten drei Tagen" eingeben. Wer bei der Uhrzeit und dem Ort flexibel sei, finde oft deutlich schneller einen Termin, auch in einer Nachbargemeinde. Das hinge auch damit zusammen, dass Online-Absagen nur wenige Sekunden dauerten und ein Termin sofort wieder für andere Patientinnen und Patienten freigegeben werde. Bei vielen Praxen funktioniere das inzwischen auch über einen KI-Telefonassistenten.

Videosprechstunde, frühzeitige Planung und Warteliste helfen

Daneben rät der Doctolib-Experte, Videosprechstunden zu nutzen: Beratungsgespräche, Rezeptausstellungen oder Krankschreibungen seien oft eine schnelle und unkomplizierte Alternative zum Praxisbesuch.

Und er empfiehlt, die Vorsorge frühzeitig zu planen und saisonalen Engpässen vorzubeugen. Dazu halte die App eine Funktion bereit: „Gesundheitserinnerungen“. Nicht zuletzt weist Kratzenberg auf die digitale Warteliste hin: Wird ein Termin kurzfristig abgesagt, benachrichtige Doctolib die wartenden Patientinnen und Patienten automatisch per E-Mail, SMS oder Push-Nachricht. Der freie Termin werde so in kürzester Zeit neu besetzt, ohne dass das Praxisteam aktiv Zeit aufwenden muss.

Kliniken müssen Termine erst freigeben

Was Patientinnen und Patienten wissen müssen: Bei Kliniken und Krankenhäusern läuft die Terminvergabe häufig anders. Anstelle einer direkten Buchung stellen Patientinnen und Patienten eine Terminanfrage, die von der Klinik geprüft und bestätigt wird. Oft werden auch zusätzliche Unterlagen benötigt, etwa eine ärztliche Überweisung. Diese könnten ebenfalls über Doctolib eingereicht werden, so Kratzenberg.

Doctolib für Praxen sehr teuer

Eine Ärztin aus einem Nachbarort von KW, die namentlich nicht genannt werden möchte, weist auch auf negative Aspekte des kommerziellen Terminportals Doctolib hin: Das Tool sei „furchtbar teuer“ für die Praxen, sagt sie – zum einen in der Anschaffung, zum anderen die monatlichen Gebühren. Aus Praxisperspektive sei es zwar eine Erleichterung für die medizinischen Fachangestellten (MFAs), aber eine, „die man erst mal erwirtschaften muss“. Überdies enthalte es keine Möglichkeit mehr für die MFAs zu entscheiden, wer akut krank ist und schnell einen Termin braucht, und wer nicht.

Doctolib-Sprecher Kratzenberg hingegen meint, die Software würde sich für Praxen in der Regel schnell auszahlen: Die Online-Buchung rund um die Uhr entlaste das Praxistelefon spürbar und viele Praxen würden von einer Zeitersparnis durch Digitalisierung und cloudbasierte Lösungen berichten. Auch würden den medizinischen Fachangestellten keine Möglichkeiten genommen, sondern im Gegenteil: Es würde ihnen mehr Steuerungsmöglichkeiten gegeben werden.

So könnten sie Terminarten nach Dringlichkeit unterscheiden und unterschiedlich buchbar machen, etwa Akuttermine und reguläre Vorsorgetermine. Auch könnte gesteuert werden, welche Terminarten online überhaupt gebucht werden können und welche die Praxis selbst vergebe.

Nicht alle Termine sollen für gesetzlich Versicherte verfügbar sein

Kritische Äußerungen zu Doctolib kommen auch von Bundesverband der Verbraucherzentrale. Demnach würden Marktchecks zeigen, dass nicht alle Termine für gesetzlich Versicherte verfügbar oder kostenpflichtig gewesen seien. Ebenso würden Nutzer häufig auf Hinweise stoßen, dass Ärzte oder Therapeuten die Online-Buchung nur für Bestandspatienten oder bestimmte Leistungen anbieten.

„Welche Termine eine Praxis über Doctolib zur Online-Buchung freigibt und ob diese auch für gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten verfügbar sind, entscheidet ausschließlich die jeweilige Praxis“, entgegnet Kratzenberg. Gleiches gelte für online buchbare Leistungen. Ob diese für Neu- oder Bestandspatientinnen und -patienten offenstehen, entscheide die jeweilige Praxis.

Da gesetzlich Versicherte das Recht hätten, sich auf Selbstzahlerbasis behandeln zu lassen, würden selbst zu zahlende Leistungen als zusätzliche Option angezeigt, wobei die privat zu tragenden Kosten klar gekennzeichnet seien. Zur besseren Kenntlichkeit sei der Filter für Selbstzahlertermine bereits optimiert worden. Insgesamt erweitere Doctolib den Zugang zur Gesundheitsversorgung, da die Online-Buchung einen zusätzlichen, rund um die Uhr verfügbaren Kanal biete.

Dennoch spricht sich die Verbraucherzentrale für klare Mindeststandards und eine faire Terminvergabe aus. Die Buchung von Terminen solle weiterhin auch telefonisch oder direkt in der Praxis möglich bleiben.

Wer steckt hinter Doctolib?

Doctolib ist ein französisches Digital-Health-Unternehmen, das 2013 als Start-up von CEO Stanislas Niox-Chateau und drei weiteren Personen gegründet wurde. Ein Tochterunternehmen sitzt in Berlin und betreibt die deutsche Website.

Die Plattform vermittelt Arzttermine und bietet Praxissoftware für Praxen und Kliniken. Kritiker werfen Doctolib vor, durch seine starke Marktstellung immer mehr Gesundheitsdaten zu sammeln und Selbstzahlerleistungen zu fördern.

Laut eigenen Angaben haben sich in Europa bereits eine halbe Million Gesundheitsfachkräfte sowie 90 Millionen Patienten registriert.