Aktion One Billion Rising
: So setzt Königs Wusterhausen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Die Aktion „One Billion Rising“ macht auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Weltweit erheben sich Frauen und gehen auf die Straße, um Solidarität zu zeigen, Schutz zu fordern und ein Zeichen zu setzen.
Von
Alexandra Leibmann
Königs Wusterhausen
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Verschiedene Frauen und Mädchen beteiligen sich bei der Tanzaktion. Speziell für diesen Anlass haben sie eine Choreographie einstudiert.

Alexandra Leibmann

Während am 14. Februar die Verliebten sich mit Blumen beschenken und händchenhaltend durch den Park laufen, gibt es parallel dazu eine Aktion, die jährlich an diesem Tag auf Missstände aufmerksam machen soll. Es geht um die Gewalt gegen Frauen.

„One Billion Rising“ ist eine globale Bewegung, die ein Zeichen setzt: Frauen stehen auf – für Sichtbarkeit, für Gleichstellung und gegen Gewalt.

Ein Mann mit Rosen in der Hand schaut der Tanzperformance zu. Es ist Valentinstag und gleichzeitig auch Tag der Aktion "One Billion Rising".

Alexandra Leibmann

Die Aktion wurde 2012 von der US-amerikanischen Künstlerin und Aktivistin Eve Ensler ins Leben gerufen, um Bewusstsein zu schaffen und Solidarität für Frauen zu zeigen, die von Gewalt betroffen sind. Politische Maßnahmen zur Bekämpfung der Gewalt werden gefordert, genauso wie Gesetze, die Frauen besser schützen und Opfer von Gewalt besser unterstützen sollen.

Am Brunnenplatz versammeln sich starke Frauen

Es wird geschätzt, dass eine von drei Frauen im Laufe ihres Lebens physische oder sexuelle Gewalt erlebt. Dies sind weltweit etwa eine Milliarde Betroffene, woher sich auch der Titel „One Billion Rising“ (eine Milliarde erheben sich) herleitet.

Neben anderen brandenburgischen Städten wie Potsdam, Cottbus, Prenzlau, Neuruppin und insgesamt 142 Orten in Deutschland hat auch Königs Wusterhausen sich dieses Jahr an der Aktion beteiligt. Gleichstellungsbeauftragte Friederike Weigelt sowie die Stadtverordnete Birgit Uhlworm luden gemeinsam mit Freundinnen und Freunden und Mitgliedern der Frauenliste am Brunnenplatz dazu ein, sich zu versammeln. „Jeden dritten Tag wird eine Frau getötet. Täter sind meist die eigenen Expartner oder Partner“, informiert Weigelt bei der Kundgebung. Sie erwähnt, dass viele Gewaltmeldungen auf der Internetseite von „One Billion Rising“ versammelt sind.

Organisiert wird die Veranstaltung von der Gleichstellungsbeauftragten Friederike Weigelt (l.) und Stadtverordneten Birgit Uhlworm.

Alexandra Leibmann

Hilfe bei erlebter Gewalt

Es gibt verschiedene Wege, um Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn man Gewalt erlebt hat. Auf der Website des „Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser e.V. sind einige Optionen aufgeführt.

Außerdem steht das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ rund um die Uhr zur Verfügung. Telefonnummer: 08000 116 016

„Es ist Zeit, die Ketten zu sprengen“

Die Gruppe am Brunnenplatz, Frauen und Mädchen unterschiedlichen Alters, hat einen Tanz einstudiert. Die Choreografie ist einfach gehalten und soll dazu einladen, sich anschließen zu können. Weltweit wird dieselbe Choreografie aufgeführt und schafft dadurch eine Verbindung aller Frauen weltweit, die gemeinsam tanzen und sich gegen Gewalt erheben.

"Break The Chain" heißt das Lied was über den Brunnenplatz schallt. Mädchen und Frauen tanzen dazu im Rahmen der Aktion "One Billion Rising".

Alexandra Leibmann

Das Lied „Break The Chain“ (Spreng die Ketten) läuft als Titelsong der Aktion über Lautsprecher und erklingt durch die Innenstadt mit den Worten: „I dance cause I love, dance cause I dream, dance cause I've had enough, dance to stop the screams, dance to break the rules, dance to stop the pain, dance to turn it upside down, its time to break the chain“ (Ich tanze aus Liebe, tanze für unsern Traum, tanze, weil es mir jetzt reicht, tanze für Gerechtigkeit, tanze für ein Ende, tanze um den Schmerz zu stoppen, tanze um die Welt zu verändern, es ist Zeit, die Ketten zu sprengen.)

Als am Ende des Lieds alle Mädchen und Frauen der Tanzgruppe ihre Zeigefinger in die Luft heben, ist die kollektive Frauenpower zu spüren. Birgit Uhlworm verteilt an die Besucherinnen und Besucher Rosen zum Abschied.

34. Brandenburgische Frauenwochen

Jedes Jahr, rund um den Internationalen Frauentag, finden die brandenburgischen Frauenwochen statt, die Menschen zu Konferenzen, Diskussionsrunden, Ausstellungen, Lesungen und vielen weiteren Veranstaltungen einladen, um in der breiten Gesellschaft frauenpolitische Themen zu diskutieren.

Dieses Jahr finden die Wochen unter dem Motto „Dit könn´ wa besser!“

vom 1. März bis zum 31. März statt.

„Gleichstellungspolitische Arbeit schützen und voranbringen? Liebe Brandenburger*innen, dit könn’ wa aber besser! Füreinander einstehen? Solidarisch handeln? Mutig sein? Dit könn’ wa och besser!“ sagen die Organisatorinnen des frauenpolitischen Rats zum Projekt auf ihrer Website und wollen in diesem Sinne informieren, Diskriminierung und Missstände thematisieren und ihre Forderungen in Gesellschaft und Politik transportieren, so wie „vernetzen und gegenseitig empowern.“