Die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle der Jugendämter Dahme-Spreewald, Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz blickt auf ihr zehnjähriges Bestehen zurück. Seit 2009 konnten 107 Adoptivkinder erfolgreich in eine Familie vermittelt werden. Seit einem Jahrzehnt beraten und unterstützen die Sozialarbeiter die leiblichen Mütter und Väter, die sich mit dem Gedanken an eine Adoption tragen. Sie prüfen die Eignung von Bewerbern, bereiten diese auf die Adoption vor und übernehmen die Vermittlung von Kindern einschließlich der Begleitung in der Zeit der Adoptionspflege.

„Solidarität stellt ein Grundprinzip unseres menschlichen Zusammenlebens dar. Insbesondere die Hilfe und das Eintreten für Schutzbedürftige im Rahmen einer Adoption gehören maßgeblich dazu“, sagt Dahme-Spreewald-Jugenddezernent Carsten Saß. So sind etwa die Beratung und Unterstützung von Adoptivkindern und -jugendlichen bei ihrer Identitätssuche wichtige Arbeitsschwerpunkte der Vermittlungsstelle.

„Paare, die sich mit dem Gedanken einer Adoption tragen, sollten wissen, dass sie mit ihren Sorgen nicht alleine sind“, sagt Susann Lehmann (Name geändert), die selbst einen Jungen adoptiert hat. „Es lohnt sich definitiv ohne langes Hadern zur Beratung in die Adoptionsvermittlungsstelle zu gehen und sich alle Fragen, die einen beschäftigen, beantworten zu lassen. Da es sich um eine Entscheidung für den Rest des Lebens handelt, ist eine gründliche Vorbereitung unerlässlich. Erst auf einer informationsreichen Grundlage sollte man für sich festlegen, ob man den Schritt einer Adoption gehen will. In Zeiten der Reproduktionsmedizin, die mit psychischen, körperlichen und finanziellen Risiken verbunden ist, kann das mitunter die bessere Option sein.“

Oft werden Mütter, die ihre Kinder zur Adoption freigeben, in der Gesellschaft in schlechtes Licht gestellt und als „Rabenmütter“ verurteilt. Susann Lehmann sieht das anders: „Gerade sie handeln verantwortungsvoll, indem sie ihre Kinder in eine sichere Obhut geben, bevor ihnen in einem zumeist sehr problematischen Umfeld etwas zustößt. Diese Frauen tun in ihrer Notlage etwas sehr Erwachsenes, sind sie doch oftmals noch recht jung und treffen eine Entscheidung, die sie lebenslang zu bewältigen haben. Dafür verdienen sie unseren größten Respekt. Diesem Fakt sollte in unserer Gesellschaft viel mehr Wert beigemessen werden. Leider ist dies noch viel zu häufig ein Tabuthema.“