A10 Center Wildau: Wie ist es, das Gesicht des Einkaufszentrums zu sein?

An der Kundeninformation im A10 Center Wildau dreht Julien Pree seine Videos. Viele haben hunderttausende Klicks.
Maria Häußler- Julien Pree bespielt Social Media für das A10 Center Wildau und erreicht große Reichweiten.
- Er begann mit einem privaten Video an der Kundeninfo, das viral ging – danach folgte der Auftrag.
- Drehs finden meist an der Kundeninformation statt, teils filmt seine Schwester. Pannen schneidet er neu.
- Er wird im Center oft erkannt und bleibt trotz abgeschlossenem Studium gern an der Information.
- Das A10 Center feiert am 26. September 2026 sein 30. Jubiläum mit DJs, Fotogalerie und Feuerwerk.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Julien Pree zieht ein Kabel durch seinen Hemdkragen, stellt sein Handy vor sich auf den Tisch und streicht sich die Haare zurecht. Gleich dreht der 22-Jährige ein Social-Media-Video, in dem er erklärt, wo Kunden kostenlose Tickets für die 30. Geburtstagsfeier des A10 Centers Wildau bekommen. Seine Videos für TikTok, Instagram und Facebook erreichen hunderttausende Zuschauer.
Das Video dreht Pree an der Kundeninformation, wo er auch sonst arbeitet. „Ich hab mir nicht überlegt, was ich sage, und leg einfach los“, sagt er. Kein einziges Mal verspricht er sich oder stockt. Dann kippt plötzlich das Smartphone um. „Nicht im Ernst!“, ruft Julien Pree und lacht. Er dreht das Ende der Szene einfach noch einmal.
Das A10 Center Wildau feiert am 26. September 2026 sein 30. Jubiläum mit einer großen Party. Darum soll es auch in dem neuen Video gehen. Es soll eine Bühne mit bekannten DJs der 90er Jahre, eine Fotogalerie und ein Feuerwerk geben.
Julien Pree erzählt, ursprünglich sei nicht geplant gewesen, dass er die Social-Media-Plattformen für das A10 Center Wildau bespielt. Er wollte seinen Freunden zeigen, wie er an der Kundeninformation arbeitet – und das Video ging auf TikTok viral. Also drehte er häufiger solchen Content, bis das Management auf ihn zukam und fragte, ob er sich vorstellen könnte, das auch für das A10 Center zu machen.
Während des Gesprächs kommen immer wieder Kunden zur Information. Julien Pree erklärt den Weg zu Geschäften, steckt Gutscheine in Geburtstagskarten oder geht ans Telefon.

Bei der Geburtstagsfeier im A10 Center tritt ein bekannter Techno DJ aus den 90er Jahren auf. Julien Pree dreht vor dem Aufsteller an der Kundeninformation den zweiten Teil seines Videos.
Maria Häußler„Bist du Julien?“, fragt ein blondes Mädchen mit einer Einkaufstasche in der einen und ihrem Smartphone in der anderen Hand. „Können wir ein Foto machen?“ Julien Pree lächelt, stellt sich zu den beiden Teenagern und schießt ein Selfie. Das sei nun schon das zweite Mal an diesem Tag vorgekommen. Er sei sogar schon einmal in Frankfurt am Main erkannt worden. „Ich finde das süß. Und auch jedes Mal krass“, sagt er. „Eigentlich bin ich doch nur der Typ an der Kundeninfo.“
Pree wollte mit dem Job eigentlich nur die Zeit bis zu seinem dualen Studiengang „Business Administration“ mit dem Schwerpunkt Marketing, Kommunikation und digitale Medien überbrücken. Jetzt ist er mit dem Studium fertig und sitzt immer noch gern an der Kundeninformation im A10 Center. Von hier aus könne er auch die Arbeit für Social Media am besten machen. Wenn der Content für ein Unternehmen von Mitarbeitern käme, sei das ein authentischer Einblick, erklärt Pree. „In meiner Bachelorarbeit habe ich mich damit beschäftigt.“
Vorher übernahm seine Arbeit ein externes Unternehmen. Julien Pree kennt das A10 Center von klein auf und wohnt in Wildau. So könne spontaner reagieren und auf aktuelle Themen eingehen. „Am besten ist es, wenn man Dinge im Video sieht, die man sonst nicht sehen oder erleben würde. Hinter den Kulissen oder ein Einblick in die Arbeit“, sagt Pree. Meistens drehe er selbst, manchmal müsse aber seine Schwester als Kamerafrau einspringen.
Auch Julien Prees privater Instagram-Account profitiert von den Videos aus dem A10 Center. Dafür drehe er dann aber eigenes Material. „Es kommen inzwischen Marken auf mich zu“, sagt er. Auf die Frage hin, ob er finanziell gesehen noch an der Information sitzen müsste, zögert er kurz. „Wahrscheinlich nicht. Aber es macht mir einfach Spaß.“

