30 Jahre Einheit
: Spreewälder berichtet über Zeit als Grenzsoldat

Ein ehemaliger Grenzsoldat aus dem Spreewald wird zum Zeitzeugen. Im Lübbener Wappensaal berichtet er über seine Jahre auf dem Brocken.
Von
Ingvil Schirling
Lübben
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Dietmar Schultke als junger Grenzsoldat mit "Nena vom Brockenblick".

Dietmar Schultke

Eintauchen in die deutsche Geschichte vor 30 Jahren, die damaligen Ereignisse mit den Augen eines jungen Grenzsoldaten aus dem Spreewald sehen: Das können die Gäste einer Veranstaltung im Lübbener Wappensaal am 3. Oktober, dem 30. Tag der Deutschen Einheit. Dietmar Schultke, im Luckauer Raum auch bekannt als Jugendsozialarbeiter, wird aus seiner Vergangenheit erzählen.

Zeitzeugen–Vortrag im Lübbener Museum

Als DDR–Zeitzeuge der Bundesstiftung Aufarbeitung und Autor des Titels „Keiner kommt durch“ hält er einen Lichtbildervortrag im Museum Schloss Lübben.

Dietmar Schultke erzählt von seiner vormilitärischen Ausbildung in der Schulzeit bei Lübben, seiner Vereidigung zum Thälmannpionier in der KZ–Gedenkstätte Lieberose. Als 19–jähriger erhielt er den Einberufungsbefehl an den Eisernen Vorhang, doch sein sehnlichster Wunsch war die Überwindung der einst sichersten Grenze der Welt.

Bereits seit seinem zehnten Lebensjahr unterhielt Schultke eine Brieffreundschaft mit der in New York lebenden Elisabeth Rosner. Sie lud ihn in den Sommerferien in die USA ein, doch laut DDR–Reisegesetz war das verboten.

Gab es eine Chance zur Flucht?

Doch als Grundwehrdienst–Soldat am Brocken im Harz war er zum Schweigen verdammt. Grenzerhündin Nena vom Brockenblick war seine engste Vertraute im harten Alltag des Regimes — jeder zehnte Grenzer war ein IM. Sollte er noch in dieser Zeit eine Fluchtchance erhalten?

Antwort darauf gibt sein Vortrag, der mit vielen historischen Lichtbildern aus der Zeit der deutschen Teilung eine spannende Veranstaltung zu werden verspricht. Beginn ist am 3. Oktober 2020 um 15 Uhr im Wappensaal.