Niederlausitz-Museum
: Neue Ausstellung widmet sich Kalten Krieg in Luckau

Eine Sonderausstellung des Niederlausitz-Museum widmet sich dem Kalten Krieg in Luckau und verdeutlicht dessen Auswirkungen in der Region. Ein Rundgang weckte bei den ersten Besuchern Erinnerungen vor allem an Kindheit und Jugend.
Von
Birgit Keilbach
Luckau
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Mit Abstand und Maske schauten sich die ersten Besucher die neue Sonderausstellung im Niederlausitz-Museum Luckau an.

Birgit Keilbach

„Kalter Krieg in Luckau“ ist das Motto der neuen Sonderausstellung im Niederlausitz-Museum Luckau. Auch in der Provinz seien die Auswirkungen vom Kampf der Systeme spürbar gewesen. „Die Front des kalten Krieges verlief in jeder Stadt, jeder Familie, in der Schule, den Geschäften“, sagte Kurator Albrecht Ecke zur Eröffnung. Ständig sei es um Schlachten gegangen, der Arbeitsplatz sei zum „Kampfplatz für den Frieden“ erklärt worden; der Alltag durchsetzt mit Vergleichen von Ost und West. Welche Jeans kann ich tragen? Welche Schallplatten gibt es zu kaufen, welche Bücher sind zu haben?

Der Rundgang weckt auch bei den ersten Besuchern Erinnerungen vor allem an Kindheit und Jugend. Eine sehr schöne Kindheit habe sie in Luckau verlebt, erzählt Inge Barth. „Als Kinder haben wir den Wilhelm Pieck sehr verehrt. Wir sind so erzogen worden“, erinnert sie sich. Auch daran, dass am 17. Juni 1953 auf dem Luckauer Markt ein Panzer stand. „Als Kinder sind wir darauf herumgeklettert, die Zusammenhänge haben wir erst viel später begriffen“, sagt die Luckauerin.

Opposition war schwierig gewesen in der DDR

Hans-Georg Nerlich, der von 1965 bis 69 an der Luckauer EOS lernte, erinnert sich an eins der nonverbalen Signale: „Wir trugen damals Kanülen verdeckt am Revers. Das hieß: ‚Wir lassen uns den Sozialismus nicht einimpfen.’“

Die Opposition sei schwierig gewesen, und vor allem nonverbal ausgedrückt worden, über Kleidung, Frisur und Musik, ergänzt der Kurator. Gleichgesinnte trafen sich vor allem privat. Erst in den 1980er-Jahren habe sich dies geändert, neue Strukturen bildeten sich, Friedensbewegung und Umweltgruppen entstanden. Der Einfluss dieses Themas bestehe bis in die Gegenwart, deshalb sei die Ausstellung wichtig, resümierte er.

Die Sonderausstellung ist bis zum 21. Februar 2021 im Museum zu betrachten.

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