Zum zwölften Mal gestaltet das Orchester „grenzenlos“ am dritten Januar-Wochenende einen musikalischen Jahresauftakt. „DutzendWeise“ hat ihn der musikalische Leiter Holger Miertsch betitelt. Das Dutzend werden die Musiker mit dem diesjährigen Neujahrskonzert voll machen. Die in den verschiedenen dargebotenen Titeln versteckten Lebensweisheiten werden sich wie ein roter Faden durch das Konzert ziehen.

Das hat auch mit den zurückliegenden zwölf Monaten zu tun, die für den Verein Musik und Leben und das von ihm getragene Orchester nicht leicht waren. Zwischenzeitlich verloren die Musiker ihr Ziel aus den Augen, die gemeinsame Freude am Musizieren, das Wohlfühlen in der Gemeinschaft. „Das vergangene Jahr hatte für uns als Verein und Orchester viele Herausforderungen, verschiedene Richtungen standen zur Diskussion, Entscheidungen mussten getroffen werden“, fasst Vereinsvorsitzende Maret Kurrar zusammen. Im Ergebnis erhielt das Orchester für das diesjährige Neujahrskonzert eine neue Struktur. Junge Musiker bekamen die Verantwortung bisheriger Stammmusiker übertragen. „Sie haben sich komplett die fehlenden ersten Stimmen erarbeitet und sind in kürzester Zeit in diese Aufgaben hinein gewachsen“, sagt der musikalische Leiter Holger Miertsch anerkennend.

Orchester hat wieder gewohnt guten Klang

Der 15-jährige Justin Palm ist einer von ihnen. „Die erste Stimme ist die schwierigste bei den meisten Musikstücken. Beim Lernen haben mir die Musiker geholfen, die schon länger dabei sind.“ Auch Julian Kurrar hat im Orchester mit der Bassgitarre eine neue Herausforderung bewältigt. „Bassgitarre im Orchester zu spielen ist etwas ganz anderes als in einer Band. Hier nimmt sie die Stelle von Kontrabass oder Tuba wahr. Und sie ist eine Stimme, die sich einfügen muss“, erläutert der 16-Jährige. Erst durch das intensive Üben im Probenlager habe er diese Rolle des Instruments richtig verstanden, resümiert Julian.

Inzwischen hat das Orchester laut Holger Miertsch wieder seinen gewohnten guten Klang. Musikalisch ergänzen werden den Klangkörper beim Neujahrskonzert auch in diesem Jahr wieder die polnischen Musiker des Musikvereins der Musikschule Wschowa mit Violinen, Celli, Trompete und Posaune.

Filmmusik für das Neujahrskonzert

Für den traditionellen Jahresauftakt haben die Musiker eine Reihe neuer Titel einstudiert. Die Filmmusik von „Forrest Gump“, „Nessaja“ von Peter Maffay oder „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch zählen dazu. Im klassischen Teil mit den Walzermelodien warten die Musiker erstmals mit dem beschwingten „Wiener Praterleben“ auf, der in den 1920er-Jahren in Berlin auch als Sportpalastwalzer bekannt wurde.

Einige Überraschungen hat das Orchester für die Musikfreunde außerdem vorbereitet. So wird ein „Pott Porree“ Liebe, Triebe und Heimlichkeiten musikalisch thematisieren. Auch Freunde böhmischer Blasmusik sollen auf ihre Kosten kommen, wenn auch auf eine etwas andere als die gewohnte Art. „Wir werden bei dieser Musik ganz bewusst einen Stilbruch machen und sie im klassischen Sound erklingen lassen“, erläutert Holger Miertsch. Violinen und Celli werden dabei Stimmen der Blasinstrumente spielen. „Die Fans böhmischer Blasmusik werden vermutlich etwas verwundert sein, doch ich hoffe, dass ihnen dieser andere Sound auch gefällt.“

Konzerte in Lübben und Luckau


Das Neujahrskonzert des Orchesters „grenzenlos“ erklingt am Samstag, 18. Januar 2020, um 16 Uhr in der Aula des Paul-Gerhardt-Gymnasiums in Lübben. Am Sonntag, 19. Januar 2020, spielen die deutschen und polnischen Musiker in Luckau auf dem Schlossberg zwei Konzerte. Beginn ist um 11 Uhr und um 16 Uhr.

Karten für die Konzerte können über die Homepage des Vereins: www.musik-und-leben.de gebucht werden und sind in beiden Städten an bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.