Ab Mittwoch sind die Schulen geschlossen. Kurz war in Verwaltungen und Einrichtungen die Zeit, die Zwangspause vorzubereiten, die für Schüler und Lehrer keine Freizeit ist. „Wir haben zwei Tage Hochspannung hinter uns“, sagt Katrin Nauert, Schulleiterin der Luckauer Oberschule An der Schanze, am Dienstagabend. Rund 250 Schüler lernen an der Einrichtung, davon etwa 40 mit Migrationshintergrund.

Netz der Luckauer Oberschule zu schwach für Online-Unterricht

Für alle Schüler und alle Fächer seien Lernaufträge erarbeitet worden. In Papierform, denn das digitale Netz sei für Online-Unterricht zu schwach, sagt die Schulleiterin. So halten Lehrer und Oberschüler den Kontakt auf herkömmliche Weise per Telefon und Mail. Dienstmailadressen für jeden Lehrer, wie sie dafür nötig sind, waren den Schulen zwar versprochen. „Wir haben sie aber nicht und uns deshalb mit Unterstützung unseres IT-Betreuers von der Stadt kurzfristig selbst gekümmert,“ sagt Katrin Nauert. „Es muss sich in Sachen Digitalität dringend etwas bewegen“, das ist schon jetzt eine Erfahrung von Katrin Nauert aus der Corona-Krise, mit der sie wohl nicht allein steht.

Cottbus

Luckauer Bohnstedt Gymnasium stellt Aufgaben auf die Website

Das Luckauer Bohnstedt Gymnasium stellt seinen 477 Schülern Aufgaben aus allen Fächern auf der Webseite zur Verfügung. Die ersten seien abgesichert und sollen nach und nach ergänzt werden. „Die Qualität und Quantität eines normalen Unterrichts kann damit aber nicht erreicht werden“, sagt Schulleiter Peter Guhra. Für alle Beteiligten sei die Situation eine riesige Herausforderung. Denn zu Hause zu arbeiten, das erfordere viel Selbstdisziplin. Der Schulleiter appelliert an die Unterstützung der Eltern und Familien. „Die Schüler benötigen eine ablenkungsfreie Umgebung zu festgelegten Zeiten, damit das Lernen gelingen kann“, rät er.

Prüfungsjahrgänge des Luckauer Gymnasiums sind verunsichert

Auch am Gymnasium bleiben die Lehrer telefonisch oder per E-Mail erreichbar. In regelmäßigen Abständen sollen die Lösungen zu Kontrolle an die Lehrer gesendet werden. Digitale Schulformate oder Video-Tutorien wird es laut Guhra kaum oder nur in geringen Umfang geben. Denn die Breitbandanbindungen von Schule und den Haushalten lassen reine Online-Angebote nicht zu. Selbst ein Videochat via Skype scheitere an einer stabilen Verbindung, bestätigt er die Worte von Kollegin Katrin Nauert. Zudem soll die Umsetzung den technischen Gegebenheiten aller Haushalten entsprechen. „Wir versuchen deshalb, die Formate so einfach wie möglich zu halten“, so Peter Guhra.

Besonders die Prüfungsjahrgänge seien mit Blick auf die kommenden Wochen verunsichert. Sie fürchten um eine angemessene Vorbereitung. Insbesondere die relevanten Prüfungsfächer stellen einen Schwerpunkt bei der Aufgabenerteilung dar. „Dennoch wird es für alle ein anstrengendes zweites Halbjahr“, ist er überzeugt.

Hektik und Panik ist unter Schülern und Eltern nicht ausgebrochen, bestätigen Peter Guhra, Katrin Nauert und auch Henri Kuhl, Schulleiter der Dahmer Otto-Unverdorben-Oberschule, übereinstimmend.

Dahmer Oberschule nutzt die Schul-App

Die Dahmer Oberschule nutzt ihre Homepage sowie die Schul-App, um Eltern und Schüler über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Aufgaben für zu Hause haben die 180 Schüler für jedes Fach in Papierform mitbekommen, halten die Verbindung zu den Lehrern über Telefon und Mail. Auch in Dahme habe sich die Schule die Dienstmailadressen für die Pädagogen selbst eingerichtet, sagt Henri Kuhl. Online-Unterricht würde in der schwierigen Zeit vieles leichter machen, räumt er ein. Eine Schul-Cloud etwa sei aber noch nicht verfügbar. „Davon abgesehen hat aber auch nicht jeder Schüler Internetanschluss oder ein Smartphone“, das sei zu berücksichtigen, so Henri Kuhl. Seit 40 Jahren ist er nun im Schuldienst. „Dass uns eine Seuche einmal so lahmlegen könnte, hätte ich nicht gedacht“, sagt er.

Jeden Schüler gleichermaßen durch die Krise mitzunehmen, haben sich alle Einrichtungen auf die Fahne geschrieben. Katrin Nauert knüpft an die Worte von Peter Guhra an. „Noch mehr als den Gymnasiasten fällt es unseren Schülern schwer, allein zu Hause zu lernen. Wir haben viele Kinder mit Konzentrationsschwächen“, sagt sie. Die Lehrer hätten allen ausführlich erklärt, warum es aus Gründen des Gesundheitsschutzes dennoch wichtig sei, sich nicht in Gruppen zu treffen. Der größte Wunsch von Katrin Nauert: „Dass alle Kinder, Lehrer und Eltern gesund bleiben und nach den Osterferien ein Schulbetrieb wieder möglich ist.“ Doch die Entwicklung könne niemand absehen. Die Lehrer werden die Zeit deshalb auch nutzen, Vorbereitungen zu treffen, falls es anders kommt.

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Notbetreuung in Kitas


Bis Dienstagnachmittag war die Luckauer Verwaltung noch dabei, die Notbetreuung für Kita- und Grundschulkinder, die anspruchsberechtigt sind, abschließend zu organisieren. Wie Yvette Poser, zuständige Fachbereichsleiterin der Verwaltung sagt, werden alle Kitas zu diesem Zweck offen gehalten. Betroffene Grundschüler werden im Hort „Freundetreff“ betreut.

Auch die Gemeinde Heideblick hält vorerst alle Kitas für die Notbetreuung offen, teilt Bürgermeister Frank Deutschmann mit. Die Gemeinde will sich bei ihren Überlegungen an den Bedürfnissen der betroffenen Eltern orientieren, versichert er.