Die Sonne scheint und wärmt die Luckauer Innenstadt. Und doch sind die die Straßen beinahe menschenleer. Keine Eis-schleckenden Kinder versammeln sich. Gebummelt wird trotz des frühlingshaften Wetters kaum. Denn seit Mittwoch müssen viele Geschäfte in Luckau und ganz Brandenburg geschlossen bleiben. Die von der Landesregierung festgelegte Rechtsverordnung zur Eindämmung der Corona-Erkrankungen zeigt anscheinend eine erste Wirkung.

Hinweisschilder und Aufsteller gibt es deutlich weniger. An vielen Geschäftstüren prangen kurze Hinweise zur Erreichbarkeit. „Da müssen wir jetzt alle durch“, sagt Jeannette Fitzner, Inhaberin des Geschäftes Papillon in Luckau. Wie sie zeigen viele Geschäftsinhaber Verständnis für die Maßnahme. Dass sich das Virus im Landkreis und ganz Deutschland nicht weiter ausbreitet, ist auch in ihrem Interesse. Und dennoch bedeutet die Verordnung auch Einschnitte für den Einzelhandel. „In Luckau gibt es viele Misch-Geschäfte. Die Anzahl an kompletten Schließungen ist daher überschaubar“, sagt Ordnungsamtsleiter Thomas Schäfer.

Meisten Einzelhändler sind weiterhin erreichbar

So müssen Geschenkartikel, Dekorationen, Handtaschen oder Schulranzen bei Papillon bis vorerst 19. April beispielsweise in den Regalen liegenbleiben. Den Wäschereiservice als Dienstleistung darf die Inhaberin jedoch weiterhin anbieten. Für den Paketdienstleister DPD wird sie jedoch bis auf weiteres weder Pakete annehmen noch für Kunden ausgeben.

Cottbus

Auch bereits bestellte Ware kann noch abgeholt oder Blumengestecke beispielsweise für eine Beisetzung in den Blumenfachgeschäften bestellt werden. Die meisten Einzelhändler sind daher weiterhin telefonisch oder per E-Mail erreichbar. „Wir schauen von Tag zu Tag und ziehen durch, solange es geht“, sagt Jeanette Fitzner. Sie und weitere Gewerbetreibende aus Luckau fürchten dennoch auch um ihre Existenz. Denn Löhne, Miete und andere Fixkosten sind weiterhin fällig. Wichtige Einnahmen – vor allem mit Blick auf die bevorstehende Osterzeit – verringern sich nun aber. In welchem Maße, wird erst in den kommenden Wochen und Monaten deutlich.

Modegeschäfte bleiben auf der Frühlingsware sitzen

„Die Maßnahmen sind richtig und ich verstehe es. Aber man macht sich Sorgen um seine Lebensqualität“, teilt auch Bianca Köhler vom Modegeschäft Byanci die Bedenken. Läden und Lagerräume sind bereits gefüllt mit der aktuellen Frühlingsware. Auf all dem bleiben die Gewerbetreibenden vorerst sitzen. Was ihnen fehlt, ist eine konkrete Aussage vom Land oder Bund. Viele Fragen bleiben offen. „Eine Art Grundeinkommen für Selbstständige wäre von Nöten. Das wäre eine gerechte Hilfe“, sagt Jeannette Fitzner. Denn Einschnitte wird es für viele geben.

So hageln auch in der Pension Heimatliebe die Absagen und Stornierungen förmlich herein. „Mit dem Jahresanfang waren wir sehr zufrieden. Doch jetzt wird es wohl ein Totalausfall“, vermutet Silke Reichel. Touristische Vermietungen sind nun ohnehin nicht mehr möglich. Aber auch Außendienstler und Firmen-Vertretungen sagen nach und nach die Buchungen ab. Der Kundenstrom wird merklich weniger. Genau das ist notwendig, um die rasante Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Zu diesem Zweck hat unter anderem auch die Bäckerei Bubner die Sitzbereiche in den Filialen bis auf weiteres geschlossen.

Luckauer Buchladen liefert persönlich aus

Damit Personen, die unter Quarantäne stehen oder zu den Risikogruppen zählen, jedoch nicht völlig abgeschnitten werden, lassen sich andere Gewerbetreibende alternative Angebote einfallen. So können in der Bücherecke Bestellungen telefonisch oder per E-Mail aufgenommen werden. Die Bücher liefert Inhaberin Tabea Leyh persönlich im Raum Luckau aus oder verschickt sie per Post. „Vielleicht testen nun auch andere Geschäfte den Online-Handel aus“, sagt Thomas Schäfer.

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