Je drei goldene Kugeln krönen die beiden Kirchturmspitzen der Luckauer Nikolaikirche. Eigentlich sind solche Turmkugeln nichts ungewöhnliches. Viele Kirchen und Rathäuser besitzen sie. Häufig dient das Innere als Zeitkapsel, in der Münzen oder Dokumente aus vergangenen Jahren aufbewahrt werden.

Drei Kugeln hängen mit dem Bischof Nikolaus von Myra zusammen

Doch warum sind es in Luckau gleich drei Kugeln, und nicht wie üblich eine? „Das hängt mit der Geschichte des Bischof Nikolaus von Myra zusammen“ erzählt Pfarrer Martin Meyer. Dieser lebte am Ende des dritten Jahrhunderts in Kleinasien. Als junger Mann hatte er viel Geld geerbt und dieses an die Armen verschenkt, was laut Pfarrer als historische Tatsache gilt.
In diesem Zusammenhang entstand auch die Legende von drei jungen Mädchen, die eigentlich heiraten sollten. Leider hatte ihr Vater nicht genügend Geld für eine angemessene Mitgift. Den jungen Damen drohte damit Einsamkeit und soziale Ausgrenzung. Nikolaus soll nun in drei aufeinander folgenden Nächten jedem Mädchen eine goldene Kugel als Mitgift in die Kammer geworfen haben. So konnten sie heiraten. Seitdem wird der heilige Nikolaus, zugleich auch Namenspatron für die Luckauer Kirche, in der kirchlichen Kunst durch drei goldene Kugeln gekennzeichnet. Daher trägt die Nikolaikirche dieses Symbol.

Für Kinder gibt es im Familiengottesdienst eine Überraschung

Um an den heiligen Nikolaus zu erinnern, feiert die Gemeinde am Sonntag, 6. Dezember, um 10 Uhr einen Familiengottesdienst. Dabei wird unter anderem auch ein Theaterstück über die Geschichte aufgeführt. Es wurde von den Kindern der Christenlehre unter der Leitung von Carolin Golze erarbeitet. Die Predigt hält Pfarrer Martin Meyer. Hinterher gibt es für alle Kinder noch eine kleine Überraschung, verspricht er.
Die für den Samstag geplante Orgelvesper mit Kirchenmusikdirektor Ennenbach muss hingegen coronabedingt ausfallen. Die Vesper für Orgel und Violine am 20. Dezember um 18 Uhr ist laut Meyer weiterhin in Planung.