Endlich ist er zu sehen – der kleine Leoparden-Nachwuchs im Zoo Hoyerswerda. Zum ersten Mal hat der kleine Leopard gemeinsam mit Mutter Bao Bao die Außenanlage erkundet.
Das Kleine ist etwas ganz Besonderes: Es ist laut Zoo Hoyerswerda nicht nur der erste Nachwuchs der in Hoyerswerda lebenden China-Leoparden. Derzeit ist es das einzige China-Leoparden-Jungtier in Deutschland. Das Geschlecht des Kleinen steht noch nicht genau fest und wird bei der nächsten Tierarztkontrolle ermittelt, teilt der Zoo Hoyerswerda mit.

Kleiner Leopard erkundet im Zoo Hoyerswerda seine Umwelt

Unter den wachsamen Augen seiner Mutter Bao Bao tapste das noch namenlose Jungtier vorsichtig über die Schwelle zum Außengehege, heißt es weiter. Neugierig und mit weit geöffneten Augen nahm der Leoparden-Nachwuchs alles unter die Lupe. Der weiche Boden und die großen Baumstämme wurden vorsichtig ertastet, so Zoo-Sprecherin Stefanie Jürß.
Allerdings hat das Kleine immer einen Blick in Richtung Mama. Ihr folgt das Leo-Baby auf seinen kleinen Pfoten. Etwas unbeholfen habe sich das Jungtier an die ersten Kletterversuche gewagt, heißt es. Anschließend hat sich der kleine Leopard erst einmal mit einem Schläfchen belohnt.
In den nächsten 14 Monaten können die Besucher nun Bao Bao und ihren Nachwuchs auf der Anlage sehen. China-Leoparden sind Einzelgänger, und das Weibchen ist allein für die Aufzucht zuständig.

Zoo Hoyerswerda wacht mit Argusaugen über Leo-Baby

Der Hoyerswerdaer Zoo ist bei diesem Nachwuchs besonders vorsichtig. Denn: Mutter Bao Bao hatte bereits dreimal Nachwuchs, bevor sie in die Lausitz kam.
Allerdings: Keines der Jungtiere hat überlebt. Aus diesem Grund hatte der Zuchtbuchkoordinator einen Wechsel Bao Baos nach Hoyerswerda vorgeschlagen, um so einen Gendefekt oder Erbkrankheiten auszuschließen.

Baby-Leopard im Zoo Hoyerswerda in der Wurfhöhle

In den vergangenen Wochen blieb der Leoparden-Nachwuchs mit seiner Mutter in einer abgedunkelten Wurfhöhle. Der Kontakt zwischen Tierpfleger und Tier wurde so gering wie möglich gehalten, betont Zoo-Sprecherin Stefanie Jürß. Zur Sicherheit sei die Wurfhöhle mit einer Kamera versehen worden. Bei der Tierarztvisite sei das Jungtier kürzlich geimpft worden.
„Bis jetzt sieht alles sehr gut aus. Trotzdem wachen wir weiterhin mit Argusaugen über das Jungtier. Wir blicken aber dennoch optimistisch auf seine weitere Entwicklung“, sagt Eugène Bruins, Zoologischer Leiter des Zoo Hoyerswerda.

Baby-Leo im Zoo Hoyerswerda wird Vater nicht begegnen

Vater und Nachwuchs werden sich aus Sicherheitsgründen nicht begegnen. Erst, wenn Bao Bao ihren Nachwuchs nicht mehr betreut und das Jungtier abgegeben ist, wird Bao Bao zu ihrem Partner San auf die vor Kurzem eröffnete neue Anlage ziehen. Dann müssen sich die beiden wieder ganz von neuem Kennenlernen und dürfen sich anfangs nur durch ein „Schmusegitter“ beschnuppern.
Erst wenn das Leoparden-Weibchen Anzeichen von Rolligkeit zeigt, kann mit einer erneuten stückweisen Zusammenführung begonnen werden, heißt es seitens des Zoos. Ohne diese wäre die Zusammenführung zu riskant, die Tiere könnten sich verletzen oder gar töten.