Zoo Hoyerswerda: Flauschiger und kugliger Nachwuchs als neue Besucherlieblinge

Der Baumstachler-Nachwuchs im Zoo Hoyerswerda.
Stefanie JürßWie ein Baumstachler und ein Kugelgürteltier sehen die jüngsten Bewohner im Zoo Hoyerswerda noch nicht aus. Derzeit wirken die erst vor wenigen Tagen geborenen Tiere eher wie ein flauschiges Knäuel und eine Mini-Kugel.
Vor anderthalb Wochen kam das kleine Gürteltier mit etwa 60 Gramm zur Welt und hat sein Gewicht schon verdreifacht. Es ist bereits der fünfte Nachwuchs der Südlichen Kugelgürteltiere im Zoo. Die Mini-Panzerkugel ist schon ein vollwertiges Gürteltier im Miniaturformat. Es konnte sofort laufen und wird mit drei Monaten schon selbstständig sein.
Noch ist bei ihm etwas Vorsicht geboten, der schützende Panzer härtet erst nach ein paar Tagen aus. „Es ist ein Weibchen", erzählt Reviertierpflegerin Carolin Adler. Ob es nach ihrem Papa Günter kommt, so aufgeweckt und neugierig ist, oder eher entspannt wie Mama Gwendolyn wird, muss sich noch zeigen.“
Gürteltiere im Zoo Hoyerswerda mit Teilzeit-Partnerschaft
Bei Kugelgürteltieren lässt sich die Trächtigkeit äußerlich schwer erkennen. Deshalb ist ein Jungtier immer eine kleine Überraschung. Um eine Schwangerschaft zu erahnen, wird das Weibchen regelmäßig gewogen. Doch bei 60 Gramm Geburtsgewicht ergibt auch das keinen eindeutigen Beweis.

Das kleine Gürteltier ist nur wenig größer als eine Hand.
Stefanie JürßDeshalb lebt das Gürteltierpaar Gwendolyn & Günter im Zoo Hoyerswerda in einer Teilzeitehe. 100 Tage - die Tragezeit beträgt im Schnitt 120 Tage - verbringen sie immer gemeinsam. Dann gehen beide für kurze Zeit getrennte Wege. Für den Nachwuchs ist allein das Weibchen zuständig.
Für das Baumstachler-Pärchen Catori & Milo ist es bereits der vierte Nachwuchs. Hoyerswerda ist einer der wenigen kontinuierlichen Züchter dieser Art. Bei der Geburt war das männliche Jungtier nur 25 Zentimeter lang. Auch wenn der kleine Stachler wie ein Flauschball mit Knubbelnase aussieht, hat er die Stacheln schon von Geburt an.
Der kleine Baumstachler klettert schon
Das Jungtier wagt schon erste Klettertouren in sicherer Nähe zu seinem Baumstamm. Er erkundet zur Freude der Besucher die Anlage schon allein und ist ziemlich selbstständig unterwegs. Mutter Catori säugt das Jungtier mehrmals täglich, Vater Milo hält sich aus der Aufzucht komplett raus. Geschlafen wird dann aber trotzdem gemeinsam in einer Baumhöhle.
Für Nagetiere haben Baumstachler eine ungewöhnlich lange Tragzeit, um die 200 Tage. Bei Gefahr stellen sie ihr Stachelkleid auf und schlagen mit dem Schwanz. An den mehr als 30.000 Stacheln befinden sich winzige Widerhaken, die dafür sorgen, dass diese in ihren Gegnern hängen bleiben. Bei jeder Bewegung des Feindes bohren sich die Stacheln noch tiefer in den Körper.

