Zoo Hoyerswerda: Darum stellt zoologischer Garten Haltung von Pinguinen ein

Ein kleiner Brillenpinguin im Zoo Hoyerswerda. Er und seine Artgenossen werden den Zoo bald für immer verlassen.
Zoo Hoyerswerda / Stefanie Jürß- Zoo Hoyerswerda stellt Haltung von Pinguinen ein aufgrund von Vogelmalaria und Pilzinfektionen.
- Letzte Brillenpinguine ziehen in den Haifa Educational Zoo in Israel um.
- Klima in Haifa ähnelt südafrikanischem Ursprungsgebiet der Pinguine.
- Zuchtbuchkoordinator empfahl Umzug; alle Genehmigungen sind ausstehend.
- Zukunft der Pinguinanlage in Hoyerswerda ist noch offen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Zoo Hoyerswerda gibt alle seine Pinguine ab und stellt die Haltung dieser Tierart für immer ein. Diese Entscheidung gab die Zoo, Kultur und Bildung Hoyerswerda gGmbH am Freitag (13. Juni 2025) bekannt. Demnach soll die letzte Gruppe der dort lebenden Brillenpinguine den Zoo Hoyerswerda schon in den nächsten Tagen verlassen.
Damit beugt sich der einzige Zoo im Lausitzer Seenland den immer schwieriger werdenden Bedingungen für die Haltung und Zucht dieser Tiere. Seit 2018 sind mehrfach Tiere mit rätselhaften Erkrankungen und Pilzinfektionen verstorben. Jetzt zieht der Zoo die Konsequenzen aus den traurigen Ereignissen der Jahre 2018 und 2021 sowie jüngeren Erkenntnissen.
Mücken übertragen in der Lausitz die Vogelmalaria
Das trockene Klima der Tagebauregion und die immer häufiger auftretende Vogelmalaria könnten künftig die Pinguinhaltung in Hoyerswerda negativ beeinflussen. Vogelmalaria wird hauptsächlich durch Mücken übertragen. Die zahlreichen Seen in der Lausitz begünstigen die Vermehrung dieser Insekten und fördern damit das Problem. Das Immunsystem der Brillenpinguine – ursprünglich beheimatet in mückenarmen Küstenregionen Südafrikas – ist auf diesen Erreger nicht vorbereitet.
In der aktuellen Gruppe der Brillenpinguine, die im Herbst 2023 nach Hoyerswerda kamen, sind bereits zwei Tiere nachweislich an Vogelmalaria gestorben. „Seitdem werden alle Tiere vorsorglich regelmäßig mit einer Malaria-Prophylaxe behandelt. Aber auch das bietet keinen hundertprozentigen Schutz“, teilt Zoosprecherin Stefanie Jürß mit.
Zuchtbuchkoordinator gibt Empfehlung für Hoyerswerda
Auf Empfehlung des Zuchtbuchkoordinators wird die gesamte Pinguingruppe nun nach Israel abgegeben. Der Haifa Educational Zoo wird künftig ihr Zuhause sein. Das Klima in Haifa ähnelt dem südafrikanischen Ursprungsgebiet der Art.
„Wenn es trotz aller Verbesserungen langfristig nicht zufriedenstellend funktioniert, muss man irgendwann die schwierige Entscheidung treffen, die Haltung aufzugeben“, äußert sich Eugène Bruins, zoologischer Leiter des Zoo Hoyerswerda.
Wann genau die Gruppe den Zoo Hoyerswerda verlässt, steht noch nicht fest. Für den Transport wird derzeit alles vorbereitet. Die erforderlichen Ausfuhrgenehmigungen wurden erteilt, die Einfuhrgenehmigung durch die israelischen Behörden steht noch aus.
Die Bruthöhlen auf der Pinguinanlage in Hoyerswerda sind vorsorglich verschlossen worden, um eine eventuelle Brut bis zu ihrem Umzug auszuschließen.
Was wird aus der Pinguin-Anlage in Hoyerswerda?
Wie die Anlage künftig genutzt wird, ist noch offen. „Klar ist: Wir möchten bis auf Weiteres keine Pinguine mehr in Hoyerswerda halten. Wir wollen die Tiere nicht dem Risiko weiterer Verluste aussetzen, deren Ursachen wir nicht vollständig kontrollieren können“, sagt Zoo-Geschäftsführer Arthur Kusber.
Eine mögliche Option ist es, die Pinguinanlage während des Umbaus des Asienbereichs als Zwischenquartier für andere Tiere aus dem Bestand zu nutzen, deutet Kusber weiter an.



