Wünsche für 2024: Neujahrsumfrage – was sich Menschen in Hoyerswerda erhoffen

Der Silvesterbrauch des Bleigießens ist in der Region weit verbreitet. Man erhitzt ein Bleistück über einer Kerze und lässt das geschmolzene Blei in kaltes Wasser fließen. Aus der Form des im Wasser schlagartig erkaltenden flüssigen Bleis wird die Zukunft gedeutet. Viele Hoyerswerdaer haben aber auch ganz kontrete Wünsche.
Patrick Pleul/dpaWieder ist ein Jahr geschafft, was wird das neue bringen? Zum Jahresende ziehen viele Menschen Bilanz. Was ihnen das Jahr 2023 persönlich wie beruflich gebracht hat und welche Wünsche sie für 2024 haben.
Klaus Helbig ist seit Mai kommissarischer Leiter der Kinder- und Jugendfarm Hoyerswerda des Christlich-Sozialen Bildungswerkes Sachsen und zufrieden mit dieser Arbeit. Er erzählt vom Krippenspiel der Kinder im Lausitz-Center, das er und eine Praktikantin instrumental begleitet haben. Mit seinem Akkordeon und einem Kaninchen hat er in zwei Pflegeheimen Freude verbreitet und will das vielleicht 2024 wiederholen. Künftig werden Bienen in einer Schaubeute auf der Farm leben, sagt der 62-jährige Hobbyimker. Er will den Kindern viel über diese Insekten und die Herstellung von Honig erklären. Für 2024 hofft Klaus Helbig auch auf Spender, weil die Einrichtung ein neues, Tüv-zugelassenes Trampolin braucht. Das alte hat durch intensive Nutzung und den Wintersturm der vergangenen Tage gelitten. „Doch damit die Jugendfarm weiterarbeiten kann, muss hier Frieden sein, wie auch in aller Welt“, sagt Klaus Helbig.

Klaus Helbig aus Hoyerswerda wünscht sich Frieden.
Katrin DemczenkoChristian Völker-Kieschnick von der Kulturfabrik (Kufa) Hoyerswerda verkündet Positives von seinem GIHK-Projekt Stadtteilanker-Bürgerwiesen. 2023 konnte er knapp 2000 Menschen erreichen, viel mehr als geplant. Die GIHK-Akteure, der Marketingverein Hoyerswerda, die Kommunikationskampagne #WHY und Firmen arbeiten immer enger gemeinsam für die Stadt. Die Kufa-Projekte Fahrendes Café und Bürgerwiesen laufen noch bis zum Ende ihres Förderzeitraums im September 2024. Um die Weiterfinanzierung des ganzen GIHK für Hoyerswerda durch den Europäischen Sozialfonds zu erreichen, schmieden alle beteiligten Einrichtungen neue Pläne. Erholung findet der Kufa-Mitarbeiter bei seiner Familie, die Weihnachten dieses Jahr an der Ostsee gefeiert hat. „Mögen alle gesund bleiben“, wünscht er sich fürs neue Jahr 2024.

Christian Völker-Kieschnick aus Hoyerswerda wünscht allen Gesundheit.
Katrin DemczenkoDas Jahr 2023 war „sehr anstrengend“
Der Floristmeister Matthias Bock aus Hoyerswerda beschreibt 2023 als „sehr anstrengend“. Damit meint er die steigenden Kosten für Licht, Wärme und Wasser, ohne die Pflanzen nicht wachsen. Er musste seine Preise verdoppeln, und die Leute reagierten mit Kaufzurückhaltung. Das hat sich etwas gegeben, sagt Matthias Bock. Doch sein Wunsch lautet: 2024 sollen sich die Menschen wieder mehr an schöne Dinge wie Blumen erinnern. Wichtig ist dem Unternehmer auch die weitere Zusammenarbeit mit dem Zentrenmanagement, um die Bonhoefferstraße als Bindeglied zwischen Neu- und Altstadt zu stärken.

Matthias Bock aus Hoyerswerda wünscht sich, dass sich die Menschen wieder mehr an schönen Dinge wie Blumen erfreuen.
Katrin Demczenko
Willkommen 2024: Wie jedes Jahr starten auch die Menschen in der Lausitz mit vielen guten Wünschen und Vorsätzen ins neue Kalenderjahr. (Symbolfoto)
Lars Penning / dpaBärbel Schreiber lebt in Hoyerswerda allein und wünscht allen Menschen für das Jahr 2024 Gesundheit und Frieden. „Das sinnlose Sterben muss aufhören“, fordert die Seniorin. Um dieses große Ziel zu erreichen, soll Deutschland nicht Kriege unterstützen, sondern die Gegner zu Verhandlungen zusammenbringen. Das gesparte Geld müsste in die Ausbildung junger Leute fließen. Das findet Bärbel Schreiber sehr notwendig. Die steigenden Lebenshaltungskosten belasten auch ihren Geldbeutel und deshalb macht sie öfter bei ihrer Tochter in Österreich Urlaub.
Weichenstellungen für die Kinder
Daniela Woigk erzieht vier Kinder und kann von Urlaub nur träumen. Sie arbeitet im Verkauf und braucht trotzdem die Tafel, um finanziell über den Monat zu kommen. Froh ist die 39-Jährige, dass ihr erwachsener Sohn eine Anstellung hat und der 14-Jährige an der Oberschule das Produktive Lernen besuchen darf. Sie hofft, dass er so den Schulabschluss schafft und seinen Weg ins Berufsleben findet. Ab Januar 2024 macht der Schüler ein Praktikum in einer Autowerkstatt.

Daniela Woigk wünscht sich fürs Jahr 2024, dass ihr Sohn den Schulabschluss schafft und seinen Weg ins Berufsleben findet.
Katrin DemczenkoFür Anna Spreyer endet ein anstrengendes Jahr, denn sie betreut ihren demenzkranken Vater. Jetzt geht er in eine Tagespflege, was die Situation etwas entspannt. Zeitgleich ist die 53-Jährige in die Nähe des Lausitz-Centers umgezogen und hat sich damit einen Wunsch erfüllt. Sie feiert wie immer mit Kindern und Enkeln Silvester. Weil es früher in Kasachstan kein Weihnachten gab, wurden die Kinder am letzten Tag des Jahres beschert und auf den Tisch kamen Pelmeni. „So machen wir das bis heute“, sagt Anna Spreyer.

Anna Spreyer ist in die Nähe des Lausitz-Centers in Hoyerswerda umgezogen und hat sich damit schon einen Wunsch erfüllt.
Katrin Demczenko