Wölfe in Hoyerswerda: Tiger von Sabrodt ist Star im Song von Metalband Powerwolf

Der Tiger vom Sabrodt ist im Schloss Hoyerswerda zu sehen.
Ronald Ufer- Die ausgestopfte Wölfin „Tiger von Sabrodt“ ist eine Attraktion im Schlossmuseum Hoyerswerda.
- Sie wurde 1904 nach vier Jahren Jagd als letzter Wolf in Deutschland erlegt.
- Ihr Name stammt von zahlreichen gerissenen Nutztieren, die Bauern hielten sie für einen Tiger.
- Die Metalband Powerwolf widmete ihr 2007 den Song „Tiger of Sabrod“ auf dem Album „Lupus Dei“.
- Der „Wolfsraum“ im Museum soll künftig mit neuen Exponaten und Infos aufgewertet werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer die Vitrine des „Tigers von Sabrodt“ im Schloss und Stadtmuseum Hoyerswerda erstmals sieht, ist überrascht. Liegt hier ein Scherz vor, bei der Beschriftung der Vitrine, ein Irrtum oder ein Vorläufer der Berliner Sommerlochlöwin von 2023, könnte man sich fragen.
Denn in der Vitrine steht eine große ausgestopfte Wölfin. Sie war 1904 als für Jahrzehnte letztes Tier dieser Art in Deutschland geschossen worden. Vorangegangen war nach der ersten Sichtung bei Sabrodt eine intensive vierjährige Jagd auf das Raubtier, die bis zum 27. Februar 1904 erfolglos blieb.
An diesem Tag waren 18 Jäger ausgerückt, die Wölfin durchbrach mehrfach deren Schützenlinie, bis einem Förster der tödliche Schuss gelang. Die mit 1,60 Meter Länge, einem Widerrist von 80 Zentimeter und 41 Kilogramm Lebendgewicht sehr große Wölfin wurde ausgestopft und kam ins Museum.
Vom Monster zur Museumsattraktion
Zu ihrem martialischen Namen war die Wölfin durch die zahlreichen von ihr gerissenen Nutztiere gekommen. Wölfe hatte es schon lange nicht mehr in Deutschland gegeben und angesichts der langen Blutspur waren die Bauern der Meinung, es müsse sich um ein entlaufenes Zirkustier, wohl einen Tiger, handeln.
Heute steht das präparierte Tier in einem eigenen „Wolfsraum“ und zählt sogar überregional zu den Anziehungspunkten des Museums. Die Geschichte schien zu Ende erzählt, bis kürzlich eine Frau aus Düsseldorf eigens nach Hoyerswerda kam, um den Tiger von Sabrodt zu sehen.
Powerwolf kam nicht bis nach Hoyerswerda
Angeregt dazu hatte sie das Lied „Tiger of Sabrod“ der Metalband Powerwolf. 2007 veröffentlicht, beschreibt es mythisch-poetisch die Geschehnisse Anfang der 20. Jahrhunderts in der Lausitz. Es lässt dabei den Geist der Wölfin auferstehen. Der Titel ist Teil des dazugehörigen Albums lautet „Lupus Dei“, was man als göttlicher Wolf oder Wolfsgott übersetzen könnte.
Im Museum hatte noch niemand von dem Album und dem Lied gehört. Doch der Wolfsraum soll in den kommenden Jahren aufgewertet werden. Vielleicht könnten dann die zusätzlichen Exponate und Informationen durch die Möglichkeit für die Besucher ergänzt werden, mit dem Song „Tiger of Sabrod“ für einige Minuten dem Geist der Wölfin nachzuspüren.

