Willi Fritsch wird 80
: Wie dieser Mann beim SV Laubusch zur Legende wurde

Er stand gegen DDR-Größen auf dem Platz und rettete seinen Verein in den dunkelsten Stunden vor dem Aus. Ohne Willi Fritsch wäre der Fußball in Laubusch heute wohl Geschichte.
Von
Jan Augustin
Hoyerswerda
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Fußball ist sein Leben und er eine Legende im Ort: Willi Fritsch vom SV Laubusch.

Fußball ist sein Leben und er eine Legende im Ort: Willi Fritsch vom SV Laubusch.

Manfred Lüdicke
  • Willi Fritsch wird am Sonnabend, 25. April 2026, 80 Jahre alt – Legende in Laubusch.
  • Seit 66 Jahren prägt er den Verein, vom Spieler in der Bezirksliga bis zum Trainer.
  • Er stabilisierte den Club nach Abstürzen, holte Pokalsiege und hielt das Team zusammen.
  • Wildschweinschäden und ein Notquartier bedrohten den Verein, doch er rettete den Betrieb.
  • Heute bewirtschaftet er mit Ehefrau Gisela das Sportlerheim und unterstützt alle Mannschaften.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer wissen will, wie Fußball an der Basis funktioniert, muss auf das Gelände des SV Laubusch im Landkreis Bautzen schauen. Dort wuselt ein Mann über den Platz, dem man sein Alter nicht ansieht. Am Sonnabend, 25. April 2026, vollendet Willi Fritsch sein achtes Lebensjahrzehnt. Seit 66 Jahren ist sein Name untrennbar mit dem Verein verbunden – erst mit der BSG Aktivist, heute mit dem SV Laubusch. Manfred Lüdicke, Pressesprecher des Vereins, bezeichnet ihn als „das Gesicht des Laubuscher Fußballs schlechthin“.

Fritschs Geschichte ist eine Chronik des regionalen Fußballs. Sie beginnt 1960 als talentierter Junge aus Torno. Schon früh schaffte er den Sprung in die erste Mannschaft. In der Cottbuser Bezirksliga, der damals dritthöchsten Spielklasse der DDR, prägte er das Niveau mit. Namen wie Dieter Jungnitz, Klaus und Jürgen Weiner, Werner Rietschel oder Heinz Tschirch fielen in diese Ära. „Der Aufstieg in die DDR-Liga scheiterte immer wieder knapp an den damaligen Übermannschaften Aktivist Schwarze Pumpe und Aktivist Brieske-Ost“, erinnert sich Lüdicke.

Erfolgreiches Intermezzo beim SV Einheit Hoyerswerda

Doch Fritsch blieb. Auch als die großen Zeiten der Bezirksliga vorbei waren. Er spielte bis 1985 in der Reserve, bevor er im Oktober 1986 das Traineramt übernahm. Was eigentlich nur als kurzer Aushilfsjob geplant war, entwickelte sich zu einer elfjährigen Ära. Dass er dabei gelegentlich selbst die Fußballschuhe schnürte, galt im Verein fast als Selbstverständlichkeit.

Nach einer kurzen Auszeit und einem erfolgreichen Intermezzo beim SV Einheit Hoyerswerda – dort feierte er 1999 als Trainer die Stadtmeisterschaft und den Aufstieg – rief die Pflicht in der Heimat. Zur Jahrtausendwende stand es schlecht um den Laubuscher Fußball. Die Tabellensituation schien aussichtslos. Fritsch ließ sich laut Lüdicke nicht lange bitten und übernahm das Ruder.

Zwar ließ sich der Abstieg aus der Bezirksklasse damals nicht verhindern, doch Fritsch stabilisierte den Club. Es folgten zwei Pokalsiege in der Stadtliga und die Rückkehr in die Höherklassigkeit. Bis 2008 hielt er die Mannschaft trotz beschränkter Mittel in der Bezirksklasse.

Willi und Gisele Fritsch sind die Wirte im Sporlerheim

Der größte Verdienst des Jubilars liege jedoch jenseits von Taktiktafel und Aufstiegsfeiern. In einer Phase, in der andere Vereine aufgegeben hätten, hielt Fritsch den Laden zusammen. Während der Sanierung des Sportlerheims hauste der Verein im Winter in einem nur sechs Quadratmeter großen Bretterverschlag. Als dann zu allem Überfluss noch eine Wildschweinhorde die Rasenplätze komplett zerstörte, stand der SV Laubusch vor dem Ruin. Es sei „einzig und allein Willi zu verdanken“ gewesen, dass die Spieler zur Stange hielten und der Verein überlebte, so der Pressesprecher.

Auch heute, mit 80 Jahren, denkt Fritsch nicht an den Ruhestand. Gemeinsam mit seiner Frau Gisela bewirtschaftet er das Sportlerheim. Er schleppt Bierkästen für Fans und Spieler, während beide gemeinsam die Trikots waschen – von der F-Jugend bis zu den Alten Herren. „Ohne Gisela und Willi Fritsch geht es kaum“, bilanziert Lüdicke.

Am Sonnabend wird nun gefeiert. Die „Laubuscher Fußballfamilie“ gratuliert einem Mann, der bewiesen hat, dass Leidenschaft keine Altersgrenze kennt.