Unser Dorf hat Zukunft: Dörgenhausen holt Gold - so wird der Bundessieg gefeiert

Große Unterstützung für Dörgenhausen: Beim Rundgang der Bundesjury zeigten Menschen aus der gesamten Region ihre Verbundenheit mit dem Bundesfinalisten. Nun ist der Hoyerswerdaer Ortsteil tatsächlich mit Gold ausgezeichnet worden.
Rita Seyfert- Dörgenhausen gewinnt Gold im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ und erhält 15.000 Euro.
- 1200 Dörfer nahmen teil, 26 erreichten die Endrunde, acht Orte wurden mit Gold geehrt.
- Die Jury lobte Auftritt und Gemeinschaft – vom „Dorfstüb'l“ bis zur sorbischen Tradition.
- Ein Energy-Sharing-Pilotprojekt zeigte Hightech und Nachhaltigkeit im ländlichen Raum.
- Siegerehrung ist am 22. Januar 2027 in Berlin – Empfang beim Bundespräsidenten am 2. Februar 2027.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist der verdiente Lohn für ein ganzes Dorf, das seine Zukunft aktiv selbst anpackt. Wie das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) bekannt gab, konnte sich Dörgenhausen gegen die Konkurrenz durchsetzen. Rund 1200 Dörfer hatten bundesweit teilgenommen. Für die Endrunde qualifizierten sich lediglich 26 Orte. Neben Dörgenhausen erhielten sieben weitere Dörfer eine Goldauszeichnung.
Die Freude über die Auszeichnung ist natürlich riesig. „Wir sind Gold-Dorf! Wir haben gestern spontan gefeiert mit Bürgermeister Mirko Pink aus Hoyerswerda“, freut sich Ortsvorsteher Thomas Kollay über den historischen Erfolg. Für ihn ist die Auszeichnung das Ergebnis einer geschlossenen Teamleistung: „Allein schafft man sowas nicht, das geht nur mit der ganzen Gemeinschaft. Wir waren ein fantastisches Orga-Team und haben es gemeinsam gerockt.“
Das Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro soll – ganz im Sinne des Wettbewerbs – direkt wieder in gemeinnützige Projekte im Ort fließen. Dass die Dörgenhausener genau wissen, wie man solche Mittel nachhaltig einsetzt, haben sie bereits in der Vergangenheit bewiesen. Das Preisgeld vom zweiten Platz beim sächsischen Landesentscheid, der überhaupt erst das Ticket für das Bundesfinale sicherte, investierte das Dorf in ein gemeinsam mit den Lausitzer Werkstätten angefertigtes Wildbienenhotel sowie ein Outdoor-Fitnessgerät.
Reallabor und Polonaise: Der Tag, der alles entschied
Der Grundstein für diesen Erfolg wurde am 27. Juni gelegt. Bei extremen Temperaturen von 36 Grad Celsius präsentierte sich das 680-Einwohner-Dorf der Bundesbewertungskommission nicht mit steifen Vorträgen, sondern als lebendiges Reallabor.
Vom florierendem lokalen Handwerk über das beispielhaftes Generationen-Miteinander im „Dorfstüb'l“ bis hin zur tief verwurzelten sorbischen Tradition mit den Osterreitern – Dörgenhausen zeigte der Jury eine Vielfalt, die Eindruck hinterließ. Gleichzeitig punktete der Ort mit Spitzentechnologie: Ein Pilotprojekt zum „Energy-Sharing“ mittels intelligenter Software bewies, dass Nachhaltigkeit und Hightech im ländlichen Raum perfekt zusammenpassen.
Für den emotionalen Höhepunkt sorgte das logistische Meisterstück am Ende des dreistündigen Rundgangs: Die Route endete mitten im Aufbau des legendären „Dorfrocks“. Statt Protokoll gab es pure Begeisterung, als die Dorfgemeinschaft die Bundesjury kurzerhand in einer spontanen Polonaise mitriss. Die Jury-Vorsitzende Marion Frohnapfel zeigte sich schon damals tief bewegt von der Entschlossenheit und dem „überwältigenden Auftritt“ des Dorfes.
Mit dem Gold-Gewinn tritt Dörgenhausen in große Fußstapfen: Bereits 1995 hatte der Hoyerswerdaer Ortsteil Schwarzkollm bei dem prestigeträchtigen Wettbewerb den Sprung zu Bundes-Gold geschafft. Die Stadt Hoyerswerda hatte die Bewerbung Dörgenhausens diesmal mit rund 10.000 Euro unterstützt.
Die große Siegerehrung wird am 22. Januar 2027 während der Grünen Woche in Berlin gefeiert. Nur wenige Tage später, am 2. Februar 2027, lädt zudem der Bundespräsident Delegationen der Siegerdörfer zu einem offiziellen Empfang ein. Ortsvorsteher Thomas Kollay hatte schon im Sommer vorausschauend angekündigt: „Wir haben bereits zwei Busse bestellt.“ Jetzt muss das Gold-Dorf nur noch klären, wie viele Lausitzer überhaupt in den CityCube in Berlin hineingelassen werden.

