Unfall in Hoyerswerda
: Ein Mann stirbt – Polizei nennt Details und sucht Zeugen

Nach dem tödlichen Unfall auf dem Parkplatz am Globus-Markt in Hoyerswerda werden noch genauere Schilderungen zu dem Drama bekannt. Viele Menschen sind bestürzt.
Von
Catrin Würz
Hoyerswerda
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Mit pinker Farbe hatte die Polizei nach dem tödlichen Parkplatzunfall in Hoyerswerda am Kamenzer Bogen die Unfallsituation auf dem Asphalt aufgezeichnet. Zu erkennen ist auch, wie der später Verstorbene zum Liegen kam.

Mit pinker Farbe hatte die Polizei nach dem tödlichen Unfall in Hoyerswerda am Kamenzer Bogen die Situation auf dem Asphalt aufgezeichnet. Zu erkennen ist auch, wie der später Verstorbene zum Liegen kam.

Catrin Würz
  • Ein 71-jähriger Lexus-Fahrer verursachte auf einem Parkplatz in Hoyerswerda eine tödliche Kettenreaktion.
  • Er verwechselte Brems- und Gaspedal, wodurch ein 70-Jähriger zwischen zwei Fahrzeugen eingeklemmt wurde.
  • Der Mann erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen; die Polizei sucht Zeugen.
  • Diskussionen über verpflichtende medizinische Checks älterer Fahrer entfachen.
  • Große Anteilnahme in sozialen Netzwerken.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem tragischen Unfall auf einem Parkplatz in Hoyerswerda, bei dem ein Mann nach einer fatalen Kettenreaktion ums Leben kommt, sucht die Polizei jetzt nach weiteren Zeugen. Am Donnerstag hat sie zudem eine genauere Schilderung des Unfalls bekanntgemacht. Eine dramatische Verkettung von Ereignissen hatte am späten Mittwochnachmittag (18. Juni) zu einer tödlichen Tragödie geführt.

Demnach wollte der 71-jährige Fahrer eines Lexus auf dem Parkplatz am Einkaufsmarkt am Kamenzer Bogen in eine Parklücke einfahren. Laut Polizeiangaben verwechselte er dabei mutmaßlich das Brems- mit dem Gaspedal, überfuhr einen schmalen Grünstreifen zur nächsten Parkreihe und prallte auf einen dort stehen Pkw Hyundai auf. Durch die Wucht des Aufpralls wurde dieses Fahrzeug zurückgeschoben.

Unfall in Hoyerswerda: Opfer verstirbt im Krankenhaus

Hinter diesem Fahrzeug räumte jedoch der 70 Jahre alte Fahrer des Hyundai gerade die Einkäufe in seinen Kofferraum. Durch das zurückgeschobene Fahrzeug wurde er ebenfalls zurückgeschleudert und an einen auf der Fahrstraße gerade zu diesem Moment vorbeifahrenden VW-Transporter gedrückt. Der 70-Jährige wurde zwischen dem Heck seines Pkw und der rechten Fahrzeugseite des Transporters eingeklemmt und verstarb an den Folgen seiner schweren Verletzungen später im Krankenhaus.

Die Polizei bittet nun Zeugen, die den Verkehrsunfall beobachtet haben oder andere sachdienliche Hinweise zum Sachverhalt geben können, sowie Ersthelfer, welche am Unfallort anwesend waren, sich bei der Verkehrspolizeiinspektion unter der Telefonnummer 03591-3670 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

So stellt sich der Unglücksort in Hoyerswerda heute da

Am Unglücksort auf dem Parkplatz am Globus erinnern zwei Tage nach dem Drama nur noch die Spuren, die die Polizei bei der Unfalldokumentation hinterlassen hat, an das schreckliche Szenario der Kettenreaktion. Mit pinker Farbe ist am Unfallort auf den Asphalt aufgezeichnet, wie die beteiligten Fahrzeuge bei dem Unfall postiert waren. Dabei ist auch zu erkennen, wie der später verstorbene Mann auf der Fahrbahn zu liegen kam.

Vor dem Wochenende ist im Einkaufsmarkt am Kamenzer Bogen hektische Geschäftigkeit im Gange. Viele Kunden wollen hier freitags ihren großen Einkauf erledigen. Fahrzeuge kommen an und fahren ab.

Die auf die Fahrbahn gezeichneten pinkfarbenen Umrisse nehmen manche Menschen gar nicht wahr. Andere haben dagegen von dem dramatischen Unglücksfall in der Zeitung gelesen. „Ja, das ist sehr schlimm. Für die Familie des Toten, aber sicher auch für alle anderen Beteiligten“, sagt ein älterer Herr, der zwei Parkplätze neben der pinkfarbenen Polizeimarkierung gerade seinen Einkaufswagen ausräumt.

Tödlicher Unfall: Anteilnahme und eine Frage drängt sich auf

Große Anteilnahme an dem tragischen Todesfall geht auch durch die sozialen Netzwerke. In der Facebook-Gruppe „Alle Hoyerswerdschen Mädels und Jungs“ drücken zahllose Menschen ihre Bestürzung und ihr Mitgefühl für die Hinterbliebenen des Verstorbenen aus. Dort kommt allerdings auch zur Sprache, was sich aufdrängt: Sollten ältere Menschen, die ein Fahrzeug führen, regelmäßig medizinische Checks absolvieren? Dagegen gibt es in Deutschland ja massiven Widerstand.

Einige User halten solch eine Überprüfung Lebens-älterer Fahrzeugführer jedoch längst für erforderlich, ebenso wie eine Auffrischung der Verkehrsordnung. „Viele der Älteren kennen die Regeln und Schilder im heutigen Straßenverkehr nicht und fahren, wie sie es gewohnt sind“, beklagt einer in seinem Facebook-Kommentar.