Einen frostfreien Winter nehmen Menschen als ungewöhnliches Wettergeschehen war. Das Leben der Honigbienen wird davon aber kaum beeinflusst, sagt der Hobbyimker Ullrich Schmidt, der nun auch coronabedingt pausieren muss. Seine Völker brauchten in der wärmeren winterlichen Ruhezeit einfach etwas weniger Futter und weil sie deshalb zeitiger mit dem Brutgeschäft begannen, gibt es in den Stöcken schon jetzt verdeckelte Wabenzellen, in denen männliche Bienen (Drohnen) heranwachsen. „Das ist sehr früh im Jahr“, schätzt der 81-Jährige ein. Er ist froh, in den vergangenen Monaten von seinen 16 Bienenvölkern nur zwei verloren zu haben.

Arbeitsbienen vergrößern täglich ihren Aktionsradius

Schön findet der Hoyerswerdaer, wenn sich die ersten Jungbienen des Jahres im Sonnenschein aus dem Stock wagen. Friedlich summend erkunden sie die Umgebung rund um „ihre“ Beute und prägen sich das Aussehen des Einflugloches ein. „Nur das ermöglicht ihnen, nach dem Flug wieder zurückkehren zu können“, weiß Ullrich Schmidt. Täglich vergrößern die Arbeitsbienen ihren Aktionsradius, um Blütenpflanzen zu finden.

Leuchtend gelbe Rapsblüten besuchen Honigbienen im April und Mai gern, weil der Nektar dieser Pflanze einen hohen Zuckergehalt hat, erklärt der Imker. Er ergänzt: Für so ein Nahrungsangebot fliegen sie schon mal fünf Kilometer weit. In Städten mit vielen Kleingartenanlagen und Vorgärten finden die Tiere leicht Futter. Große Felder mit Getreide und Mais helfen ihnen nicht. Blühwiesen anzulegen ist deshalb wichtig, so Ullrich Schmidt.

Hobby-Imker startet 1955 mit dem ersten Bienenvolk

Er kam als Jugendlicher über einen Arbeitskollegen zu seinem Hobby und erhielt von diesem sein erstes Bienenvolk. Im kalten Februar 1955 hat er es auf einem Fahrradanhänger aus Bröthen geholt. Heute stehen die Beuten auf seinem Gelände an der Schwarzen Elster, denn ein Leben ohne die Bienen und ihren Honig kann sich der 81jährige nicht mehr vorstellen. Seit Jahren spricht er vor Kita-Kindern und Schülern, um ihnen die Bedeutung der Honigbiene nahe zu bringen.